Kretschmer sichert Nachbesserungen am Lehrerpaket zu

Riesa/Dresden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat älteren Lehrern in Sachsen Nachbesserungen am geplanten Lehrerpaket in Aussicht gestellt. Der Regierungschef sprach bei einer Bürgerveranstaltung am Montagabend in Riesa davon, dass für diese Lehrer bald eine Lösung gefunden werde, mit der sie zufrieden sein könnten: "Wir wollen da etwas machen", versicherte er. "Es soll so sein, dass diejenigen, die davon betroffen sind, es auch gerne annehmen können. Dass sie das Gefühl haben, es ist jetzt Wertschätzung und nicht irgendwie Alibi. Dazu werden wir sicherlich nächste Woche etwas sagen können."

Der Ministerpräsident warb bei der Veranstaltung auch dafür, dass junge Lehrer flexibler sein sollten. Der Lehrernachwuchs studiere aktuell vor allem für das Gymnasium: "Deutsch und Geschichte, deren Lieblingskombination", so Kretschmer. Wenn man den jungen Lehrer dann sage, dass man derartige Stellen gerade nicht habe, "aber sie können an die Oberschule gehen oder sie können an die Grundschule gehen, dann hat das etwas von Majestätsbeleidigung. Das geht natürlich nicht."

Sachsen plant, ab Januar Lehrer zu verbeamten. Seit Monaten gibt es Protest vonseiten der Lehrerschaft und der Gewerkschaften, die vor Ungerechtigkeiten in den Kollegien warnen. Denn nur Lehrer, die jünger als 42 Jahre alt sind, sollen Beamte werden können. Bei mehreren Demonstrationen haben ältere Lehrkräfte deswegen eine ähnliche Netto-Bezahlung wie diese Kollegen gefordert.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat dafür zwar Verständnis gezeigt, aber Kritik an den Forderungen erhoben: "Wenn wir schon über Lehrergehälter sprechen, dann ist die Gesamteinordnung sowohl im öffentlichen Dienst wie auch darüber hinaus aus meiner Sicht zwingend notwendig", sagte Piwarz beispielsweise im Juni. Sachsens Lehrer würden im Vergleich zu anderen Bundesländern "ordentlich und angemessen" bezahlt.

Die Landesregierung verweist bisher darauf, dass im Lehrerpaket auch für die angestellten Lehrer Vereinbarungen getroffen wurden: Rund 57 Millionen Euro jährlich sollten als Zulagen, Leistungsprämien und Beförderungsstellen verteilt werden. Da aber die Tarifgemeinschaft deutscher Länder dem geplanten Zulagen-System nicht zugestimmt hat, sind Nachverhandlungen notwendig. Momentan herrscht noch Unklarheit zwischen den Koalitionspartnern CDU und SPD, wie eine neue Verteilung aussehen kann, um die angestellten Lehrer zufrieden zu stellen. (kok)

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1Kommentare
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  • 3
    0
    tbaukhage
    14.08.2018

    @Piwarz: Immer noch nicht kapiert? Wenn man die jungen Leute hier halten will , muss man sie eben BESSER bezahlen, als in den Bundesländern, in die sie nach wie vor abwandern.



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