Chemnitz und Zwickau wählen neue Rathausspitze

Die Einwohner sind erneut zur Wahl des Spitzenamts in ihrer Stadt aufgerufen. In beiden Städten dürfte es ein spannender Wahlabend werden.

Chemnitz/Zwickau. Oberbürgermeisterwahl Runde zwei: Weil im ersten Wahlgang im September keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen holten, sind die Menschen in Chemnitz und Zwickau am Sonntag erneut zur Wahl aufgerufen. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit der Stimmen, um das neue Stadtoberhaupt zu werden. In Chemnitz treten von den ursprünglich neun noch fünf Bewerber um den Posten an der Rathausspitze an. In Zwickau stehen zwei Frauen zur Wahl.

In Sachsens drittgrößter Stadt Chemnitz lag SPD-Bewerber Sven Schulze in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Almut Patt (CDU) im ersten Wahlgang knapp vorn. Für den entscheidenden Wahlabend kann sich der amtierende Finanzbürgermeister laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Chemnitzer «Freien Presse» gute Chancen ausrechnen. Demzufolge käme er aktuell auf 33 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin der CDU erreichte demnach 23 Prozent, Susanne Schaper (Linke) 18 Prozent. Den parteilosen Bewerber Lars Faßmann würden 14 Prozent der Befragten wählen, AfD-Mann Ulrich Oehme zwölf Prozent.

In Zwickau kommt es nach dem Rückzug von drei der ursprünglich fünf Kandidaten zu einer Stichwahl zwischen Kathrin Köhler von der CDU und Constance Arndt, die für die Wählervereinigung «Bürger für Zwickau» antritt. Die amtierende Baubürgermeisterin holte im ersten Wahlgang 31,5 Prozent der Stimmen, Arndt kam auf knapp 22 Prozent.

Weil aber sowohl die Kandidatin der Linken als auch der parteilose Kandidat bei ihrem Rückzug eine Wahlempfehlung für Arndt abgegeben haben, dürfte es ein spannender Wahlabend werden. Für Ute Brückner hatten am 20. September knapp 14 Prozent und für Michael Jakob 16 Prozent gestimmt. Die Wahlbeteiligung lag in Zwickau bei rund 42 Prozent, in Chemnitz bei knapp 50 Prozent. 

Die beiden bisherigen Oberbürgermeisterinnen Barbara Ludwig und Pia Findeiß (beide SPD) verabschieden sich nach 14 beziehungsweise 12 Jahren von der Stadtspitze. Beide Städte sollten ursprünglich schon im Juni wählen, aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Wahlen jedoch verschoben.

Auch in vier weiteren Kommunen wird heute gewählt: Bei der Suche nach einem Nachfolger für die langjährige Bürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) in Schwarzenberg lag Parteikollege Ruben Gehart im ersten Wahlgang mit 44,9 Prozent deutlich vorn. Vier von fünf Kandidaten treten wieder an.

In Penig holte der CDU-Kandidat André Wolf (35,7 Prozent) die meisten Stimmen. Alle fünf Kandidaten stellen sich nochmals zur Wahl, um Thomas Eulenberger (CDU) zu beerben, der seit 1990 im Amt ist.

Martin Kunz von der Bürgerlichen Wählervereinigung, der im ersten Wahlgang 37,3 Prozent holte, hat in Hartenstein die größten Chancen, Nachfolger von Andreas Steiner (parteilos) zu werden. Drei von vier Kandidaten treten wieder an.

In Thum findet der erste Wahlgang der Bürgermeisterwahl statt. Drei Kandidaten von CDU, AfD und Bürgerliste treten an. Michael Brändel (Bürgerliste) hört nach zwei Amtszeiten auf. (dpa/oha)

 

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