Zusätzliche Asylbewerberheime in Dresden und Leipzig

Dresden. Sachsen wird die zentrale Erstaufnahme von Asylbewerbern künftig zu etwa gleichen Teilen auf die Großstädte Chemnitz, Leipzig und Dresden verteilen. Das sagte gestern Innenminister Markus Ulbig (CDU) und nannte erstmals Details. Sachsen brauche angesichts einer steigenden Anzahl von Asylbewerbern Klarheit. "Vor diesem Hintergrund haben wir uns in Sachsen für ein Konzept entschieden, das man auf die Formel bringen kann: dreimal 500", sagte er in Dresden. Die Mindestzahl von 500 Menschen sei Maßgabe, damit das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Asylverfahren an Ort und Stelle durchführe. Bisher ist in Sachsen nur Chemnitz mit der Außenstelle Schneeberg für die Aufnahme von Erstantragstellern zuständig. Schneeberg soll später kein Standort mehr sein.

Die ehemalige Kaserne im Erzgebirge war Ende September als Ausweichdomizil eingerichtet worden, nachdem es in Chemnitz zu Auseinandersetzungen im Asylbewerberheim gekommen war. Dabei waren 21 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Zudem klagen Anwohner des Chemnitzer Heimes seit Jahren über untragbare Zustände. Hauptkritikpunkte sind einerseits die fast täglichen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen - fast immer mit Notsignalen - wegen Vorfällen im Heim. Andererseits gibt es Beschwerden wegen Kriminalitätsdelikten. Zur Bürgerversammlung Ende Januar berichteten Anwohner von Einbruchsversuchen, demolierten Autos und Belästigungen.

Jetzt können die Chemnitzer auf Entlastung hoffen. Wenn künftig nur noch 500 Erstantragsteller in die Stadt kommen, sind das bis zu 230 weniger als in den Hochzeiten im vergangenen Jahr. Allerdings steht derzeit offenbar noch nicht fest, bis wann die Ankündigungen Ulbigs umgesetzt werden sollen. In Leipzig sind die Planungen schon weit fortgeschritten. Die Asylbewerber sollen voraussichtlich im Norden der Stadt untergebracht werden. Man befinde sich in der Endabstimmung, man wolle aber zuvor mit den Anwohnern ins Gespräch kommen.

Ulbig hatte nach eigenen Angaben am Montag mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) über das Thema Asylverfahren gesprochen. In Berlin werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Bearbeitungsfristen zu verkürzen. Das Verfahren soll künftig nicht mehr länger als drei Monate dauern. "Momentan sind wir bei neun", sagte Ulbig. Eine Verkürzung werde eine Entlastung für alle bringen.
2013 hatte die zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Chemnitz 6398 Neuankömmlinge registriert. Im Vergleich zu 2012 war das ein kräftiger Anstieg - damals kamen 3503. In diesem Jahr rechnet man in Sachsen mit mehr als 7000 Bewerbern.

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5Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Interessierte
    20.06.2015

    Ist denn daraus was geworden ?
    Jetzt können die Chemnitzer auf Entlastung hoffen.

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    Interessierte
    13.02.2014

    Das ist wohl hier auch wieder der Fall , dass auch in dieser Richtung die Chemnitzer Region dicht gemacht wurde und in DD alles weiter ausgebaut wurde ...

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    Interessierte
    12.02.2014

    Das resultiert doch daher , dass die Kaserne geschlossen wurde ; aber Dresden hatte/hat doch auch eine Kaserne , dort war auch der Putin über Jahre ...
    Und dort wurde wohl nichts leergezogen , was mit Ausländern bezogen werden konnte ?

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    Interessierte
    12.02.2014

    Das kann man auch ´wieder` soooo sehen ...
    Dresden feiert
    Leipzig feiert und handelt
    Chemnitz arbeitet
    ( und das ist heute noch so , die beiden Städte picken sich das Bessere raus und machen sich nicht all zu viel Arbeit ( das kann Chemnitz machen , die bringen das doch besser ))

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    Interessierte
    12.02.2014

    Und wieso zu gleichen Teilen ?
    Dresden hat 525 TEW
    Leipzig . hat 520 TEW
    Chemnitz hat 241 TEW ( x2 = 482 TEW )
    Also haben die beiden anderen Städte mehr als das Doppelte und somit sollte man das auch prozentual verteilen !!!
    Und nicht 3 x 500
    Und vor allem auch nicht das kleine Schneeberg !

    Bisher ist in Sachsen nur Chemnitz ... für die Aufnahme von Erstantragstellern zuständig....
    Da hat man sich die ganzen 25 Jahre schön rausgehalten und sich nicht mit diesen Proeblemen , sondern mit ´Besseren` beschäftigt .



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