Minister Dulig will die fünf Verkehrsverbünde entmachten

Monatelang stritt der SPD-Politiker mit den Landräten und Zweckverbänden um Verbesserungen im Nahverkehr. Nun zieht er die Reißleine.

12Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    Zeitungss
    04.11.2018

    Komisch, nicht einmal der Dauerrote setzt sein Zeichen.

  • 2
    1
    Zeitungss
    03.11.2018

    Fassen wir einmal zusammen. Um Verbesserungen geht es überhaupt nicht, die Zubrote der Bürgermeister und Regionalfürsten müssen erhalten bleiben, da ist der Erhalt der Kleinstaaterei überhaupt kein Problem. Es war einst möglich, mit einem Fahrschein durch die Republik zufahren, was heute so gut wie nicht mehr möglich ist. Durchgehende Zugverbindungen scheitern heute an den Grenzen der Regionalfürsten, Umsteigeaktionen ist keine Seltenheit. Das Ganze wird als Fortschritt verkauft, verschlingt Unsummen an Geld, welches für Beförderungsleistungen fehlt. Federführend ist die CDU und die SPD sieht bisher tatenlos zu. Dieser Schritt von Dulig war lange fällig und war auch schon mehrmals im Sachsenspiegel ein Thema. Das größte Problem ist, was macht man mit 4 kostenintensiven Vorständen und all denen, welche durch diesen Schwachsinn ihr Zubrot bekommen ??? Der Name VERBUND ist schon eine Provokation, er sollte VERBINDEN, aber genau das macht er nicht.
    Der VVV ist gegenwärtig auf der Suche nach neuen Betreibern, welche möglich nichts kosten. Leute, welche es noch immer nicht verstanden haben, arbeiten bereits ehrenamtlich um die Aufgaben der Daseinsfürsorge zu erfüllen und die dafür vorgesehene Kohle für angenehmere Dinge auszugeben. Bei einer LVG dürfte das besagte Ticket nun wirklich kein Problem sein, ist würden genug Gelder freiwerden, welche bisher den überflüssigen Vereinen nutzlos hinterhergeschmissen wird. Unter den gegenwärtigen Zuständen bleibt der Bürger im Auto sitzen, was in diesen Gremien noch nicht ankam.
    Profiteure der Situation dürfen wieder in ROT.

  • 10
    0
    BuboBubo
    03.11.2018

    Zitat: "Die Grünen warfen Dulig Torschlusspanik vor. Die Hauruckaktion zeige, dass er mit der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele gescheitert sei..."

    Nun mal langsam.
    Dass die SPD als Juniorpartner der CDU im Landtag und noch mehr in den von schwarzen Kleinfürsten beherrschten Landkreisen Probleme hat, überhaupt eine Idee durchzusetzen, sollte auch den Grünen klar sein. Aber: Statt diese längst überfällige und zukunftsweisende Initiative zu unterstützen, übt man sich in substanzlosen Meckereien. Hat man den selbst deklarierten "Masterplan SACHSENTAKT 21" schon wieder vergessen? Dort heißt es:
    "Allerdings muss ... die Verkehrspolitik in Sachsen radikal geändert werden. Das fängt bei der Verkehrsplanung an, die endlich landesweit in den Blick genommen werden muss."
    Wo also liegt der Grund, sich gegen die Initiative des Verkehrsministers zu wehren?
    Die Grünen giften hier in absonderlicher Weise gegen sich selbst - vermutlich nur um des Krawalls willen. Sie müssen sich daher nicht wundern, wenn sie in der parlamentarischen Landschaft Sachsens auch weiterhin nur eine Nebenrolle spielen.
    Ich persönlich wünsche Martin Dulig die nötige Ausdauer sowie kompetente Berater, die helfen, sein Konzept umzusetzen und Sachsen aus dem verkehrspolitischen Feudalismus wenigstens einen Schritt in Richtung Modernität zu führen.

