Stadtrat stimmt zu: Augustusburg will Testregion für Lockdown-Ausstieg werden

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Nach dem Test für den Corona-Warn-Buzzer ist die Stadt damit einen Schritt weiter, zum zweiten Mal zur sächsischen Testregion zu werden.

Augustusburg.

Der Stadtrat unterstützt die Bemühungen der Stadt Augustusburg, zur Test-Region für eine Ausstiegsstrategie aus dem Lockdown zu werden. Die Stadträte haben am Dienstagabend mit großer Mehrheit einen entsprechenden Grundsatzbeschluss verabschiedet, der die Finanzierung sichern soll. Ohnehin rechnet Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) damit, dass seine Stadt nicht auf den Kosten sitzen bleibt. 

Nach dem Test für den Corona-Warn-Buzzer ist Augustusburg damit einen Schritt weiter, um zum zweiten Mal zur sächsischen Test-Region zu werden. Bei dem Pilotprojekt soll mit einer örtlich begrenzten Strategie aus kostenlosen Corona-Schnelltests und digitaler Eintrittskarte ein Weg aufgezeigt werden, der bei niedriger Inzidenz aus dem Lockdown führt. Gastronomiebetriebe und kulturelle Einrichtungen im Ort sollen für getestete Gäste und mit getesteten Mitarbeitern in der Testphase wieder öffnen können.

Die juristischen Prüfungen des Prozederes, das ein lückenloses Testregime und die digitale Nachverfolgung und Information in Echtzeit umfasst, läuft nach den Worten des Bürgermeister derzeit. In einer Drive-In-Variante könnten Autofahrer kontaktlos getestet werden. Für sie wie auch für Interessenten, die zu Fuß kommen, wären laut Neubauer Zeitfenster vorgesehen, die sie nach telefonischer oder digitaler Voranmeldung für den Besuch im Testzentrum erhalten. Neben Augustusburg will sich Oberwiesenthal am Pilotprojekt beteiligen, über das eine Entscheidung auf Landesebene im März erwartet wird. 

Sowohl Gäste, als auch Bewohner der Stadt, die ein Negativattest für ihre berufliche Tätigkeit benötigen, sollen die Tests nutzen können. Über eine spezielle App gibt es bei einem negativen Ergebnis einen QR-Code. Gäste würden damit für drei Tage zum Besuch von Gaststätten, Hotels sowie Kultur- und Sporteinrichtungen freigeschaltet. 

Skeptikern, die die Testbereitschaft anzweifeln oder einen möglichen Ansturm auf die Stadt fürchten, hielt Dirk Neubauer am Dienstagabend den großen Handlungsdruck angesichts existenziell gefährdeter, monatelang geschlossener Hotels und Gastronomiebetriebe entgegen: "Wir müssen etwas tun", beschwor der Kommunalpolitiker die Räte. (grit)

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 15
    5
    ChWtr
    24.02.2021

    Ich denke, wir sind an einem Punkt angekommen, wo alle Verantwortlichen sich fragen lassen müssen, wollen wir so leben - müssen wir künftig weiterhin Einschränkungen in Kauf nehmen oder können wir uns wie früher ungestraft und spontan fortbewegen? Wenn man den Mensch als Testperson bei Corona versteht und das Zusammenleben künftig zu sehr reglementiert, werden wir unsere Identität verlieren und das Virus hätte durch die Hintertür trotz Impfstoff und Testabstriche gesiegt. Wir müssen Augenmaß, aber auch Schritt halten beim Umgang mit der Pandemie, die leider weltweit viel zu viele Opfer durch Tod und Langzeitschäden gefordert hat.

    Ist der Ausblick, dass ein "normales Leben" vorerst verwehrt bleibt!!! ?

  • 10
    10
    1212178
    23.02.2021

    Ich würde es begrüßen. Geht das in die Richtung, zu der sich Jens Weißflog geäußert hat?

  • 18
    7
    fnor
    23.02.2021

    "Digitale Eintrittskarte" Ich dachte, das ist die chinesische Lösung und in Deutschland undenkbar.