Wer pocht auf Privilegien?

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Zur Debatte um mehr Freiheiten für Covid-19-Geimpfte

Genießen Personen, die gegen die Krankheit Covid-19 geimpft sind, Privilegien, wenn sie lang entbehrte Freiheiten zurückerhalten? Politische Entscheider argumentieren anders. Geimpfte erlangten vielmehr Grundrechte zurück, wenn es keine Rechtsgrundlage mehr gebe, diese für sie weiterhin einzuschränken. Um Grundrechte - wie freie Entfaltung der Persönlichkeit oder Freizügigkeit -zu beschneiden, bedarf es gewichtiger Gründe. Das mit anderen Grundrechten im Grundgesetz verankerte "Recht auf körperliche Unversehrtheit" ist so ein Grund. Bis heute greift dieser zum Beispiel bei Einschränkungen der Versammlungsfreiheit, die auch ein Grundrecht ist.

Sobald klar ist, dass Geimpfte, wie auch negativ Getestete in einem klar definierten Zeitfenster, nicht infektiös sind und keine potenziell tödliche Gefahr für andere mehr darstellen, wäre es nur logisch, dass man ihnen Freiheiten zurückgibt. Natürlich hilft das allen, denen diese Freiheiten nach wie vor fehlen, nicht übers Gefühl hinweg, vorübergehend unterprivilegiert zu sein. Die Betonung liegt auf vorübergehend. Sobald auch sie ihr Impfangebot erhalten haben, können die Freiheiten ja auch für sie wieder gelten.

Doch wird die Privilegien-Debatte wohl nicht abebben, selbst dann nicht, wenn allen im Land ein Impfangebot zuteil geworden ist. Immerhin sind da Skeptiker und Unwillige, die das Impfangebot ausschlagen werden. Es gibt aber auch Menschen, die das Impfangebot tatsächlich aus medizinischen Gründen nicht annehmen können. Diese letzte Gruppe muss nach wie vor geschützt werden -vor Kontakten mit dem Virus, und somit also vor jenen anderen Gruppen der Skeptiker und Unwilligen. Konsequenz: Skeptiker und Unwillige sind von Freiheiten auszunehmen, zumindest so lange, wie unverschuldet Ungeschützte nicht anders zu schützen sind. "Impfpflicht über die Hintertür" lautet da ein bereits zu vernehmendes Argument. Keine Pflicht! Aber eben auch kein Recht, für sich Privilegien in Anspruch zu nehmen. Konkret: das Leben anderer zu gefährden.

 

 

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22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 17
    10
    gelöschter Nutzer
    26.04.2021

    Keine Impfpflicht, aber Nötigung! Dabei wird gegen die Grundrechtseinschränkungen geklagt. Wenn dann nach einem Jahr Klagen Recht gegeben wird, wie jüngst in Sachsen, dann beweist dies, wenn auch spät, wer das Recht auf seiner Seite hat. Noch!

  • 17
    19
    1212178
    26.04.2021

    Vielen Dank für den Kommentar! Die letzten beiden Sätze bringen es auf den Punkt.