Wintereinbruch in Sachsen: Der Schnee hatte die Straßen im Griff

Am Samstag kam es auf den Autobahnen zu Behinderungen. Auch eine Bundesstraße musste wegen des Schneefalls gesperrt werden.

Der Winter ist zurück und sorgte auf den Straßen in der Region zu Behinderungen. Die Straßen sind nicht überall frei gewesen, auch wenn der Winterdienst allerorts im Einsatz war. 

Auch auf der A4 zwischen Chemnitz und Erfurt kam es in beiden Fahrtrichtungen zu Verkehrsbehinderungen, hieß es aus dem Lagezentrum weiter. Hier standen Laster quer auf den Fahrbahnen, die wegen der winterglatten Straße ins Rutschen gekommen waren. Am Kreuz Chemnitz gab es am Vormittag einen Unfall, ein Auto kollidierte nach ersten Informationen der Polizei mit einer Leitplanke. "Überall da, wo eine Steigung ist, da wird es für die Fahrzeuge schwierig", resümierte der Sprecher des Lagezentrums. In Fahrtrichtung Chemnitz in Höhe Rabensteiner Wald musste am Samstag ein Lastwagen befreit werden. Auch das THW war vor Ort im Einsatz. 

Seit 7.15 Uhr beeinflusste der Schnee auch andernorts den Straßenverkehr. Auf der A72 blockierten am Samstagmorgen zwei Lkw die Auffahrt Zwickau-West, wie ein Sprecher des Lagezentrums der Polizeidirektion Zwickau auf Anfrage mitteilte. "Der Winterdienst und das THW waren im Einsatz, mittlerweile ist die Auffahrt wieder frei", so der Sprecher. In Richtung Chemnitz blockierten querstehende Laster die Fahrbahn. Da das THW aus Aue und Hartenstein anrücken musste, wurde die Autobahn ab der Auffahrt Zwickau-Ost abgesperrt. Stev Oertel war Einsatzleiter: "Wir schleppen die Fahrzeuge hier auf der Autobahn frei. Der Weg hierher gestaltete sich als schwierig, wir konnten nur ein Stück Autobahn fahren, die Nebenstraßen waren auch vereist. Rettungsgasse brauchen wir gar nicht drüber reden, sie ist teilweise gar nicht vorhanden." Der Einsatz zog sich bis nach dem Mittag. Es entstand ein Stau von mehr als 30 Kilometern. Autofahrer saßen stundenlang in ihren Fahrzeugen fest. Die Autobahn war für über vier Stunden gesperrt werden. Am Nachmittag waren die Laster beseitigt und die Autobahn wieder frei. 

Bei schneeglatter Fahrbahn verlor am Samstagmittag ein 42-Jähriger auf der A 72  bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug. Laut Polizei war der Mercedes-Fahrer in Richtung Leipzig unterwegs. Nahe der Anschlussstelle Hartmannsdorf kollidierte er aufgrund des Kontrollverlustes mit der linken Schutzplanke. Der Fahrer blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 11.300 Euro. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,56 Promille, gegen den Mann wurde eine Anzeige erstattet.

Zwischen der Bundesstraße 101 in Annaberg-Buchholz und Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge blockierte ein querstehendes Fahrzeug die Straße. Wegen Gefahr durch Straßenglätte wurden beide Fahrtrichtungen gesperrt. Sperrungen gab es auch auf der Bundesstraße 174, nachdem zwischen Zschopau und dem Abzweig nach Börnichen/Erzgebirge drei querstehende Lkw die Straße blockiert hatten. Auch auf der B 180 zwischen Stollberg und Thalheim kam es wegen Schneefall und Glätte zu Verkehrsbehinderungen. Auch im Vogtland warnte die Polizei vor Schneeglätte.

Auf der B 101, kurz nach dem Ortsausgangsschild Kleinwaltersdorf im Landkreis Mittelsachsen kam am Samstag ein Sattelschlepper an einem Berg zum Stehen. Durch den Schnee und die Glätte auf der Straße kam er nicht mehr weiter. Der Winterdienst half dem Fahrer, der kurze Zeit später seine Fahrt fortsetzen konnte.

In Chemnitz gab ein Baum der Schneelast nach, ein Ast fiel auf ein Wohnmobil, das an der Burkhardtsdorfer Straße abgestellt war. Durch den Schnee wurde der Aufprall abgefedert und es entstand kein Schaden. Die Feuerwehr beseitigte den Ast.

Für den Samstagmorgen hatte es für etliche Regionen Sachsens eine Unwetterwarnung vor starkem Schneefall gegeben. In Chemnitz habe es zehn Zentimeter Neuschnee gegeben, in Dresden sieben und in Leipzig vier, sagte Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Auf dem 1215 Meter hohen Fichtelberg seien es sogar fast 30 Zentimeter gewesen. Nach Angaben der Meteorologen stehen die Chancen vielerorts gut, dass der Schnee einige Tage liegen bleibt - vor allem im Süden des Freistaates. So könnten im Erzgebirge in der Nacht zu Montag noch einmal zehn Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Bis Mittwoch bleibe es winterlich, erklärte Engelmann. Nur im Tiefland sei es eher nasskalt mit leichten Plusgraden. (scso/fp/dpa/bemä)

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    4
    A80
    24.01.2021

    Der Winterdienst hatte großen Mund gehabt: "Wir sind gut vorbereitet, der Winter kann kommen". Gestern früh um 5.00 Uhr war nichts weiter geräumt. Auf den Straßen war nur Stress. Da hat man kein Winterdienst gesehen. Wer weiß?