Fall Nawalny befeuert Debatte um Sanktionen gegen Russland

Nach der Vergiftung des Kremlkritikers Nawalny sucht die Bundesregierung nach einer geeigneten Antwort. Kurz vor der Fertigstellung wird das Gasprojekt Nord Stream 2 in der Ostsee wieder infrage gestellt - ein Milliardendeal mit Russland.

Berlin (dpa) - Die Vergiftung des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny hat die Debatte um zusätzliche Sanktionen gegen Russland aufs Neue entfacht. Besonders die umstrittene Erdgas-Leitung Nord Stream 2 steht dabei im Fokus.

Die EU drohte Russland offen: In einer Erklärung heißt es, die Europäische Union rufe zu einer gemeinsamen internationalen Reaktion auf und behalte sich das Recht vor, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehörten auch Sanktionen.

«Die russische Regierung muss alles dafür tun, um dieses Verbrechen gründlich in aller Transparenz aufzuklären und um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen», heißt es in der vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell im Namen der Mitgliedstaaten veröffentlichten Erklärung. Zuvor hatte die EU trotz der internationalen Empörung über den Fall Nawalny noch zurückhaltend auf Forderungen nach schnellen Sanktionen reagiert: Solange man die Verantwortlichen nicht benennen könne, sei es schwierig, über Strafmaßnahmen zu sprechen, sagte der Sprecher Borrells.

Die Bundesregierung sieht es als «zweifelsfrei» erwiesen an, dass der Oppositionspolitiker Nawalny mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Ein Spezial-Labor der Bundeswehr hat dies nach Angaben vom Mittwoch festgestellt. Nawalny war nach einem Flug innerhalb Russlands ins Koma gefallen und später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt worden.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans warnt vor nicht abgestimmtem Druck auf Moskau und einem «Wettbewerb der Sanktions-Ideen». «Der Stärkung von Meinungsfreiheit und Demokratie in Russland dient unkoordiniertes Vorgehen nicht», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Die Bundesregierung berät sich derzeit mit Verbündeten in der EU und Nato über das Vorgehen gegenüber Russland. An diesem Freitag werden Vertreter der Nato-Staaten in einer außerplanmäßigen Sitzung über mögliche Reaktionen auf die Vergiftung Nawalnys beraten.

Zu den diskutierten Sanktionsmöglichkeiten gehört auch ein Baustopp der Gaspipeline Nord Stream 2, die kurz vor der Fertigstellung steht. Durch die deutsch-russische Leitung in der Ostsee soll russisches Gas nach Deutschland geliefert werden. Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, forderte einen Abbruch des deutsch-russischen Pipeline-Projekts. Auch FDP-Parteichef Christian Lindner sagte im ARD-«Morgenmagazin»: «Ein Regime, das Giftmorde organisiert, ist kein Partner für große Kooperationsprojekte - auch nicht für Pipeline-Projekte.»

Auch für SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich stehen Projekte wie die Pipeline auf dem Prüfstand. Allerdings sei Nord Stream 2 kein deutsches Regierungsprojekt, sondern es seien verschiedene Unternehmen daran beteiligt. Mützenich forderte wie der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen, alles auf den Prüfstand zu stellen und eine gemeinsame europäische Haltung einzunehmen. Röttgen warnte in den ARD-«Tagesthemen», wenn es trotz des Giftanschlags zur Vollendung von Nord Stream 2 komme, dann wäre das die maximale Bestätigung und Ermunterung für Kremlchef Wladimir Putin, mit genau dieser Politik fortzufahren. Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sagte Röttgen: «Es gibt nur eine Sprache, die Putin versteht: Geld und Gas.»

Dagegen äußerte sich CSU-Chef Markus Söder zurückhaltend zu Forderungen nach einem Aus für das Pipelineprojekt. «Das eine hat mit dem anderen aus unserer Sicht zunächst mal nichts zu tun», sagte er. Söder schloss sich damit im Grundsatz der Position von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Merkel hatte den Willen der Bundesregierung zur Fortsetzung und Vollendung des Baus der umstrittenen Pipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland bekräftigt. SPD-Chef Walter-Borjans sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, es handle sich um ein langfristiges Infrastrukturprojekt: «Die Gasleitung wird die derzeit bedrückende Lage in Russland hoffentlich weit überdauern.»

