Corona-Lage in Sachsen: Zweiter Landkreis mit Inzidenz über 1000

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Im Freistaat steigen auch am Sonntag die Inzidenzen. Die aktuellen Entwicklungen rund um die Pandemie in im Überblick.

Chemnitz.

Auch am Sonntag weist der Freistaat die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit aus: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Inzidenz-Wert von 670,9 (Vortag: 620,7). Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet wurden. Thüringen liegt mit 527,4 hinter Sachsen. Die niedrigste Inzidenz wurde für Schleswig-Holstein angegeben: 97,9.

In Sachsen wurden binnen eines Tages 4543 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit 376.391 Menschen im Freistaat mit dem Corona-Virus infiziert. Zudem wurden 13 neue Todesfälle gemeldet. 10.531 Menschen sind seit Pandemiebeginn im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung in Sachsen gestorben, das sind 13 neue Fälle seit Samstag.

Seit Sonntag weisen zwei sächsische Landkreise vierstellige Inzidenzen aus: Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stieg die Inzidenz auf 1153,6 (Vortag: 1146,2), geht aus Daten des RKI hervor. Das ist bundesweit die zweithöchste Inzidenz hinter dem Landkreis Rottal-Inn (1198,7). Der Landkreis Meißen meldet eine Inzidenz von 1124,9. Insgesamt wird für fünf Landkreise eine vierstellige Inzidenz verzeichnet.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Fünf-Millionen-Marke überschritten. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 33.498 Corona-Neuinfektionen, so dass seit Beginn der Pandemie 5.021.469 Ansteckungen erfasst wurden, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntagmorgen hervorgeht. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner stieg auf den neuen Höchstwert von 289,0.

Kretschmer befürchtet mehr Tote in vierter Corona-Welle: Deutschland stehen nach Überzeugung von Politikern und Ärztevertretern äußerst harte Wochen in der Corona-Pandemie bevor. «Die Welle, die wir vor uns haben, wird alle bisherigen Wellen in den Schatten stellen», befand Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). In der aktuellen vierten Pandemiewelle sind die Infektionszahlen auf ein Rekordniveau hochgeschnellt. «Diese vierte Welle wird mehr Opfer, auch mehr Todesopfer, verlangen als alles, was wir bisher kannten», wird Kretschmer in der «Bild am Sonntag» zitiert. Er stellte die Menschen zugleich darauf ein, dass die angespannte Situation noch Monate andauern wird. «Aus dem vergangenen Jahr wissen wir: Wir müssen bis Ostern durchhalten. Vorher wird diese Welle nicht zu Ende sein.»

Ansturm auf mobile Impfteams in Sachsen: Vor einer Woche hatte Sachsen als erstes Bundesland die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens eingeführt - zumindest auf die Impfbereitschaft hatte das positive Wirkung. Waren in der ersten Oktoberwoche an den mobilen Impfstellen pro Tag noch durchschnittlich 1451 Impfungen ausgegeben worden, stieg die Zahl in der vergangenen Woche auf 3737, sagte Kai Kranich vom DRK Sachsen, das die mobilen Impfteams koordiniert. Der Andrang sei aber vor allem auf die Auffrischungsimpfungen zurückzuführen.

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Corona-Lage in Chemnitz

Corona-Zahlen: Die 7-Tage-Inzidenz in Chemnitz ist den zweiten Tag in Folge auf einen Rekordwert gestiegen. Nach 586 neuen Fällen in zwei Tagen gab das Robert-Koch-Institut den Wert am Sonntag mit 564,2 an. So hoch war er noch nie seit Pandemiebeginn. Der bisherige Höchstwert war am 27. Dezember 2020 erreicht worden (464,4). Zudem sind am Wochenende laut RKI weitere vier Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben (insgesamt nun 564). Aktuell sind allerdings noch weniger Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten belegt als in der heftigen zweiten Welle im Winter. Um Weihnachten 2020 herum mussten 343 Personen stationär behandelt werden, davon 46 auf der Intensivstation. Am Freitag waren es 124 Personen in den Krankenhäusern der Stadt, davon 21 auf der Intensivstation. Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Klinikum schränkt OP-Programm ein: Wegen der steigenden Zahl an Covid-Patienten fährt das Klinikum Chemnitz planbare, nicht dringliche Operationen fast komplett zurück. Das Programm an Operationen werde von zuletzt 80 auf maximal 65 Prozent verringert, teilte der ärztliche Direktor Ralf Steinmeier am Freitag mit. Anlass sei die Sorge um die Belastung der Beschäftigten. Zudem müsse die Betreuung von Patienten in den Notaufnahmen, auf Intensiv- und Covid-Stationen abgesichert werden.

