Gesucht: Zeitzeugen der Schloss-Vergangenheit

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Die Schlossbetriebe in Augustusburg wollen die NS-Vergangenheit neu dokumentieren. Ein Künstler soll dabei helfen.

Augustusburg.

Im 450. Jubiläumsjahr des Schlosses Augustusburg steht die Vergangenheit im Mittelpunkt. Mit einer Sonderausstellung, einem Festwochenende und einer Vielzahl von Veranstaltungen soll an die Zeit erinnert werden, als der Kurfürst August von Sachsen das Jagdschloss in rekordverdächtigen vier Jahren Bauzeit errichten ließ.

Doch auch die jüngere Vergangenheit des Schlosses soll stärker in den Fokus rücken. Während der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 war das Schloss nicht nur Standort einer Gauleiterschule, sozusagen eine Nazi-Kaderschmiede, sondern es war auch eines der frühen Konzentrationslager, in die die Nazis politische Gegner verschleppten, um sie dort zu misshandeln und auszulöschen. Felix Forsbach hat sich im vergangenen Jahr als Residenzkünstler in Augustusburg ein halbes Jahr lang mit der NS-Vergangenheit der Kleinstadt und des Schlosses beschäftigt. Mit dem Projekt "Augustusburger Protokolle" hat er seine Rechercheergebnisse und die daraus resultierenden Aktionen als interaktive Plattform im Internet veröffentlicht.

Jetzt wird das Projekt im Auftrag der Schlossbetriebe Augustusburg als Kooperation mit Felix Forsbach fortgesetzt. Der Künstler hatte bereits während seiner Recherchen festgestellt, dass es eine Vielzahl von Berichten und Erzählungen aus der dunklen Zeit gibt, aber nur wenige Akten und Dokumente. Die Schlossbetriebe Augustusburg suchen nun Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Unterlagen, zum Beispiel Briefe und Fotos, aber auch Gegenstände. Zentrales Anliegen sei das "Nie-Vergessen", sagt die Geschäftsführerin der Schlossbetriebe Patrizia Meyn. Ein längerfristiges Ziel sei zudem, Projekte mit Schulen zu diesem Thema zu erarbeiten, eine Dokumentationen zu veröffentlichen und daraus eine Ausstellung zu entwickeln. Erstes sichtbares Resultat ist die restaurierte Gedenktafel am nördlichen Schlosstor, die unter anderem an die im Schloss Inhaftierten erinnert.

freiepresse.de/augustusburg

Kontakt Zeitzeugen können sich bei Museumsleiterin Claudia Glashauser melden: Ruf 037291 38020 oder E-Mail claudia.glashauser@die-sehenswerten-drei.de. Felix Forsbach ist per Mail archiv@augustusburger-protokolle.org zu erreichen.

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