Merkel hatte am Mittwoch von einem «versuchten Giftmord» an einem der führenden Oppositionellen Russlands gesprochen: «Er sollte zum Schweigen gebracht werden.» Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter Sergej Netschajew ein.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der «Rheinischen Post»: «Wir wollen gute Beziehungen zu den russischen Menschen, aber wir müssen das System Putin als das betrachten, was es ist - ein aggressives Regime, dass seine Interessen ohne Skrupel auch mit Mitteln der Gewalt durchzusetzen versucht und die internationalen Verhaltensregeln immer wieder verletzt.» Putin stelle sich damit auf eine Stufe «mit denen, die etwa in Syrien in der Vergangenheit mit chemischen Kampfstoffen gegen die eigene Zivilbevölkerung vorgegangen sind».

Trotz der massiven Anschuldigungen lässt Moskau indes keinen Handlungsbedarf erkennen und weist den Vorwurf einer möglichen Verwicklung in den Fall zurück. «Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Deshalb sehe er auch keinen Anlass für irgendwelche Sanktionen, die gegen Russland oder gegen die Ostsee-Pipeline verhängt werden könnten. Die Gasleitung sei auch im Sinne der europäischen Partner.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sprach sich gegen einen Abbruch des Bauprojekts aus. «Auf die Vergiftung Nawalnys mit weiteren Wirtschaftssanktionen zu reagieren, die dann wieder an der Sache völlig unbeteiligte Unternehmen und die russische Bevölkerung treffen würden, halten wir für falsch», sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Oliver Hermes.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnte vor einem Boykott Russlands. «Wir brauchen Russland in der Klimapolitik, in der Ukrainepolitik, in vielen anderen Bereichen. Wir können jetzt nicht sozusagen hier eine Mauer aufziehen zwischen dem Westen und Russland», sagte er im ARD-«Morgenmagazin». Gleichwohl erfordere der Fall eine angemessene Reaktion der Bundesregierung: «Ich glaube, klare Kante ist erforderlich.»

3131 Kommentare
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  • 0
    3
    MuellerF
    08.09.2020

    @Freigeist:"Verklausuliert" war da gar nichts. Ich habe Herrn Gysis Worte mal sinngemäß auf einen anderen Zusammenhang (Kriminalität) übertragen, um seinen Logikfehler darzustellen.

  • 6
    0
    Freigeist14
    07.09.2020

    MuellerF@ okay , Sie haben es verklausulierter formuliert . Aber Herr Gysi hat wenigstens noch eine eigene Meinung ,die sich auf Rationalität und Dialektik berufen kann . Das es auch anders geht sah ich gestern in ca. 10 Minuten "Anne Will " . Mehr war nicht zumutbar .

  • 1
    7
    MuellerF
    07.09.2020

    @Freigeist:Das habe ich doch gar nicht getan?! Bitte lesen Sie sorgfältiger!

  • 7
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    Freigeist14
    06.09.2020

    Mueller@ Russland Kriminalität vorzuwerfen ist doch ebenso Narrenfreiheit .Ich weiß nichts und Sie wissen auch nichts näheres .

  • 2
    9
    MuellerF
    06.09.2020

    "So dumm kann Putin gar nicht sein, etwas zu veranlassen, was ihm anschließend auf die Füße fällt."

    Aha..also streichen wir einen der Verdächtigen von der Liste, weil "nicht sein kann, was nicht sein darf"? Wenn sich diese *hüstel* wohldurchdachte Taktik in der organisierten Kriminalität rumspricht, haben die demnächst Narrenfreiheit.

    Ich schätze Herrn Gysi für gewöhnlich sehr, aber mit dieser Aussage hat er eindeutig Bockmist verzapft.

  • 3
    1
    Nixnuzz
    06.09.2020

    Ob bei dem Anschlag die Nordstream II wirklich in der Ergebnisplanung enthalten war? So gesehen ist der Anschlag wohl schief gelaufen, da Hr.Navalny ein "rettendes Ufer" erreichte. Bittere Konsequenz: Sollte wieder Bedarf anstehen, dürfte das Ziel wohl nicht so öffentlich seinen Lebensweg ändern.

