Skisaison-Absage: Liftbetreiber verzichten auf Fördergeld

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Coronabedingt hatte der Freistaat Mitte Januar die alpine Skisaison abgesagt. Den Liftbetreibern wurde ein Verlustausgleich in Aussicht gestellt. Bislang ist kein Geld geflossen.

Augustusburg/Falkenau.

Für Enttäuschung hat Jörg Hammer keinen Platz: "Wir hatten keine Erwartungen, deshalb können wir auch nicht enttäuscht sein", sagt der Gesellschafter des Augustusburger Freizeitzentrums "Rosts Wiesen" (AFR).

Mit der Absage der alpinen Skisaison im Freistaat durch das Staatsministerium für Kultur und Tourismus am 12. Januar wegen der anhaltend hohen Corona-Inzidenzwerte war die Ankündigung verknüpft, dass Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) mit den Skiliftbetreibern über Möglichkeiten beraten wird, Einnahmeausfälle zu kompensieren. Schließlich gab es nach zwei Wintern ohne nennenswerten Schnee Anfang des Jahres endlich wieder einmal beste Wintersportbedingungen im Erzgebirge.

Der Freistaat hat die angekündigten Ausgleichszahlungen in das Förderprogramm "Neustart Tourismus und Modellprojekte" gepackt. Eine Grundvoraussetzung für mögliche Zahlungen sind damit regionale touristische Angebote. Damit haben vor allem die kleinen, vereinsgeführten Skilifte keine Chance, ihre Verluste zumindest teilweise mit Fördergeld ausgleichen zu können. Der Skiclub in Falkenau hat deshalb auf einen Antrag verzichtet. "Wir haben uns das zusammen mit dem Steuerberater angeschaut und erkannt, dass sich der Aufwand eines Antrages nicht lohnt", sagt der Vorsitzende des Skiclubs, Jens Thierbach. Der Schlepplift am Plauer Berg in Falkenau ist im vergangenen Winter trotz bester Skibedingungen nicht im Betrieb gewesen, der Imbiss "Öltheke" blieb geschlossen. Die neuen Schneekanonen konnten nur kurz getestet werden. Lediglich zum Rodeln hatte der Skiclub, der etwa 60 Mitglieder zählt, den rund 300 Meter langen Hang freigegeben. Und immerhin sorgte ein Spendenaufruf für große Resonanz.

Auch das Augustusburger Freizeitzentrum "Rosts Wiesen" hat darauf verzichtet, Fördermittel zu beantragen. Jörg Hammer nennt ebenfalls den hohen Aufwand und die äußerst geringen Erfolgsaussichten als Gründe für den Verzicht.

Wie der Sprecher des Ministeriums für Kultur und Tourismus, Jörg Förster, sagt, seien aktuell 37 Anträge für die seit Anfang Mai rechtskräftige Förderrichtlinie "Neustart Tourismus und Modellprojekte" gestellt worden. Geld wurde bislang noch nicht ausgezahlt. Erste Auszahlungen seien Förster zufolge aber für die kommenden Wochen zu erwarten. Insgesamt stehen 2 Millionen Euro zur Verfügung, die maximale Förderung im Einzelfall beträgt 300.000 Euro.

Die Skiliftbetreiber in Falkenau und Augustusburg lassen sich trotzdem nicht entmutigen. Die kommende Skisaison wird trotz aller Ungewissheit vorbereitet. Einige Arbeiten an der Technik seien bereits erledigt worden, sagt Jörg Hammer. Er hofft, das künftig bei politischen Entscheidungen zum Skibetrieb die Akteure ein stärkeres Mitspracherecht haben. "Wir werden unsere Anlagen wie immer rechtzeitig aufbauen", sagt Jens Thierbach.

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