Die Furcht vor Europa

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler macht sich Gedanken über die ungewisse Zukunft der EU 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    Malleo
    30.09.2020

    An jene, die sich schriftlich bedankten:
    Gern, es sind meine Empfindungen und viele Menschen könnten ebenso ihre Geschichte erzählen.
    Und das hat absolut nichts mit Jammer-Ossi zu tun.

  • 2
    1
    Freigeist14
    30.09.2020

    Wie man Dinge auch realistischer und vor allem unabhängiger einschätzen und mit der -Sichtweise West- auf die Einheit resignieren kann zeigt der heutige Artikel mit Markus Meckel .

  • 5
    2
    kartracer
    30.09.2020

    @Malleo, besser und wahrheitsgetreuer kann man es nicht zusammenfassen, danke!!
    Ich schätz mal, die "Roten" könnten mit Wickerts Aussage im Zusammenhang stehen.

  • 6
    3
    Freigeist14
    30.09.2020

    Malleo@ Sehr treffend beschrieben . Und Glückwunsch zur Freischaltung in der FP .

  • 3
    2
    Nixnuzz
    30.09.2020

    @Dickkopf100: 1 grüner. So wie die mittlererweile erfolgten Kommentierungen aus hiesiger Sicht und Meinung erfolgte, stimme ich den Ausführungen Hrn. Münklers zu.

  • 6
    4
    Zeitungss
    30.09.2020

    @Malleo: Ihr Beitrag ist ein absoluter Treffer und lesenswert. Man kann die Realität nicht besser beschreiben, auch wenn es manchen "Konsumenten" hier nicht passt, bzw passen darf.

  • 5
    3
    klapa
    29.09.2020

    Malleo, das hätte eigentlich von einem Journalisten geschrieben sein müssen, der mit uns im Osten aufgewachsen ist und diesen Beitritt in seiner ganzen Konsequenz miterlebt hat. Aber den gibt es offenbar nicht.

    Dagegen sind die Rückblenden von ARD und ZDF ganz einfach ein Schmarn.