  • 8
    1
    Steuerzahler
    05.09.2020

    Die im Forum gestellte Frage, wen es nützt, kann tatsächlich auf die Antwort nach der Täterschaft hinweisen. Es klingt nach einer gezielten Geheimdienstoperation, den Anschlag zu inszenieren, um einen Grund zu finden, aus Nordstream auszusteigen und so zu vertuschen, wie hörig die deutsche Politik den USA ist. Trump wird sich heimlich kranklachen. Im Übrigen hat auch Gregor Gysi vollkommen Recht: So dumm kann Putin gar nicht sein, etwas zu veranlassen, was ihm anschließend auf die Füße fällt.

  • 9
    1
    Freigeist14
    04.09.2020

    klapa@ Herr Röttgen sitzt im Vorstand der "Atlantikbrücke" . Das beantwortet eigentlich die meisten Fragen . Nur soll mir keiner erzählen , daß er seine "Forderungen " und bekannte Agenda ohne Rücksprache durchzieht . Nur bestürzend ,daß dieser Herr Kanzlerkandidat werden will . Eine Filiale des State -Departments soll Deutschland nicht sein .

  • 9
    2
    fridelfi
    04.09.2020

    Wir zerren mit dem Fall Nawalny einen allenfalls russischen innenpolitischen Skandal in das Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, um uns mit vermeintlicher moralischer Überlegenheit zu entrüsten und sogleich Sanktionsdrohungen folgen zu lassen. Gut, dass auch einige Spitzenpolitiker zurückhaltend reagieren. Dagegen sind die Einlassungen von Christian Lindner, «Ein Regime, das Giftmorde organisiert, ist kein Partner für große Kooperationsprojekte - auch nicht für Pipeline-Projekte.» unerträglich. Wem er hier das Wort redet ist nur allzu offensichtlich.
    Im schlimmsten Fall hat die russische Regierung diesen Anschlag im eigenen Land organisiert.
    Der eigentliche Skandal aber ist, dass seit G.W. Bush die amerikanischen Präsidenten, mit dabei ein Friedensnobelpreisträger, Todesurteile, die vor keinem Gericht verhandelt wurden, unterschreiben und mit Drohen an ausländischen Staatsbürgern, auf nicht US Territorium, ausführen lassen. Bei diesen Todesurteilen (sog. Gezielte Tötungen) werden oft dutzende unbeteiligte Menschen mit in den Tod gerissen. Das Völkerrecht als Präambel eines friedlichen Zusammenlebens in der Welt, wird mit Füßen getreten und unsere Politik schweigt dazu, seit 16 Jahren.
    Wie peinlich und beschämend Außenpolitik sein kann…

  • 2
    8
    acals
    04.09.2020

    @hankman: JA. Faktisch ist Russland insofern in der Nachweispflicht, als das es schuldig bleibt seine Bestände offengelegt ; und die Vernichtung beobachtet zu haben. Dafür gibt es Giftbücher, letztlich intern. Experten etc
    Dann kennt Russland, und nur Russland, die personen die Kenntnis von Herstellung/Lagerung/Transport und Handhabung hatten.

    Bei ausser-russischem Einsatz dieser Waffe konnte durchaus schnell aufgeklärt werden, incl Information an die Weltpresse.

    Das dürfen wir doch von Russland auch erwarten ... und an der Darstellung wiegt Justitia. Keinen Handlunsbedarf zu sehen wäre eindeutige Positionierung; und im Übrigen auch Aufklärung.

  • 4
    12
    Maresch
    04.09.2020

    Es ist doch reiner Zufall und immer wieder sind es lediglich bedauerliche Einzelfälle, wenn im Land des lupenreinen Demokraten und sogar im Ausland Menschen der Opposition und des kritischen Journalismus plötzlich massive Vergiftungen aufweisen, zusammengeschlagen oder sogar ermordet werden. Alles reine Zufälle... und bei soviel Zufall kann der FSB (KGB) natürlich auch nichts mitbekommen. Die russischen Geheimdienstmitarbeiter tun dem Rest der Welt schon leid, weil sie es auch nie schaffen solche Fälle aufzuklären, selbst wenn die betroffenen Personen rund um die Uhr beschattet wurden. Der Zufall ist immer schneller...

  • 8
    2
    klapa
    04.09.2020

    Aber natürlich, Herr Röttgen. DE muss aus Nordstream 2 auf der Stelle aussteigen. Und Sie werden uns als möglicher neuer CDU-Chef sagen, wie wir die Energiewende und den damit verbundenen doppelten Ausstieg aus Atom- und Kohlewirtschaft ausgleichen können.

