Neulich habe ich in eine Glaskugel geschaut. Aus Versehen. Ja, das geht. Schließlich hat, wie mein Sohn berichtete, sein Kindergartenfreund auch „aus Versehen“ Scheiße gesagt. Die Glaskugel wollte ich in den Müll werfen, nachdem unser Kleiner sie vom Weihnachtsbaum gepflückt und als Ball benutzt hatte. Dabei guckte ich in die Kugel. 2020 wird sich demnach Folgendes ereignen: 

Januar: Männer werden sieben, dann wachsen sie nur noch. Mädchen werden sieben, dann feiern sie nur noch. Das Programm für den Kindergeburtstag meiner Tochter umfasst mehrere DIN-A4-Seiten. Ich backe einen Kuchen und überlasse ihr den Rest. Es wird ein rauschendes Fest. Zum Schluss fängt sich jedes Kind im Garten ein Einhorn und reitet nach Hause.

Februar: Wir leben in Sachsen, wo Fasching am Faschingsdienstag von 9.15 bis 10.45 Uhr stattfindet. Und dann reicht’s auch wieder mit der guten Laune für dieses Jahr.

März: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Brand…“ Immer wenn ich den Kindern deutsches Liedgut näherbringen möchte, schaltet irgendjemand AC/DC ein. Warum nur? 

April: Aus Protest gegen den Klimawandel hat der Osterhase ein Loch in den Schnee gegraben und die Eier darin versteckt. 

Mai: Unser Mittlerer hat „morgen am Mai“ Geburtstag. Wir feiern draußen und sogar die Eisheiligen kommen zu Besuch. 

Juni: Die Große streicht im Kalender das „n“ durch und schreibt ein „l“ darüber. Augenblicklich beginnen die Sommerferien. 

Juli: Wir fahren an die polnische Ostsee, um den deutschen Urlauberströmen zu entgehen. Tatsächlich ist kaum jemand da. Könnte vielleicht am Dauerregen liegen. 

August: Wir schauen uns auf der Freilichtbühne den Räuber Hotzenplotz an. Der Mittlere erklärt: „Hotzenplötze sind keine Räuber. Die sind einfach Hotzenplötze!“.

September: „Wake me up when September ends.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. 

Oktober: Anlässlich meines Geburtstages erkläre ich meiner Familie, dass ich nicht so viel Krach vertragen kann, weil ich eine alte Frau bin. Der Mittlere ist entsetzt: „Nein, du bist keine alte Frau! Du bist eine neue Frau!“ 

November: Ich möchte Drachen steigen lassen, aber mein Sohn hat Angst, dass der Drachen Feuer spucken könnte. Das wäre ja in der Tat etwas ungünstig. 

Dezember: In der Adventszeit besinnen wir uns auf das Wesentliche und essen keine Süßigkeiten. Der Weihnachtsmann hält das für übertrieben, aber ihn gibt’s ja auch gar nicht.

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