Freiberger Oberbürgermeister kündigt Initiative zu Coronaregeln in Mittelsachsen an

Rathauschef sieht Lage im Einzelhandel als größtes Problem an

Freiberg.

Der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) hat zu Beginn der Stadtratssitzung am Donnerstag deutliche Kritik an den Coronaregeln im Freistaat Sachsen geäußert. So bezeichnete es das Stadtoberhaupt als unverständlich, dass Kantinen geschlossen worden seien: "Die Folge davon ist, dass die Mitarbeiter jetzt in kleinen Büros essen." Firmen der Halbleiterindustrie in Freiberg wie die Siltronic AG und die FCM Freiberger Compound Materials GmbH stelle das Kantinenverbot vor besondere Schwierigkeiten; für letztere habe die Stadt daher auch eine Ausnahmeregelung erlassen. Die Stadtverwaltung sei nahezu wöchentlich mit neuen Regelungen beschäftigt gewesen, so Krüger weiter. So seien Entwürfe von Verordnungen am Mittwochnachmittag im Rathaus eingetroffen - mit der Bitte um Stellungnahme bis Donnerstag, 8 Uhr. Die Papiere umfassten zum Teil rund 30 Seiten: "Das liest man nicht einfach nebenbei."

Als größtes Problem bezeichnete der Rathauschef die Lage im Einzelhandel. Während im Gastronomiesektor vereinzelt schon Hilfsgelder geflossen seien, würden die Unterstützungsanträge für die Läden erst Mitte Februar online gestellt. Mittelsächsische Bürgermeister würden daher gemeinsam mit Kreispolitikern eine Initiative starten, kündigte Krüger an. Einzelheiten wollte er dazu noch nicht nennen. Jedoch kritisierte der Freiberger OB, dass das "Click & Collect"-System in Sachsen - anders als in anderen Bundesländern - nicht zugelassen sei. Der Begriff beschreibt ein Bestell- und Abholsystem: Die gewünschte Ware wird vom Kunden zuerst beispielsweise auf einer Internetseite angeklickt und dann an der Ladentür in Empfang genommen. (jan)
 

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