  • 14
    0
    Klemmi
    02.11.2018

    Hoffentlich folgen den Worten auch Taten und der Kleinstaaterei wird ein Ende gesetzt. Unterschiedliche Preissysteme, jeder Verkehrsverbund verfolgt seine eigenen Leuchtturmprojekte, unterschiedliche Bestellungen von Zugkilometern und verschiedene Qualitäten und das in einem Bundesland. Eine Landesgesellschaft, die den ÖPNV/SPNV regelt ist überfällig. Ironie der Geschichte ist, dass es diese schonmal gab und während die ganze Welt von Globalisierung redete, verfiel Sachsen in einen Flickenteppich. Ein Blick nach Brandenburg zeigt, dass man in einem RE von Nord nach Süd durchfahren kann. Allerdings gehören Kontrollmechanismen dazu, nicht das Städte wie Leipzig bevorzugt werden und bspw. Ostsachsen oder das Erzgebirge wie immer durch die Finger schauen. Das würde ich beim Sitz dieser Landesgesellschaft ebenfalls mit berücksichtigen.

  • 12
    0
    saxon1965
    02.11.2018

    Wie bei anderen Dingen auch, so hat vieles schon mal funktioniert. Tausende sind mit Öffentlichen in die Schule und auf die Arbeit gefahren, in die Stadt zum Einkaufen oder zum Arzt und ganz nebenbei wäre heut zu Tage so manche Stadtluft sauberer. Versuchen sie einmal ohne privatem Auto oder teurem Taxi eine Behörde aufzusuchen. Ich sag nur Kreisgebietsreform!
    Manche Dinge gehören einfach in staatliche Hände. Dann hätte die Bildung kein Transportproblem und die Bahn käme vielleicht auch wieder pünktlich.

  • 8
    0
    VaterinSorge
    02.11.2018

    Es wird anschließend kein Schlaraffenland sein, auch glaube ich nicht, dass man sooo viel Geld sparen kann. Aber, mit gesundem Menschenverstand, Blick aufs Wesentliche, transparenter Kommunikation, praktischer und dennoch effizienten Struktur, lassen sich sowohl Qualität, Kosten, Rechtssicherheit und Stabilität zentral und landesweit herstellen. Man bedenke nur, ein Kind muss die Schule wechseln, möchte einem Verein im Nachbarort, oder Nachbarkreis beitreten, will ein Praktikum oder Schnupperkurs machen, in den Ferien jobben oder als Klasse oder Gruppe eine Projektwoche mit Industrie, Handwerk, Hochschule oder Universität organisieren. Oder ein Lehrling hat verschiedene Ausbildungsorte, ein Dorfbewohner muss in die Stadt zum Arzt, oder jemand möchte eine Beschäftigung annehmen und muss mit öff. Verkehrsmitteln pendeln. Alles scheitert an der fehlenden Mobilität und den ausufernden Kosten. Fast alle Bundesländer regeln das inzwischen anders, weil man erkannt hat, dass zunehmend Landkreise ausgedünnt werden, mittelständige Betriebe aus Dienstleistung und Handwerk zunehmend auf Nachwuchs und Bewerber verzichten müssen. Auf der anderen Seite ist jetzt bereits für ältere Bewohner in den Dörfern die Mobilität unbezahlbar. Schaut man sich die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen an, ist es schon viel zu spät, daher wird es nur erfolgreich, wenn alle mit anpacken und sich nicht immer selbst als Mittelpunkt des Geschehens sehen. Das meine ich fraktionsübergreifend und gesamtgesellschaftlich.

  • 17
    1
    cn3boj00
    02.11.2018

    Das Thema Verkehrsverbände ist das gleiche wie Krankenkassen. Je mehr es davon gibt, desto mehr Geld versickert, ohne dort anzukommen, wo es gebraucht wird. "Lokale Kenntnis" ist ein umwerfendes Argument, was soll das bedeuten? Haben etwa Schüler in Zwickau andere Bedürfnisse als in Freiberg? Unsere Enkel wohnen im Landkreis Zwickau und gehen in Chemnitz in die Schule, eine Regelung dafür gibt es überhaupt nicht.
    Schade dass die Grünen wieder trotz allem was zu meckern haben statt einfach mitzumachen. Aber so ist die Verkommenheit der deutschen Politik auch im kommunalen bereich angekommen: Ideen sind nur noch gut, wenn sie von der eigenen Partei kommen, andernfalls muss man aus Pinzip dagegen sein.

