Fall Chemnitz: Haftbefehl auf Internetseiten aufgetaucht

Chemnitz. Im Fall des 35-jährigen getöteten Chemnitzers sind offenbar echte Auszüge des Haftbefehls gegen einen der beiden Tatverdächtigen im Internet veröffentlicht worden. Sowohl Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) als auch sein Vize Martin Dulig (SPD) kündigten Aufklärung an. Die Veröffentlichung des Haftbefehls, die in mehreren Foren erfolgte, ist eine Straftat. Die Staatsanwaltschaft Dresden ist inzwischen mit den Ermittlungen betraut, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Der Sachverhalt müsse schnellstens aufgeklärt werden.

Üblicherweise ist dieses Dokument nur für einen sehr eingeschränkten Personenkreis verfügbar. Dulig sprach am Mittwoch im MDR von einem "ungeheuerlichen Vorgang". Er geht offenbar von einem Leck bei der Polizei aus. "Es kann nicht sein, dass Polizeibeamte denken, sie könnten Dinge durchstechen, obwohl sie genau wissen, dass sie damit eine Straftat begehen."
 
Das Bekanntwerden der tödlichen Messerstecherei hatte am Sonntag und Montag zu schweren Krawallen in Chemnitz geführt. Tatverdächtig sind ein 22-jähriger Iraker und ein 23-jähriger Syrer. Zu den Opfern sollen neben dem Toten zwei weitere Bekannte von ihm gehören. Zu Motiv und Tatablauf wird noch ermittelt. (tz)

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