    Natürlich mit amerikanischem Frackinggas, – hier müssten die Grünen eigentlich auf die Barrikaden gehen, – das auf umweltfeindliche Weise gewonnen und auf dieselbe Art und Weise nach DE transportiert werden soll? Das meinen Sie doch wohl nicht im Ernst?

    Und da glauben manche Leute, die CDU wäre eine wirtschaftskompetente Partei?

  • 9
    0
    Hankman
    04.09.2020

    @acals: Da haben Sie völlig Recht. Sofern das verwendete Nowitschok aus staatlichen bzw. staatlich kontrollierten Beständen stammt, wäre Russland zur Deklaration verpflichtet - und es wäre natürlich ein Vertragsverstoß, wenn es solche Bestände gäbe. Wenn das Zeug aber aus klandestinen Beständen eines Geheimdienstes oder einem privaten Keller stammt oder lediglich jemand die fertigen Komponenten zum Mischen gehortet hat, wird es schwierig - selbst wenn der Kreml willens sein sollte, die Sache aufzuklären. Dass nur staatliche oder militärische Stellen Nowitschok besitzen bzw. herstellen könnten, ist lediglich eine Behauptung. Der frühere UN-Biowaffen-Inspektor Jan van Aken (Linke) ist der Ansicht, dass auch andere Geheimdienste Zugriff auf das Gift haben. Also nicht nur russische. Und Geheimdienste kann man nur zu einem gewissen Grad kontrollieren. Zudem ist anzunehmen, dass einige Labore weltweit Bestände haben, weil sie an Gegenmaßnahmen geforscht haben oder noch forschen, vermutlich meist im Geheimen. Wie will man das alles kontrollieren?

    Ich will jetzt nicht behaupten, dass es ein ausländischer Akteur war - dafür habe ich keine Belege. Ich sehe bislang aber auch keine Belege, die eine Schuldzuweisung an den Kreml, Putin persönlich oder staatliche russische Stellen rechtfertigen würden. Dazu braucht es einfach noch mehr Informationen. Bislang gibt es nur ein Indizien. Jetzt ist Russland gefordert, so viel wie möglich aufzuklären. Und auch die Geheimdienste sollten so viel wie möglich Informationen zusammentragen. Dann wird das Bild hoffentlich klarer.

  • 0
    13
    acals
    04.09.2020

    Gemäß der Chemiewaffenkonvention (der Russland beigetreten ist und nach eigenen Angaben ratifiziert hat) sind alle Chemiewaffen eines Landes zu nennen und unter internationaler Aufsicht zu vernichten.

    Da auf russ. Hoheitsgebiet Chemiewaffen zum Einsatz kamen, steht Russland nicht nur in Nachweispflicht - es bleibt auch offen wo welche Lagerbestände und von wem kontrolliert etc vorliegen.

    Welche Gefahr geht davon für NATO Mitgliedsstaaten aus, und welche auch militärischen Massnahmen sind zum Schutz aufzurufen?

    Ganz normaler Akt ... aber Blasphemie ist ja ausdrücklich erlaubt.

  • 11
    2
    Freigeist14
    03.09.2020

    "NATO ruft wegen Nawalny Sondersitzung ein . " Unglaublich , welche Maßnahmen ein Kriegsbündnis wegen eines zivilen versuchten Mordfalls aufruft . Oskar Lafontaine hat dieses Schauspiel treffend beschrieben . .....

  • 7
    2
    Hankman
    03.09.2020

    @Lesemuffel: Nun, ich würde mal sagen, für die Untersuchung einer Probe auf Kampfstoffe ist tatsächlich ein Bundeswehr-Labor besser geeignet. Dass offensichtlich die Charité den Nachweis selbst nicht erbringen konnte, würde für mich dann auch erklären, warum das dem Krankenhaus in Omsk nicht gelang. Allerdings hatte Nawalnys Team behauptet, intern hätten die Ärzte oder die Polizei in Omsk zunächst von einem Stoff gesprochen, der auch für andere gefährlich sein könnte, und Schutzkleidung angeordnet. Eine offizielle Bestätigung gab es aber nicht, und auch von besonderen Schutzvorkehrungen hat man - zum Beispiel beim Transport - nichts gesehen.