  • 8
    6
    Malleo
    29.09.2020

    Wieder einmal müssen sich Menschen aus Mitteldeutschland von einem Historiker aus Hessen erklären lassen, welche Folgen diese Wende für sie hatte.
    Man kann es kurz machen: Wir sind die Größten und ihr durftet dabei sein.
    Die Ossis lebten in der Vorstellung der Westdeutschen bis 89 auf den Bäumen oder im Tal der Ahnungslosen und lernten nur bei Weltfestspielen Menschen mit anderem Aussehen kennen.
    Sehnsüchtig warten wir auf den Duft der großen, weiten Welt, glaubten an die Persil Werbung und freuten uns über Pakete unserer Brüder und Schwestern, deren Land- nach KGE- von italienischen und türkischen Gastarbeitern aufgebaut wurde.
    Im Osten mussten wir das selbst und ohne Marshall- Plan machen.
    Den Mauerfall, verfolgten die Wessis zumeist als unbeteiligte Zuschauer, denn deren Patriotismus hielt sich in Grenzen.
    Es änderte sich ja maximal die Postleitzahl für sie und es herrschte Goldgräberstimmung, „Aufbauhelfer“ überströmten fortan das Land.
    Wickert: „89 kamen die Luschen in die Puschen“.
    Hier mussten sich die Menschen 1989 den großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und artikulierten sich mit Mut, Intelligenz und Disziplin als politischer Souverän auf der Straße und an Runden Tischen.
    Und diese Erfahrungen veränderten Maßstäbe- nachhaltig!
    Das heißt auf die Gegenwart bezogen, die realistische Sicht der politischen Krise ist im Osten wesentlich deutlicher ausgeprägt.
    Die Helfer installierten bis in die Gegenwart wirkende (geschlossene) Netzwerke in Wirtschaft, Politik, Justiz, Universitäten, Polizei und Medien, deren Ziel einzig die Erhaltung ihrer Einflussmöglichkeiten ist.
    Mit der von der Treuhand ab 1990 flächendeckend betriebenen Plünderung Mitteldeutschlands vollzog sich ein Rückgang um 70% der industriellen Produktion- mehr als zur Weltwirtschaftskrise.
    Widerspruch muss zur These der ethnischen Homogenität erlaubt sein, wie auch zur notwendigen Reproduktion durch Zuwanderung ob der Sicherung des Wohlstandes.
    Dafür scheut der Autor nicht einmal den Vergleich städtischer Entwicklung von oft über 1000 Jahren mit ländlicher Zuwanderung und setzt diese wohlwollend (unbenannt) dem größten Sozialexperiment der Geschichte dieses Landes gleich.
    Unbeantwortet bleibt folglich auch die Frage, warum so viele europäische Länder auf diese Form der Reproduktion gern und nachhaltig verzichten?
    Viele andere Baustellen müssen unbenannt bleiben, dennoch ist für das Gesamtergebnis zu resümieren, dass es für ein solch komplexes Vorhaben keine Blaupause gab.
    Es hätte also auch schlimmer kommen können.
    Der Blick auf Brüssels Europa spendet auch keine Euphorie.
    Warum?
    Um es vorweg zu nehmen: mir ist ein Europa der Vaterländer lieber als dieses krumme Haus Europa.
    Es beginnt beim „Parlament“ in Brüssel, was keines ist.
    Es kann weder eine Regierung legitimieren, Budgetrecht ausüben, noch Steuern erheben und natürlich ist es nicht für die Legislative befugt.
    Das hat auch des BVG erkannt und 2009 in einem Urteil darauf verwiesen, dass dieses Parlament dem demokratischen Prinzip nicht genügt.
    Es reicht auch die Bezeichnung „krummes Haus“ in der Beschreibung nicht aus, es ist höchst sanierungsbedürftig aber vor allem: Das Fundament ist zu flach und unvollständig gegründet.
    Ein Blick auf das geografische Europa reicht, um zu begreifen, warum das so ist.
    Eine europäische Union ohne Russland? Ein Fragment!
    Wo bleiben jene Anstrengungen mit diesem Land eine gleichberechtigte Partnerschaft anzustreben?
    Brüssel will den Nationalisten, Populisten, Extremisten und Neinsagern den Kampf ansagen und die „europäischen Werte global durchsetzen“.
    Welche Werte mögen das wohl sein?
    Vielleicht deutsche Willkommenskultur, griechische Finanzpolitik, katalanischer Separatismus, britischer Parlamentshumor, französisches Streikrecht oder der südosteuropäische Mindestlohn?
    Keine so gute Auswahl?
    Das Fazit des Autors, dass er die Bedeutung Europas allein daran festmacht, dass sich globale Player um deren „Verhinderung“ bemühen, um zu begründen, wie wichtig dieses Europa ist, zeugt von einer gewissen Überschätzung.
    Das Bürokratiemonster UN, eigentlich zur Lösung globaler Konflikte gegründet, unterstreicht mit aller Deutlichkeit, wie unfähig solche „künstlichen“ Zusammenschlüsse sind. Für deren Funktionieren setzt das die Aufgabe nationaler Souveränität voraus.
    Wer will das- auch in der EU?
    Einen prägnanten Satz habe ich wohlwollend gelesen:
    „Wir sollten die Finger davon lassen, militärisch stärker zu werden!“
    Richtig und zweifellos mit Blick auf diese Armee ist das auch nicht zu befürchten!

  • 2
    2
    Malleo
    29.09.2020

    Dickkopf
    Das sehe ich anders und werde das später begründen.

  • 5
    5
    Dickkopf100
    29.09.2020

    Wow, richtig gut auf den Punkt gebracht. Eigentlich halte ich nicht viel von den Politikwissenschaftlern, da sie zu viel mit Theorien um sich werfen und mit dem "Was wäre, wenn..." herumdoktern. Aber Herr Münkler sieht es genau richtig und erkennt auch die Probleme. Seine Einschätzungen und Argumente sollten sich die europäischen und besonders die deutschen Politiker anhören. Der Mann wäre sicherlich ein guter Berater der Bundesregierung.