  • 15
    1
    Zeitungss
    02.11.2018

    Herr Dulig, es war der beste Einfall, den Sie je hatten. BLEIBEN SIE DRAN!!!!!

  • 18
    2
    VaterinSorge
    02.11.2018

    Das Theater begann etwa 2012, als sich in allen Landkreisen die unterschiedlichsten Tarife aller fünf Zweckverbünde in die falsche Richtung entwickelten, die Fahrpläne ausschließlich nach der Wirtschaftlichkeit der Verbünde und nicht mehr nach den Bedürfnissen ihrer Kunden ausgerichtet wurden. Die Folgen kann man in allen Satzungen lesen: Unterrichtszeiten der Schulen haben sich nach den Busfahrzeiten zu richten, keine freie Schulwahl mehr, da nur der Weg zur nächstgelegenen, geeigneten und aufnahmefähigen Schule subventioniert wird, keine Verbindungen zu Nachmittagsangeboten, Hort oder Sportvereinen und schon gar nicht über die Grenzen der Verbünde hinweg. Noch dramatischer wird es, wenn sich ein Schulabgänger für einen Beruf interessiert, dessen Ausbildungsbetrieb und/oder die entsprechende Berufsschuleinrichtung in einem anderen Landkreis oder Oberzentrum befindet. Da kann ich nicht nachvollziehen, dass ausgerechnet die Landräte einheitliche Tarife, Sachsen- und Bildungsticket blockieren. Den ganzen Tag fahren leere Busse durch die Gegend, nur früh um halb acht und Mittags um halb zwei sind sie ausgelastet. Dafür schließen sie nun 50 der 69 Berufsschulzentren und die Wirtschaft wundert sich, warum kein Nachwuchs in den Landkreisen bleibt, alle nur in die Städte ziehen. Herr Jakob und Herr Lehmkühler vom sächs. Landkreistag und sächs. Städte- und Gemeindetag vertreten als eingewanderte Juristen ihre Landräte und OB's, aber eben nicht die Interessen der Menschen die hier mit der Kleinstaaterei und ihren Folgen im ÖPNV / SPNV zurecht kommen müssen. Eine Folge: Jeder Jugendliche versucht billig an ein gebrauchtes Auto, Moped oder Motorrad ranzukommen und kann sich weder Reparatur noch Wartung leisten. Also müssen die Eltern wieder ran, werden Fahrgemeinschaften gegründet und das Risiko steigt mit kälteren Temperaturen. Es wird höchste Zeit, dass sich hier was tut und Busunternehmen und Landkreise wieder lernen, dass sie für die Menschen da sind und nicht umgekehrt. Dieses Theater ging lange genug schlecht.

  • 10
    7
    gelöschter Nutzer
    01.11.2018

    Es gibt Kritik von den Parteien. Im Grunde sind aber alle mit dem aufgezeigten Weg Dulichs einverstanden. Aber von der AfD hört man nichts. Nachricht vorhin im Sachsenspiegel.

  • 16
    5
    Zeitungss
    01.11.2018

    Ist schon lange fällig, aber wohin mit den Vorständen. Die Landräte und Bürgermeister hatten zwar ein gutes Zubrot, leider fehlte der nötige Durchblick. Die Chemnitzer OB betrachtete schon mal Fotos um die besten Fahrzeuge für die Linie C-L herauszufinden. Solche Spezis braucht das Land.
    Die Strategieabkommen der Landräte betrifft nur die Gage, an Sachverstand konnte man bisher zweifeln, oder sieht das jemand anders ????? Der Herr Dulig scheint inzwischen auch aufgewacht zu sein, Eigenleistung war es sicherlich nicht.

  • 32
    2
    bicicleta
    01.11.2018

    Das ist doch mal eine gute Idee. Bei Abschaffung der Kleinstaaterei lässt sich viel sparen.



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