"Allgemeines Phänomen"

Der Autor der Studie schließt eine Trendwende nicht aus

Hanna Roth hat sich mit Konstantinos Giannakouris vom europäischen Statistik-Amt Eurostat über seine Berechnungen unterhalten.

Freie Presse: Chemnitz soll 2030 die "älteste Region" Europas sein. Welche Methode haben Sie bei Ihrer Berechnung verwendet?

Konstantinos Giannakouris: Zuerst einmal ist wichtig: Es handelt sich hier um eine statistische Vorausberechnung, die ein mögliches Szenario beschreibt. Ich betreibe also keine Vorhersage, sondern stelle vielmehr die Frage "was wäre wenn?".

Freie Presse: Was meinen Sie damit?

Giannakouris: Das Szenario basiert auf Annahmen, wie sich die drei Faktoren Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Zu- beziehungsweise Abwanderung bis 2030 auf die Bevölkerungsentwicklung der Regionen auswirken werden. Für alle drei Faktoren werden Modelle erstellt, die mit den für Gesamtdeutschland zu erwartenden Zahlen verglichen werden.

Frage: Wie kommt das Szenario für Chemnitz zustande?

Giannakouris: Chemnitz hat verglichen mit Gesamtdeutschland eine niedrigere Geburtenrate. Seit mehreren Jahren kommen dort weniger Kinder zur Welt als in anderen Regionen. Unser Modell beginnt hier also schon bei einem niedrigen Ausgangspunkt. Gleichzeitig haben viele Menschen in den vergangenen Jahren die Gegend verlassen. Das hat zu einer Bevölkerungsstruktur geführt, die schon gealtert ist.

Freie Presse: Überrascht Sie das Ergebnis Ihrer Studie?

Giannakouris: Nein, denn wir haben es hier mit einem allgemeinen Phänomen zu tun. Europas Bevölkerung altert. Die Projektion für Chemnitz ist nur ein Teil davon. Selbstverständlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Bedingungen ändern.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...