Corona-Lage im Erzgebirgskreis

Corona-Zahlen: Der Inzidenzwert im Landkreis ist am Sonntag auf 735,7 gestiegen (Vortag: 682,1). Laut RKI wurden binnen eines Tages 424 Neuinfektionen registriert. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Corona-Erkrankungen seit Pandemiebeginn im Erzgebirgskreis auf 40.722. Drei neue Todesfälle wurden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind 976 Menschen im Landkreis im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung gestorben.

Annabergs Oberbürgermeister fordert 1G-Regel: Für eine landesweite 1G-Regel gegen die Corona-Pandemie hat sich der Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz Rolf Schmidt (Freie Wähler) ausgesprochen. Demnach würden nur noch Getestete Zutritt etwa zu Innengastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen haben - egal ob geimpft oder ungeimpft, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Entscheidung der Landesregierung für 2G (geimpft, genesen) in weiten Teilen des öffentlichen Lebens sei der falsche Weg. Sie spiele Geimpfte und Ungeimpfte gegeneinander aus und führe dazu, dass weniger getestet werde. Zumal auch geimpfte Menschen sich mit dem Coronavirus infizieren und dieses weitergeben könnten.

Impfzentrum in Annaberg derzeit keine Option: Eine Wiedereröffnung des Annaberger Impfzentrums wird es so schnell nicht geben. Das hat Landrat Frank Vogel (CDU) zur jüngsten Pressekonferenz auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärt. Seine Einschätzung - aus der politischen Abwägung heraus - begründete er unter anderem damit, dass es derzeit zu viele bürokratische Hürden gebe, um diese Forderung umsetzen zu können.

Erste Schulen wegen Corona wieder komplett geschlossen: Im Erzgebirgskreis sind wegen mehrerer Coronafälle wieder erste Schulen geschlossen worden. Davon betroffen ist seit Donnerstag auch die Heinrich-von-Trebra-Oberschule in Marienberg. Die Entscheidung zur Schließung wurde auf Basis einer Allgemeinverfügung des Sächsischen Kultusministeriums getroffen, sagt die Schulleiterin Norma Grube. Auslöser sei eine "diffuse Infektionslage" an der Einrichtung gewesen.

Corona-Lage in Mittelsachsen

Corona-Zahlen: Das RKI meldet für den Landkreis am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 608,0 (Vortag: 609,7). Innerhalb von 24 Stunden sind 254 Neuinfektionen gemeldet worden. Seit Pandemiebeginn sind im Landkreis Mittelsachsen 31.663 Menschen am Coronavirus erkrankt. Die Anzahl der Todesfälle bleibt bei 724.

93 Schulen in Mittelsachsen von Coronafällen betroffen: Im Landkreis Mittelsachsen sind rund 80 Prozent aller staatlichen Schulen zurzeit von Coronafällen betroffen. Das hat das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) auf Anfrage mitgeteilt. Von den 117 Schulen im Landkreis hatten von Montag bis Freitagmittag 93 Schulen Coronafälle gemeldet. In der Vorwoche waren es 49.

