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Wir sind Fasching: Die Karnevalshochburg Ringethal verbindet Generationen

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Am Samstag steigt im Ritterhof Altmittweida die erste Abendveranstaltung des Ringethaler Carnevalsvereins. Dafür gibt es nur noch Stehplatzkarten. Mit dabei und immer in Bewegung ist Familie Hellriegel, und das schon seit 2009. Die beiden Töchter tanzen nicht nur in der Funkengarde.

Ringethal.

Wenn die Funken in den Saal kommen, geht der Präsident zu Boden. So geschehen am Mittwochabend im "Ritterhof" Altmittweida, wo der Ringethaler Carnevalsverein (RCV) seine Spielstätte hat. Es ist die Probe für die erste große Veranstaltung am Samstag. Und es muss noch einiges vorbereitet und dekoriert werden. Also packt RCV-Präsident Tom Schreiter mit an, in dem Fall kniend auf der Tanzfläche, um die Banner zum Aufhängen vorzubereiten.

Der RCV ist mit fast 100 Mitgliedern eine richtige Karnevalshochburg. "Es sind zwar nicht alle aktiv eingebunden, aber der Verein ist gut aufgestellt", erzählt Schreiter. "In der Coronazeit hat uns niemand verlassen. Den Zusammenhalt haben Ausflüge und gemeinsame Wanderungen gestärkt."

Vom Prinzenpaar zum Vorstand

Neue und vor allem junge Gesichter kommen weiterhin zum RCV, denn der Fasching spielt in Ringethal, Hermsdorf und Falkenhain eine sehr große Rolle. Irgendwann konnte sich auch Familie Hellriegel dem RCV nicht mehr entziehen. Das war im Jahr 2009. Albrecht und Caren wurden Prinzenpaar, nachdem sie schon viele Feten besucht hatten und auch mehrmals gefragt wurden. Ihre Töchter Josefine und Michaela steigen bei der damals neu gegründeten Nachwuchstanzgruppe "Crazy Niners" ein.

Josefine, jetzt 25 Jahre alt, entdeckte schon als Grundschülerin im Hort "Sonnenschein" in Mittweida das Tanzen für sich, trainierte dort bei Anett Schmieder, die auch beim RCV aktiv ist. "Man kommt bei uns auf dem Dorf am Fasching gar nicht vorbei und wächst in den Verein rein", erzählt Josefine.  Einen Zwang habe es aber nie gegeben, und Spaß mache es ihr immer noch. Mit ihrer vier Jahre jüngeren Schwester tanzt sie heute in der Funkengarde, der nun 16 junge Frauen angehören.

Ausverkauftes Haus schon fast normal

Mama Caren tanzt auch, und zwar in der Gruppe der "Retros". Sie ist  55 Jahre alt und damit genauso alt wie der Verein. Sie spielt zudem in Sketchen mit, schreibt dafür auch Texte. Ihr Amt im Vorstand hat sie aber inzwischen an ihre Tochter Josefine abgegeben. Vater Albrecht (53) ist als Feuerwehrmann in Hermsdorf und Ringethal bekannt. Eine Uniform hat er auch beim RCV, denn er ist Minister. Er kümmert sich vor allem um Sponsoren, denn allein vom Eintrittsgeld ist das Vereinsleben nicht zu finanzieren.

Dabei können sich die Ringethaler auf eine große Stammkundschaft verlassen. Nach zwei Jahren ohne Saalfeten waren im November 2022 gleich zwei Abende im Ritterhof ausverkauft. "Klappe die Elfte, Schnitt Helau, Regie führt heut' der RCV!" lautet das Motto dieser Saison. Auch aktuell sind kaum noch Karten für die drei Abende des RCV zu bekommen, Sitzplätze gibt es nur noch für den 11. Februar. "Wir bieten für alle Termine aber noch Stehplatzkarten an, die man vor Ort kaufen kann", erklärt Vereinssprecherin Francis Pohl. Das gelte auch für den 4. und 18. Februar. 

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