Corona: Das ist die Lage am Wochenende in Mittelsachsen

Ein Appell von Krankenhausmitarbeitern und eine gesicherte Wasserversorgung: Das sind die Neuigkeiten aus Mittelsachsen.

Fälle: Im Landkreis Mittelsachsen gibt es neue Fälle. Wie viele, gibt das Landratsamt nicht bekannt. Im Landkreis gab es am  Freitag 24 Fälle. Von den elf neuen Erkrankten stammen sieben aus dem Raum Freiberg und vier aus dem Raum Mittweida. Erstmals gibt es zwei Fälle in den Räumen Freiberg und Mittweida, wo nicht ermittelt werden kann, wie sich die Personen infiziert haben.  Fünf Erkrankte im Alter von 20 bis 65 Jahren wurden durch Kontaktpersonen infiziert und bei vier Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer. 68 Personen befinden sich in Quarantäne. 

Krankenhäuser: Das Landratsamt prüft die Inbetriebnahme der geschlossenen Krankenhausstandorte in Frankenberg und Rochlitz. Das bestätigt Pressesprecher André Kaiser auf Nachfrage. Derzeit könne man aber noch keine belastbaren Aussagen treffen. "Aus jetziger Sicht wäre eine Wiedernutzung solcher Standorte beispielsweise eine große personelle Herausforderung. Auch sind sicherlich auch eine Menge Vorbereitungsarbeiten erforderlich."

Regio-Bus: Die Busse in Mittelsachsen fahren ab Montag, 23. März nach Ferienfahrplan. Grund sind die wenigen Fahrgäste im Zuge der Schulschließungen. Die Fahrpläne sind online abrufbar. 

Hotline: Die Telefon-Hotline des Gesundheitsamtes war an diesem Wochenende jeweils von 9 bis 13 Uhr gut frequentiert. An beiden Tagen gab es insgesamt über 100 Anrufe.

Auf dem Freiberger Obermarkt zumindest scheinen sich die Leute an die Aufforderung, daheim zu bleiben, zu halten. Am Vormittag ist er menschenleer. Anders auf einem Bolzplatz an der Chemnitzer Straße in Freiberg: Dort ignorierten Jugendliche die Absperrung und rissen die Bänder ab. Laut Nachbarn hatten sich am Wochenende viele Jugendliche auf dem Skaterplatz und Bolzplatz gesammelt. Als Sonntagmittag die Polizei vor Ort war, waren jedoch niemand mehr da.

Bürgerinformation: Die Gemeindeverwaltung Bobritzsch-Hilbersdorf hat am Wochenende ein Bürgerinformationsblatt an die Haushalte verteilt. Darin ruft Bürgermeister Rene Straßberger noch einmal eindringlich dazu auf, dass jeder seinen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus leisten solle. Auch bittet er darum, denjenigen, die nicht die Möglichkeit haben, selbst einzukaufen oder ähnliche Dinge zu verrichten, Hilfe anzubieten. "Bitte verzichten Sie in dieser Zeit, wo immer auch möglich, auf soziale Kontakte und vermeiden Sie größere Menschenansammlungen", so Straßberger weiter. Für die Versorgung solle man die örtlichen Unternehmen nutzen, etwa der Edeka-Markt im Ortsteil Niederbobritzsch. Außerdem bietet die Gaststätte "Goldener Löwe" weiterhin eine Belieferung mit Mittagessen im Gemeindegebiet an.  (wjo)

Podcast: Die Shows der Noten-Dealer sind verschoben. Doch für die Fans haben sie sich etwas ausgedacht: einen Podcast.

Aktion: Über Facebook hat ein Schlettauer die Erzgebirger aufgerufen, ihre Schwibbögen ins Fenster zu stellen, um in der Corona-Krise ein Zeichen der Zuversicht zu senden.

Versorgung: Die Corona-Pandemie führt zu einer Ausnahmesituation, aber die Wasserver- und entsorgung ist gesichert. Die Zweckverbände fühlen sich gut gewappnet. Denn sie haben ihre Notfallpläne aktiviert. Und so kann das Wasser weiter ungehindert aus dem Hahn fließen. Auch das Abwasser wird entsorgt. Doch einige Dienstleistungen sind eingestellt. Mehr lesen Sie unter Corona: Mittelsachsen wappnet sich.

Beispiel Frankenberg: In Frankenberg sind kaum noch Menschen auf den Straßen, Spielplätze sind nach der Allgemeinverordnung abgesperrt. Nur bei Lebensmittelgeschäfte herrscht reges Treiben, Parkplätze sind überfüllt.

Krankenhaus Mittweida: Die Corona-Epidemie ist auch für die Mitarbeiterinnen im Krankenhaus Mittweida das nahezu alle Gespräche bestimmende Dauerthema. Dazu gehört aber nicht nur die intensive Vorbereitung auf eine mögliche stationäre Aufnahme von Corona-Erkrankten. So wird auch das Verhalten von Menschen kritisch bewertet, die sich entgegen aller Aufforderungen zur weitgehenden Isolation in größeren Gruppen treffen und so das Risiko der Virus-Verbreitung noch erhöhen.

Ein bisschen Vorfreude muss dann doch sein: Ostern wird in diesem Jahr wohl ganz anders verlaufen, als es von vielen Familien ursprünglich geplant war. Doch die Bewohner von Falkenau haben jetzt ein Zeichen gesetzt und am Samstag die Osterhasenfamilie aus ihrer Behausung geholt und in der Ortsmitte vor dem Volkshaus platziert. "In der aktuell schweren Zeit haben wohl alle mit Corona-Sorgen zu kämpfen. Aber mit dem Aufstellen der Figuren wollen wir gerade jetzt im Ort für einen Lichtblick sorgen und den Leuten Mut machen, dass es trotz dieser Krise weiter geht", sagte Peter Pötzscher, der nicht nur tatkräftig mit angepackt, sondern mit seinem LKW auch den Transport übernommen hatte.


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