Wer kontrolliert wen? Die verschärften Coronaschutzregeln stellen die Erzgebirgsregion vor Herausforderungen, die kaum zu stemmen sind. Seit Montag sind Wirte und Hoteliers verpflichtet, die Nachweise ihrer Gäste zu kontrollieren. Dass die Gastgeber das auch machen, soll wiederum vom Landkreis unter Beteiligung von Ordnungs- und Gesundheitsamt sowie von der Polizei kontrolliert werden. Täglich sollen dazu mindestens drei Kontrollteams in Mittelsachsen unterwegs sein. Doch wie muss man sich das praktisch vorstellen? In vielen kleinen Orten gibt es kein Ordnungsamt; oberste Ortspolizeibehörde ist der Bürgermeister. Zieht er los und kontrolliert die Gastronomen?

Kita-Alltag in der vierten Welle: Auch wenn Corona auftritt, bleiben Kitas zunächst geöffnet. Was bedeutet das für Kinder, Eltern und Personal? In einer Gruppe der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt" in Freiberg gibt es zwei bestätigte Corona-Fälle. Eva-Maria Hommel hat mit Leiterin Anne Maria Stahl darüber gesprochen, wie Kita und Gesundheitsamt damit umgehen.

Gelöbnis trotz Corona: Die große Anzahl von Kräften der Bundeswehr war am Donnerstag in Mittweida nicht zu übersehen. Sogar Schützenpanzer fuhren bereits am Nachmittag zu einer "statischen Waffenschau" auf dem Schützenplatz vor. Der Grund: 18 Uhr begann auf dem Sportplatz Schützenplatz ein öffentliches Gelöbnis der 5. Kompanie des in Marienberg ansässigen Panzergrenadierbataillons 371. Mittweida ist die Patenstadt dieser Kompanie, die aber in Frankenberg stationiert ist, wo auch die übergeordnete Panzerbrigade 37 ihren Hauptstandort hat. Nach Angaben der Bundeswehr waren rund 100 Soldaten angetreten. Die Gesamtanzahl der Teilnehmer, darunter vor allem Familienangehörige, lag bei 350 bis 400 Personen. Zuletzt hatte es hier 2018 ein öffentliches Gelöbnis gegeben. "Wir haben ein strenges Hygienekonzept, was auch strikt eingehalten wird", so der Kommandeur, Oberstleutnant Thomas Spranger. "Das Risiko einer Ansteckung ist hier vertretbar gering. Wir haben uns die Entscheidung, das Gelöbnis jetzt durchzuführen, nicht leicht gemacht." Einen Vergleich mit Weihnachtsmärkten, die vor der Absage stehen, wollte er nicht ziehen: "Diese Diskussion muss die Politik führen."

Corona-Lage im Vogtlandkreis

Corona-Zahlen: Im Vogtland steigt der Inzidenz-Wert weiter: Am Sonntag meldet das RKI für den Landkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 600,7 (Vortag: 598,0). 203 neue Coronafälle wurden binnen eines Tages gemeldet, damit steigt die Anzahl der Infektionen im Landkreis seit Beginn der Pandemie auf 22.145. Laut RKI sind 852 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, es kam kein neuer Todesfall hinzu.

Klassenweise Quarantäne im Vogtlandkreis nun passé: Rolle rückwärts im Gesundheitsamt: In vogtländischen Schulen werden ab sofort nach positiven Coronafällen unter Schülern keine ganzen Klassen mehr in Quarantäne geschickt. Das kündigte das Landratsamt am Freitag an. Auch in Kitas sollen nach Infektionen keine ganzen Gruppen mehr abgesondert werden. Die Kreisbehörde von Landrat Rolf Keil (CDU) begründete den Schritt mit der "aktuell hohen und exponentiell ansteigenden Infektionslage". Statt ganzer Gruppen in Kitas oder ganzer Schulklassen werden ab sofort "nur noch die positiv getesteten Personen ermittelt, kontaktiert und amtlich absondert", teilte das Amt mit. Die Zahl der zu verfolgenden Quarantänefälle wird damit deutlich reduziert.

