Querelen um Hausabriss haben ein Ende gefunden

Schandfleck am Peniger Mühlgraben verschwindet im April - Fenster- und Türeinfassungen aus Porphyr rufen Denkmalschützer auf den Plan

Penig. Das bereits seit 1996 leer stehende Haus Mühlgraben 5 (Hintergebäude der Brückenstraße 11), das als Schandfleck vor sich hin gammelte, darf endlich abgerissen werden. Die Eigentümerin, die Le Coiffeur GmbH, hat nach mehr als 50 Monaten Kampf, Anfang Februar endlich eine so genannte denkmalschutzrechtliche Genehmigung zum Abbruch des Gebäudes erhalten.

Das unscheinbare Gebäude wurde zunächst vom Dresdener Landesamt für Denkmalpflege als Einzeldenkmal eingestuft - ein Wohnhaus in so genannter geschlossener Bebauung. Im Schlussstein, der aus Sandstein errichteten Türeinfassung, ist die Jahreszahl 1712 eingearbeitet. Die Besonderheit des Bauwerkes besteht den Denkmalschützern zufolge darin, dass alle anderen Fenster- und Türeinfassungen aus Rochlitzer Porphyr hergestellt wurden.

Trotzdem steht das Gebäude seit 1996 leer. Wie in dem Zusammenhang Carla Hofmeister, Chefin der Le Coiffeur GmbH, erklärte, sei es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, einen neuen Mieter oder Gewerbetreibende für das Objekt zu finden. Hinzu kam das Augusthochwasser vor sechs Jahren, wo der Gebäudekomplex, wie alle Häuser entlang des Mühlgrabens, bei einem Wasserstand von mehr als einem Meter arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach den Aufräumungsarbeiten und der Überprüfung des Gebäudes hinsichtlich einer Sanierung - eine Nutzung in Verbindung mit dem Vorderhaus wurde damals nach wie vor angestrebt - kam die nüchterne Wahrheit ans Licht: Eine Erneuerung des Hauses ist unmöglich. Daraufhin hatte die Eigentümerin 2003 einen Abrissantrag gestellt, der aber von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes in Mittweida in Verbindung mit dem Landesamt abgelehnt wurde.

Carla Hofmeister wollte sich mit der Entscheidung nicht zufrieden geben und lies nichts unversucht, um eine entsprechende Genehmigung zu erhalten. Doch auch bei diversen Vor-Ort-Terminen mit den verantwortlichen Denkmalpflegern gelang es nicht, eine Einigung zu erzielen. Der "städtebauliche Missstand" blieb bestehen, stach damals auch den Rathausmitarbeitern ins Auge. So wurde im Vorjahr ein erneuter Antrag der Eigentümerin gestellt. Erneut unterstützte die Stadtverwaltung das Vorhaben, da sich laut Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) der Abriss positiv auf die Umgestaltung des Mühlgrabens auswirken würde. Doch erneut flatterte ein ablehnender Bescheid bei Hofmeister in den Briefkasten.

Erst Anfang Februar, also nach mehr als fünf Monaten, wurde die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zum Abbruch des Gebäudes "unter Auflagen" erteilt. Somit hatte die Odyssee zur Erlangung einer Abbruchgenehmigung "nach mehr als 50 Monaten noch ein positives Ende gefunden", freut sich die Eigentümerin. Die Penigerin ist zudem darüber froh, dass mit Hilfe der Stadtverwaltung, der Entwicklungsgesellschaft mbH und dem Stadtrat die Voraussetzungen zur Förderung des Abbruchs geschaffen werden konnten. "Ohne diese Hilfe hätte der Abriss, den die Firma Eberherr im April ausführt, nicht erfolgen können", freut sich Hofmeister.

Gleichzeitig erfolgt laut Eulenberger ein Beitrag zur Gestaltung des Grundstücks im Zuge der Sanierung des Mühlgrabens. Die Eigentümerin will außerdem nach dem Abriss weitere Bauarbeiten zur baulichen Instandhaltung des Seitengebäudes durchführen. (HHST)

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