  • 16
    2
    Haju
    03.09.2020

    Jedenfalls kann ich an dieser Stelle mal etwas beruhigen:
    "Der Russe" wird ganz sicher nicht demnächst "vor der Tür stehen", auch wenn - betrachtet man den Zustand der Bundeswehr - tatsächlich ein einziger reichen könnte.

  • 5
    6
    MuellerF
    03.09.2020

    @Malleo: Die Frage "Cui bono" bzw. "Wem nützt es" ist zunächst mal legitim.
    Man sollte nur nicht vergessen, dass ein Ereignis vielen Leuten oder Seiten nützen könnte und daher die Frage nicht mit Spekulationen beantworten, sondern mit faktischen Beweisen. Wer einen Nutzen haben könnte oder hat, ist nicht automatisch der Schuldige hinter einer Tat !

  • 19
    4
    Deluxe
    03.09.2020

    Wer hat das größte Interesse an einem Ende des Nord-Stream-II-Projektes?
    Wem nützt es am meisten, wenn diese Pipeline nicht fertig wird?

    Ich habe keine weiteren Fragen mehr - auch nicht zur "Souveränität" der Bundesrepublik Deutschland.

  • 7
    2
    Haju
    03.09.2020

    Also ich habe es so verstanden, daß ein Kremlsprecher, ein Abgeordneter und eine Sprecherin des Außenministeriums von "Deutschland" sprachen. Aber man scheint ja im Allgemeinen immer öfters zu betonen, daß dies in der heutigen Zeit nicht unbedingt regierungsamtliche Kreise sein müssen. Oder war es denn die Merkel-Regierung, welche die österreichische Regierung zu Fall gebracht hat?! Natürlich nicht, aber Deutsche waren letztlich dabei die Hauptakteure.

  • 13
    4
    Lesemuffel
    03.09.2020

    Die Charité hat sich offenbar als nicht geeignet für das scheußliche Spiel erwiesen, da musste ein Bundeswehrlabor die "erwünschten" Fakten beibringen. In Moskau wurden heute mit einem US-Spektrometer Körperflüssigkeiten untersucht. Ergebnis: Kein Nachweis eines Giftes.

  • 4
    14
    acals
    03.09.2020

    Wem nützt es wenn die eigene Mannschaft ein Eigentor schiesst?

    Andererseits, wenn ein Bumerang sein Ziel verfehlt, kommt er zum Werfer zurück.

    Da Russland aber auch in die ukrainische Krim keine "Experten" geschickt hatte, und sich die Soldaten im Donbass auf "Rebellenseite" immer noch nur mit originär gefundener Munition versorgen ... hat es natürlich auch nicht mit Nowitschok zu tun.

    Ach so, und der Klapperstorch soll die Kinder bringen, ...

  • 16
    4
    Malleo
    03.09.2020

    Hankmann
    Gute Frage!
    Wem nützt es?
    Die stellt man sich nicht in Berlin.
    Die Geschichte kennt viele Beispiele.
    Emser Depesche, Gleiwitz, Golf von Tonkin oder Fabriken für chemische Kampfstoffe im Irak.
    Wer will, der kann.
    Auf der Berliner Titanic Brücke sieht man den Eisberg nicht!

  • 25
    2
    Malleo
    03.09.2020

    Rüttgers hat ja die Richtung vorgegeben.
    Nordstream 2 nein
    Fracking ja
    Was macht man eigentlich, wenn das "Sanktionspotential" ausgereizt ist?
    Russland den Krieg erklären?
    Über so viel Dummheit kann man nur den Kopf schütteln.

  • 16
    5
    Hankman
    03.09.2020

    Nowitschok also ... Die Behauptung aus Moskau, Nawalny sei erst in Deutschland vergiftet worden, halte ich für abenteuerlich. Russland muss jetzt alles daran setzen, transparant und glaubwürdig aufzuklären, was passiert ist. Medienberichten zufolge haben russische Geheimdienstler Nawalny bei seiner Sibirienreise lückenlos ünberwacht - also müsste es möglich sein, zu rekonstruieren, wie man Nawalny das Gift verabreicht hat. Es gibt aber noch viel mehr Fragen. So gibt es Parallelen zum Fall Skripal. Auch dort wurde Nowitschok verwendet, auch dort aber hat die Zielperson überlebt, obwohl die Entwickler des Kampfstoffs betonen, das das Zeug eigentlich sehr schnell zum Tode führt. Damals verwiesen die Spuren auf den Geheimdienst GRU. Hat er auch diesmal seine Finger im Spiel? Und wenn ja, in wessen Auftrag? Der Kreml hatte bei einem Anschlag auf Nawalny nicht viel zu gewinnen. Nawalny ist für Putin nur mäßig gefährlich, er ist im Westen viel populärer als in Russland. Steckt einer der mächtigen Oligarchen oder Regionalpolitiker dahinter, denen Nawalny mit seinen Enthüllungen auf die Füße getreten ist? Irgendwelche selbst ernannten Patrioten? Oder doch der Kreml?