Erneuter Ansturm auf Impfstation in Eich: Die Schnelle Eingreiftruppe (SEG) des DRK Göltzschtal rückte am Freitagvormittag zum Impfpunkt in Eich aus. Nach Auskunft von Andy Feig vom DRK hatte dort ein erneuter Massenansturm von Impfwilligen für Probleme gesorgt. "Die Leute standen diesmal schon seit früh um 7 in der Kälte", so Feig.

Budenzauber in Plauen: Die Bäume auf Alt- und Klostermarkt stehen bereits, die ersten Buden ebenso, am Rathaus-Turm ist ein XXL-Weihnachtsbanner angebracht: Die Vorbereitungen für den Plauener Budenzauber laufen auf Hochtouren. Entgegen der Forderung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), die Weihnachtsmärkte aufgrund der Coronaentwicklung abzusagen, hält die Plauener Stadtverwaltung - ähnlich wie Chemnitz und Dresden - an ihren Plänen derzeit noch fest.

Corona-Lage im Landkreis Zwickau

Corona-Zahlen: Im Landkreis ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag leicht auf 561,8 gestiegen (Vortag: 559,6). Laut RKI wurden in den vergangenen 24 Stunden 251 neue Corona-Infektionen gemeldet. 33.571 Menschen haben sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert. Die Anzahl der Todesfälle im Landkreis bleibt bei 1090.

Impf-Frust unter Wartenden: Die ersten Impfwilligen standen schon um sieben Uhr vor der Stadthalle in Limbach-Oberfrohna. Zwei Stunden später begann dort am gestrigen Freitag ein Impftag. Den hatte die Stadt angesichts der Entwicklung der Coronapandemie extra organisiert. Über insgesamt sieben Stunden sollten die Impfstoffe von BioNTech und Johnson&Johnson verabreicht werden, ohne Termin und eigentlich an jeden, der berechtigt ist. Wie in vielen anderen Städten und Gemeinden hat das aber auch in Limbach-Oberfrohna nicht besonders gut funktioniert. Denn der Andrang war größer als die verfügbare Impfstoffmenge.

Politiker fordern Ausrufung des Katastrophenfalls im Kreis: Die SPD/Grüne-Fraktion im Zwickauer Kreistag hat Landrat Christoph Scheurer (CDU) dazu aufgefordert, den Katastrophenfall auszurufen. Man erhoffe sich dadurch zusätzliches Personal für das Gesundheitsamt und schnellere Entscheidungen in der Coronakrise, wie Fraktionschef Andreas Weigel in einem Brief an Scheurer erläutert. Scheurer hatte in dieser Woche eingeräumt, dass das Gesundheitsamt die Kontaktverfolgung nicht mehr vollständig gewährleisten kann und sich auf direkte Familienangehörige sowie auf Einrichtungen wie Pflegeheime und Schulen konzentriert. "Damit besteht das hohe Risiko, dass Infektionsketten unentdeckt bleiben und sich die Pandemie in der Region zusätzlich verschärft", so Weigel. Er verweist auf Bayern, wo zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie der Katastrophenfall ausgerufen wurde. In Sachsen ist dies aber nicht landesweit möglich. Vielmehr sind hier die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig.

Weihnachtsmarkt im Wehrdigt fällt aus: Auch in diesem Jahr wird es im Glauchauer Stadtteil Wehrdigt keinen Weihnachtsmarkt geben. Er sollte eigentlich am 27. November auf dem Gelände der Wehrdigtoberschule stattfinden. "Vor zwei Wochen waren wir noch optimistisch, dass wir den Weihnachtsmarkt durchführen, jetzt musste ich ihn im Auftrag des Bürgervereins absagen", sagt die Stadtteilmanagerin im Wehrdigt, Sabine Resche. "Auch wenn wir noch so sehr jonglieren, wir können die gesetzlichen Vorgaben nicht einhalten", fügt die Stadtteilmanagerin hinzu. Erschwerend komme hinzu, dass alle Regelungen zunächst bis zum 25. November gelten.

 
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