Minister rufen Studierende zu Mitarbeit in Landwirtschaft auf

Studenten könnten so weggebrochene Zuverdienste auffüllen und Landwirte würden dringen benötigte Arbeitskräfte bekommen.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) und der Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Grüne) rufen Studierende dazu auf, in der Landwirtschaft als Saisonkräfte zu arbeiten.

In einer Pressemitteilung betont Gemkow, dass es derzeit viele Sorgen von Studierenden gäbe, die wegen der Coronakrise nichts mehr dazuverdienen können. Weil in der Landwirtschaft aufgrund des eingeschränkten Grenzverkehrs viele Saisonarbeitskräfte fehlen, würden sich dort für die Studenten Möglichkeiten ergeben. "Ich möchte die Studierenden dazu ermuntern, sich auch mit diesen - natürlich freiwilligen - Einsatzmöglichkeiten auseinanderzusetzen", heißt es vom Wissenschaftsminister.

Dessen Kollege Wolfram Günther sieht in den Studierenden eine potentielle Ergänzung zu den erfahrenen Saisonkräften. "Was jetzt nicht in den Boden kommt, kann später nicht geerntet werden", so der Landwirtschaftsminister. Das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft beziffert den Bedarf an Saisonarbeitskräften auf etwa 8000. Das von der Bundesregierung geplante Einreiseprogramm für Saisonarbeitskräfte wird diese Lücke wohl nicht schließen, befürchtet das Ministerium.

Wer an der Mitarbeit in der Landwirtschaft interessiert ist, kann sich auf der Internetseite www.daslandhilft.de eintragen. (luka)

 


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8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    aussaugerges
    05.04.2020

    Arbeit wird wieder ganz anders geschätzt werden. $$$Pflegekräfte$$$
    Und nicht die Bänkster die keinen Kredit für die Maskenhersteller
    hergeben wollen.
    MDR Info heute früh.

  • 4
    1
    Hinterfragt
    04.04.2020

    @Distelblüte; wie verlogen ist doch Ihr Kommentar.
    An anderer Stelle wettern Sie gegen die jetzt mögliche Einreise von Saisonarbeitern, welche nämlich in der Regel jedes Jahr wiederkommen und Fachkräfte auf diesem Gebiet sind.

  • 3
    5
    Malleo
    03.04.2020

    Warum geht dieser Aufruf nicht auch an Migranten?

  • 4
    1
    mops0106
    03.04.2020

    @Distelblüte:
    Ich finde nicht, dass das die Vorstellung vom "dummen Bauern" befeuert. Es ist allgemein bekannt, dass die mittleren und großen Höfe als moderner Wirtschaftsbetrieb geführt werden und das in der Werbung vermittelte Bild ein Klischee ist.
    Es gibt trotzdem noch genug Tätigkeiten, wo Hilfskräfte willkommen sind und angelernt werden können. Spargelstechen kann sicher niemand sofort, aber auch da kann man angelernt werden. Und wenn durch Fehler ein Teil verloren geht, ist das wahrscheinlich besser als der Verlust der gesamten Ernte.
    Ich fürchte eher, dass die schwere körperliche Arbeit viele abschrecken wird.

  • 6
    2
    tbaukhage
    03.04.2020

    @Distel: Lieber 50% der Spargelstangen aus dem Boden geholt als 100% drin gelassen! Ich für meinen Teil würde gern wieder, wie alle Jahre sonst auch, frischen Spargel kaufen wollen (auch wenn er dieses Jahr sicherlich teuerer sein wird als sonst) ...

  • 5
    7
    kartracer
    03.04.2020

    @Distel "beim Spargelstechen einiges falsch machen kann" stimmt, mit zwei linken Händen und an jeder Hand 5 Daumen, durchaus möglich.
    Auch wenn die Daumen auf der Daddel unglaublich schnell sind, für den Spargel eher nicht brauchbar.
    Ich würde das mit vor 50 Jahren nicht mehr vergleichen, wer sich heute die Hände nicht mehr dreckig machen will, studiert eben mal, und wohnt bei Mutti bis er oder sie der Rente näher kommen.
    Gilt natürlich nicht als grundsätzlich!!!
    ROT sticht!

  • 5
    10
    gelöschter Nutzer
    03.04.2020

    Auch in der Landwirtschaft muss jeder Handgriff sitzen - das können ungelernte Hilfskräfte eher selten. Die Idee ist gut gemeint, aber sie befeuert die Vorstellung vom "dummen Bauern" und eine Vorstellung von landwirtschaft wie aus den 50ern, wo der brave Bauer mit dem Pferdepflug über die Furche holpert. Ich nehme an, dass man auch beim Spargelstechen einiges falsch machen kann, was zu Ernteverlusten und damit Umsatzeinbußen führt. Das kann sich kein Landwirt leisten.

  • 3
    10
    Echo1
    03.04.2020

    Ja das gab es schon mal. Ernteeinsatz
    von Studierenden in der Landwirtschaft.
    Sehr beliebt diese Erntehilfen. War sehr lustig. Wo das war, sag ich lieber nicht.