Schlösser und Burgen bieten was für die Ohren

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Auf dem Schloss Augustusburg kann man mit dem Entdecker-Pad auf virtuelle Tour gehen und mit Adligen sprechen, in Lichtenwalde werden Märchenbilder zum Leben erweckt. In Zukunft soll noch mehr möglich sein.

Niederwiesa/Augustusburg.

Durch das Museum gehen und selbst alle Erklärungen lesen? Längst haben Besucher nicht mehr nur diese Möglichkeit, Schlösser und Burgen zu erleben. In den meisten gibt es weitere Angebote für Ohren und Augen, sei es über einen Audioguide, mit dem Tablet oder bei einer Führung. Die Einrichtungen setzen auf verschiedene Wege, um ihren Gästen - auch jenen, denen die deutsche Sprache weniger vertraut ist - einen unvergesslichen Besuch zu bieten. Hier ein Überblick:

Schloss Augustusburg: Auf Schloss Augustusburg setzt man aufs Digitale. Hier gibt es das Entdecker-Pad. Damit können das Schloss und seine Museen virtuell entdeckt werden. "Historische Figuren begleiten den Besucher. Fotos, Filme, Audiobeiträge sowie Interviews zu Räumlichkeiten sind ebenfalls abrufbar", informiert die ASL Schlossbetriebe gGmbH. Die Ausleihe kostet zwei Euro zusätzlich. Zudem kann zur Jubiläumsausstellung "Kurfürst mit Weitblick" kostenlos eine App heruntergeladen werden. In kurzen Touren begleiten historische Persönlichkeiten und Tiere den Besucher durch die Schau.Schloss Lichtenwalde: Im Schloss und Park Lichtenwalde werden mittels "Sterntaler-App" Märchenbilder zum Leben erweckt. Die Angebote für Augustusburg und die Führungen hier und in Lichtenwalde gibt es auch auf Englisch.

Burg Kriebstein/Burg Mildenstein: Susanne Tiesler, Leiterin der Burgen Kriebstein und Mildenstein, ist gespannt, welchen Mehrwert eine neue Schlösserland-App bietet, an der gerade gearbeitet wird und die man sich später kostenfrei aufs eigene Smartphone holen kann. Laut der zuständigen Gesellschaft soll es damit möglich sein, Geschichte auf interaktive, digitale Art zu entdecken. Audioguides gibt es aktuell in Kriebstein und Mildenstein nicht. Dafür finden in der Saison fast täglich Führungen in Deutsch und weit seltener auch auf Englisch statt. In Mildenstein besteht auch die Möglichkeit für eine Führung auf Russisch und Ukrainisch, was bisher noch nicht wahrgenommen wurde.

Schloss Rochsburg: Die sechsjährige Lucy aus dem brandenburgischen Seelow hält ein schwarzes Gerät in der Hand, etwa so groß wie eine Schokoladentafel. Sie drückt auf einen Knopf, und nun tönt es aus dem Audioguide: "Hallo, mein kleiner Gast. Ich bin Eduard, die Fledermaus, und zeige dir die kleinen und großen Geheimnisse auf Schloss Rochsburg." Gewählt hat Lucy mit ihren Eltern die Version für Kinder. Es gibt auch eine für Erwachsene und in leichter Sprache und eine in Englisch. Der Rundgang durch die Rochsburg kann ganz individuell gestaltet werden, ausgewählt werden muss immer die Nummer einer Station. "Das wird sehr gut angenommen. Auch zeitgenössische Musik erklingt", sagt Schlosschef Andreas Quermann. Seit vier Jahren hält das Haus die Guides, deren Ausleihe zwei Euro zusätzlich kostet, bereit. Viele Ältere würden sie lieben. Doch auch für die Rochsburg wird es die neue Schlösserland-App geben und damit eine technikaffine Klientel angesprochen werden.

Schloss Rochlitz: Auch auf Schloss Rochlitz erwartet man mit Spannung dieses neue Angebot. "Wir können dann selbst auf die Inhalte zugreifen und auch Veränderungen im Schloss aufnehmen. Tonspuren, Bilder, kleine Rätsel können eingearbeitet werden. Inhaltlich ein Quantensprung", sagt Museumspädagogin Antje Krahnstöver. Man wird sich die App schon zu Hause oder im Kassenbereich herunterladen können und könne dann offline im Schloss unterwegs sein. Abgeschafft wurden mit der Coronazeit der Hygiene wegen die seit 2013 existierenden, zuletzt aber immer weniger genutzten Audioguides, die es in Deutsch und Englisch gab. Einige digitale Angebote gibt es aber im Schloss, auch auf Englisch. Und es besteht die Möglichkeit für Führungen: auf Deutsch, Englisch und, bislang weniger genutzt, Russisch.

Schloss Colditz: Auf Schloss Colditz baut man auf die persönliche Führung, sagt Cornelia Kasten, Geschäftsführerin der Colditzer Stadt, Land, Schloss gGmbH, die das Haus bewirtschaftet. Durch seine Bekanntheit als Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere im Zweiten Weltkrieg kommen die meisten Gäste aus dem Ausland, überwiegend aus dem englischsprachigen Raum, aber auch aus Spanien, Italien, Belgien, den Niederlanden. Wegen der Coronapandemie seien es zurzeit weniger. Über das Museum hinaus ist das Schloss mit Kapelle, Fluchttunnel, Segelflieger und mehr nur mit Führung zu sehen, diese in Deutsch und Englisch möglich.

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