    Mir fallen aber noch andere Verschwörungstheorien ein. Mich macht stutzig, dass sogleich einige Politiker den Fall mit der Pipeline Nord Stream 2 verknüpfen. Den USA, aber auch einigen mittel- und osteuropäischen Staaten ist das Projekt ein Dorn im Auge. Und bisher sind alle Versuche fehlgeschlagen, das Projekt noch kurz vor Schluss zum Platzen zu bringen. Dass ein Anschlag auf einen im Westen populären russischen Oppositionellen verübt wird, der zum Glück überlebt, und es Parallelen zu einem früheren Fall gibt, passt da perfekt. Die Westeuropäer geraten in Zugzwang. Und egal was die Russen anstellen, ihren Ermittlungsergebnissen wird man nicht trauen. Erfahrungsgemäß hält sich deren Interesse, Anschläge auf Oppositionelle aufzuklären, ohnehin in Grenzen. Das Ganze ist eine Verschwörungstheorie (!), wie gesagt. Was ich meine: Wir sollten auch nach dem "Cui bono?" fragen. Ich werde immer stutzig, wenn etwas zu perfekt passt. Aber vielleicht gucke ich einfach nur zu viele Politthriller.

  • 5
    3
    Lesemuffel
    03.09.2020

    Pardon, natürlich musste es heißen "Gebaren"

  • 15
    3
    Lesemuffel
    03.09.2020

    Ein wenig überrascht mich schon das Gebären der GRÜNEN. Sie sind zum Hauptfaktor der Konfrontation mit Russland und China geworden. Wollen die Revanche? Bei dem "außenpolitischen Experten" der CDU wundert mich nichts mehr. Als Vertreter der Atlantik-Brücke kann er es gar nicht erwarten, bis Nordstream II aufgegeben wird. Da geht er auch auf Konfrontation zu seiner ab Parteichefin, zugunsten seiner amerikanischen Freunde. Er soll unbedingt für den Frackinggas-Import sorgen. Nawallny ist in dem großen Spiel nur Mittel zum Zweck. Könnten bei dieser "Interessenlage" nicht die drei Großbuchstaben eine Hauptrolle spielen?

  • 8
    15
    Howil1962
    03.09.2020

    @hinterfragt: Haben Sie bereits hinterfragt, ob die Grünen für das Fracking-Gas sind und es an Stelle des russischen Gases bevorzugt beziehen wollen? Wenn ja, geben Sie bitte die Quelle an.
    Wird man ja wohl noch fragen dürfen.

  • 18
    6
    klapa
    03.09.2020

    Man muss das Eisen schmieden, solange es heißt ist.

    Man muss die Hysterie schüren, solange sie sich steigern lässt.

    Wenn Herr Nawalny auf dem Wege der Besserung ist, was ihm bald zu wünschen ist, wird es schwieriger, weil die allgemeine Aufmerksamkeit für diesen Fall sehr schnell versiegen wird.

  • 25
    5
    Freigeist14
    03.09.2020

    Wer diesen Fall Nawalny mit der deutschen Energiepolitik verbinden will hat nur auf einen Anlass gewartet . Deutsche Interessen werden knallhart für langjährige , transatlantische Lobbyarbeit geopfert .

  • 28
    5
    Hinterfragt
    03.09.2020

    "...Die Grünen forderten bereits einen Abbruch des deutsch-russischen Pipeline-Projekts...."

    Nun, die "Ökomaske" der Grünen fällt immer mehr.
    Man nimmt dann lieber dreckiges und umweltschädigendes Frackinggas aus USA, was dann auch erst noch mit dreckschleudernden Tankern nach Europa geschifft werden muss ...