Freiberg pflanzt: Bündnis will 40.000 Bäume für die Stadt

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Ob im privaten Garten, auf Firmengelände, in Kindergärten oder im Wald - für mehr Grün startet ein Umweltbündnis eine neue Aktion mit klarem Ziel.

Freiberg.

Der Herbst ist geradezu geeignet für ein Ziel, das umweltaktive Gruppierungen mit den Freibergern gemeinsam verwirklichen möchten: "40.000 Bäume: Jeder Freiberger pflanzt einen Baum". Dazu ruft das Bündnis auf, zu dem die Freiberger Agenda 21, der Nabu Freiberg, Fridays for Future Freiberg, Bündnis 90/die Grünen, die AG Umwelt der TU Bergakademie, Freiberg für alle, pro Wald Freiberg, Fair Kauf Ladencafé und BUND Freunde der Erde gehören. "Uns allen liegt auch die Natur in der unmittelbaren Umgebung sehr am Herzen. Aufgrund des katastrophalen Zustandes im Freiberger Stadtwald sowie der sich verschlimmernden Klimafaktoren in Freiberg und überall in der Welt wollen wir aktiv zum Schutz und Aufbau von Wäldern beitragen", heißt es in einem vom Bündnis gedruckten Flyer.

"Es soll eine Aktion für alle sein, mitmachen kann und soll jeder einzelne", sagt Elke Koch, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Freiberger Stadtrat. Gemeinsam mit Jenny Fritzsche und Carola Zscheile vom Bündnis setzte sie jetzt in einem Privatgarten am Meißner Ring in der Silberstadt eine Edeleberesche innerhalb der Aktion. "Unser erstes Ziel ist es, zusammen mit möglichst vielen Freibergern schon 20.000 Bäume bis Ende 2023 zu pflanzen", so die Stadträtin. Dabei sei es gleich, ob dies auf Privatflächen, auf städtischem Gebiet oder im Stadtwald passiere. Obwohl die Aktion erst wenige Tage laufe, gibt es laut Elke Koch bereits ein großes Feedback. Sowohl Kirchgemeinden als auch die Partei die Linke wollten dabei sein. Die Freiberger Gärtnerei Bimberg habe gleich zum Start Bäume gespendet. Das Bündnis konnte diese an einem eigenen Stand zum globalen Klimastreik, an dem sich auch Fridays vor Future Freiberg auf dem Obermarkt beteiligte, verkaufen. "Wir erhalten schon Spenden, die wir für die Aktion nutzen", sagt Elke Koch. Das Bündnis werde in diesen Tagen ein Spendenkonto eröffnen und darüber informieren. Von dem Geld könnten dann beispielsweise für Aktionstage Bäume angeschafft und weiterverkauft werden. "Grundsätzlich ist aber angedacht, dass jeder selbst Bäume kauft und pflanzt", so die Fraktionsvorsitzende. Das Bündnis will außerdem gemeinsame Baumpflanzaktionen starten, an denen jeder teilnehmen kann. "Außerdem bieten wir Firmen, Kindereinrichtungen und Schulen, aber auch Grundstückseigentümern und Privatwaldbesitzern bei ihren Pflanzaktionen unsere Hilfe an", sagt Elke Koch. Auch Patenschaften für die Pflege von Bäumen seien möglich. Rückmeldungen nimmt das Bündnis unter E-Mail freibergpflanzt@posteo.de, auf Facebook oder Instagram unter @freibergpflanzt entgegen.

Die Stadt Freiberg engagiert sich kommenden Monat mit einer Baumpflanzaktion ebenso für den Waldbestand der Kommune. "Für 2021 hat der Verwaltungsausschuss beschlossen, dass in der Nähe des Waldbades eine Erstaufforstung von 2,75 Hektar mit 11.000 neuen Bäumen - vorwiegend Stileiche, Winterlinde und Hainbuche - erfolgt. Der Startschuss dafür fällt am 4. November, 10 Uhr, mit den Freiberger Kindergärten und Schulen", sagt Oberbürgermeister Sven Krüger.

Der Stadt sei die Pflege und Erweiterung des fast 1000 Hektar umfassenden Waldbestandes großes Anliegen. Bereits 2013 seien in Kleinwaltersdorf 2,18 Hektar Mischwald erstmalig angelegt worden. 2019 seien Wiederaufforstungen von 4,6 Hektar als Aussaat und mehr als 9000 Bäumen erfolgt. Im vorigen Jahr habe die Stadt 3,8 Hektar (mehr als 10.000 Bäume) mit Unterstützung des PEFC, dem Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen, aufgeforstet. Weitere Maßnahmen fanden statt. "Insofern freuen wir uns, wenn private Initiativen sich parallel diesem Thema widmen", sagt der OB. Die Stadt lädt die Initiatoren des Bündnisses ein, sie bei der Pflanzaktion im November zu unterstützen.

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