Serie von Schüssen auf Autos in Ostsachsen aufgeklärt

Tagelang hat ein Unbekannter mit Schüssen auf fahrende Autos in Ostsachsen für Angst und Unruhe gesorgt. Nun ist sich die Polizei sicher, die Taten aufgeklärt zu haben.

Bischofswerda/Görlitz.

Die Serie von Schüssen auf Fahrzeuge im Raum Bischofswerda in Ostsachsen ist aufgeklärt. Die Polizei nahm am Sonntagnachmittag in einem Waldstück nahe der Stadt einen 42 Jahre alten Mann fest, der für die Taten verantwortlich sein soll. Inzwischen hat er ein umfassendes Geständnis abgelegt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten. Der Verdächtige soll seit dem 12. August in mindestens 20 Fällen an unterschiedlichen Orten in Bischofswerda und Umgebung auf fahrende Autos und Kleintransporter geschossen haben - mal nachts, mal in den frühen Morgenstunden. Dabei wurden in einigen Fällen Autoscheiben zerstört oder beschädigt, in anderen gab es Schäden an der Karosserie der Autos. Der Mann soll auch für ein ähnliches Delikt in Herrnhut verantwortlich sein: Am Abend des 1. August wurde das Auto einer 63-jährigen Frau beschossen und getroffen. Im Ergebnis der bisherigen Vernehmungen und Ermittlungen geht die Polizei mittlerweile vom Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes in mehreren Fällen aus.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen stellten die Ermittler am Sonntagabend drei Gasdruck-Schusswaffen sicher. Dabei handelte es sich um zwei Pistolen und ein Gewehr mit Zielfernrohr. Zudem fanden die Beamten die zugehörige Munition: Stahlkugeln mit einem Durchmesser von viereinhalb Millimetern. Reste eines solchen Projektils hatten Kriminaltechniker bei ihrer Spurensuche in einem der beschossenen Pkw gefunden.

Der 42-Jährige Mann hat nach bisherigen Erkenntnissen wahllos und ohne erkennbaren Anlass auf vorbeifahrende Fahrzeuge geschossen. Womöglich leidet er an einer psychischen Erkrankung und fühlte sich von Autos bedroht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz erließ ein Haftrichter in Bautzen am Montagnachmittag den Beschluss, den Mann in die Psychiatrie einzuweisen. Der Verdächtige wurde danach in ein Fachkrankenhaus gebracht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern jedoch an. Die Kriminalisten sind nun dabei, jede einzelne Tat aufzuarbeiten und dem Verdächtigen zweifelsfrei nachzuweisen. 

In den vergangenen Tagen hatte die Polizei mit einem Großaufgebot im Raum Bischofswerda rund um die Uhr nach dem Schützen gesucht. Neben Zivilfahndern der Kriminalpolizei waren auch zahlreiche Streifenbeamte sowie Fährtenhunde im Einsatz. Einige Beamte hätten von sich aus auf ihr freies Wochenende verzichtet, um des Täters habhaft werden zu können, so die Polizei. Ein Hubschrauber der Bundespolizei war in der Nacht zu Sonntag über der Kleinstadt gekreist und hatte mit seiner Wärmebildkamera nach dem Täter gesucht.

Die Polizei dankte zugleich allen Bürgern, die die Ermittlungen mit ihren Hinweisen unterstützt hatten. So hätten die Ermittler ein immer genaueres Bild der Lage erstellen können, das letztendlich zu dem 42-jährigen Tatverdächtigen führte. (hr)

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