Wachablösung bei den Liberalen: Chemnitzer Frank Müller-Rosentritt neuer FDP-Chef in Sachsen

Nach dem erneut verfehlten Einzug in den Landtag und 20 Amtsjahren machte der Vorsitzende Holger Zastrow Platz für einen Neuanfang.

Neukieritzsch. Sachsens FDP hat einen neuen Vorsitzenden. Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt wurde am Samstag vom Landesparteitag in Neukieritzsch (Landkreis Leipzig) mit 75,6 Prozent gewählt. 189 Delegierte stimmten für ihn und 49 gegen ihn, es gab zwölf Enthaltungen.

In seiner Bewerbungsrede benannte der 37-Jährige es als Hauptaufgabe des neuen Vorstandes, "die Partei in ihrer ganzen Vielfalt zu einen". Müller-Rosentritt sitzt für die FDP seit zwei Jahren im Bundestag. Er gehörte seit 2017 zudem zu den drei stellvertretenden Landesvorsitzenden.

Als Parteichef löst Müller-Rosentritt den Dresdner Holger Zastrow ab, der die Liberalen in Sachsen 20 Jahre angeführt hatte. Mit dem nunmehr 50-Jährigen als Spitzenkandidat war der FDP in Sachsen sowohl 2004 (5,9 Prozent) als auch 2009 (10,0 Prozent) der Einzug in den Landtag gelungen, bevor sie die Fünf-Prozent-Hürde erst 2014 (3,8 Prozent) und nun auch 2019 (4,5 Prozent) verfehlte.

Als Konsequenz hatte der Landesvorstand kurz nach der Wahl geschlossen seinen Rücktritt erklärt. In seiner etwa halbstündigen Abschiedsrede in Neukieritzsch äußerte Zastrow scharfe Kritik am mangelnden Rückhalt während des Wahlkampfes. "Wir waren kein Team - nicht einmal ansatzweise", sagte er. "So wenig Unterstützung, wie ich als Spitzenkandidat im Wahlkampf hatte, hatte ich noch nie." Sein Rückzug sei kein Abschied für immer: Er habe sich lediglich dafür "entschieden, eine landespolitische Pause einzulegen". Zuletzt war Zastrow im Frühjahr mit lediglich 64 Prozent als Parteichef bestätigt worden, nachdem er kurz zuvor - ebenfalls ohne Gegenkandidat - als Spitzenkandidat auch nur 62 Prozent erhalten hatte.

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