Fridays for Future trotzt Pandemie und Regen

Greta Thunberg und ihre Klima-Mitstreiter protestieren erstmals seit Monaten wieder im Großformat unter freiem Himmel. In Deutschland trotzen Demonstranten dem Regen - das Wetter sei immer noch besser als die Klimapolitik, finden sie. Und was ist mit Corona?

Berlin/Stockholm (dpa) - Berlin und Kiew, Stockholm und Seoul, Sydney und Edinburgh: Wenn die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future zum Protest aufruft, gehen Menschen rund um den Globus auf die Straße.

Inmitten der Corona-Krise demonstrierten die Aktivisten am Freitag erstmals seit Monaten wieder im großen Stil - weil auch während der Pandemie die Erderhitzung keine Pause macht, wie sie sagten.

In Berlin und vielen anderen deutschen Städten schränkten nicht nur die Hygiene- und Abstandsregeln die Versammlungen ein, auch der Regen machte den oft jungen Demonstranten zu schaffen. «Das Wetter ist besser als die Klimapolitik der Bundesregierung!», schrieb Fridays for Future Aachen launig auf Twitter. Berichte über größere Verstöße gegen Corona-Auflagen oder aufgelöste Demos gab es zunächst nicht. Ein Protestcamp in Aachen durfte nach kurzem Ärger doch stehenbleiben.

In der Pandemie ist nicht nur die Klimapolitik teils von der Agenda der Politik gerutscht, auch um Greta Thunberg und ihre Mitstreiter war es etwas ruhiger geworden. Deutschlands bekannteste Aktivistin Luisa Neubauer zeigte sich zufrieden, als sie am Brandenburger Tor sprach: «Wir sind da, aber sowas von.» Von Resignation könne keine Rede sein. «Sie wollen uns von der Straße haben. Das bekommen sie nicht! Denn wir alle sind ein Grund zur Hoffnung. Macht euch gefasst: Wir kommen!»

Was die Teilnehmerzahlen anging, gab es wie häufig größere Unterschiede zwischen Angaben der Veranstalter und der Polizei - es dürften deutschlandweit aber mehrere Zehntausend gewesen sein. Registriert waren mehr als 450 Veranstaltungen.

Weltweit forderten die Demonstranten, den Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Öl zu beschleunigen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen - dafür wäre aus Sicht von Wissenschaftlern ein radikales Umsteuern zwingend notwendig. In Deutschland ist nach Daten des Deutschen Wetterdienstes das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad wärmer als die ersten Jahrzehnte der Aufzeichnungen ab 1881. Weltweit wird der Anstieg der Temperatur mit 1,1 Grad beziffert. Schmelzende Eismassen, steigende Meeresspiegel und ein höheres Risiko für Hitzewellen, Dürren und andere Extremwetter sind die Folge.

Rund um die Erde waren einer Auflistung von Fridays for Future zufolge mehr als 3200 «Klimastreiks» angekündigt. Zeitzonenbedingt machten Klimafreunde in Australien den Anfang: Im Rahmen von mehr als 500 geplanten Aktionen in nahezu allen Landesteilen gingen überwiegend junge Australier und ihre Unterstützer auf die Straße. Aktivisten in Brisbane legten den riesigen Schriftzug «Fund our Future!» (Finanziert unsere Zukunft!) in einem Park aus.

An die großen Menschenmassen der globalen Klimaproteste des Vorjahres - damals waren weltweit Hunderttausende bis Millionen Menschen auf den Straßen unterwegs - reichten die Teilnehmerzahlen wegen der Corona-Beschränkungen aber bei Weitem nicht heran. Viele Aktivisten wichen angesichts der Pandemie mit teils kreativen Aktionen ins Netz aus: In Japan etwa, wo über 70 Klimastreiks stattfinden sollten, stellten Menschen Fotos ihrer Schuhe und Protestschilder online.

Die inzwischen weltberühmte Aktivistin Greta Thunberg postierte sich mit einigen weiteren Demonstranten vor dem Reichstag in Stockholm, um in der 110. Woche ihres berühmt gewordenen «Schulstreiks fürs Klima» abermals für mehr Klimaschutz einzustehen. Dabei trug sie einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Emblem von Fridays for Future und hielt deutlich Abstand zu ihren Mitstreitern.

Auf dem afrikanischen Kontinent, wo die Menschen bereits heute besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden, gab es in zahlreichen Ländern kleinere Proteste, etwa in Südafrika und Kenia. «Wir fordern unsere Anführer dazu auf, aufzuwachen», sagte die ugandische Aktivistin Vanessa Nakate, die bekannteste Klimaschützerin Afrikas, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen in einer besseren Welt leben.» Auch auf Mauritius wurde demonstriert - in dem Urlaubsparadies war es vor einigen Wochen zu einer Ölkatastrophe gekommen, nachdem ein Frachter auf einem Riff auf Grund gelaufen war.

Auch aus dem sogenannten ewigen Eis, das durch den Temperaturanstieg bedroht ist, kam Unterstützung: Forscher in der Arktis und Antarktis demonstrierten ebenfalls, wie Bilder zeigten, die Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven veröffentlichten. Was in der Arktis passiere, beeinflusse auch das Wetter und Klima vor Ort in Deutschland, mahnten sie.

4545 Kommentare
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  • 4
    2
    Haju
    28.09.2020

    @censor
    Natürlich sollte Kriterium immer sein: wer etwas massenhaft produziert, was sich andere (Einzelpersonen) woanders leisten können, sollte es sich auch selber leisten können.
    Zu dem von Ihnen so genannten "globalisierte Kapitalismus" gehören deshalb z.B. auch die Grünen, die ungerührt von Umweltschäden* einfach so Millionen Tonnen seltene Erden für zig Millionen Autos in Europa beziehen wollen.
    * Kanada baut eigene Vorkommen nicht mehr ab, da die Umweltauflagen einfach zu teuer sind (können da mit den Entwicklungsländern nicht mithalten)

    Vorschlag: man sollte mal alle als solche erkannte Wissenschaftler, die nämlich eine menschengemachte Erderwärmung sehen, fragen, ob sie auch die zelebrierte Klimahysterie von FFF und anderen (siehe auch "Klimanotstandsgebiete") befürworten. Diese Frage dürfte FFF, aber auch die "Ökosozialisten" scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

  • 2
    3
    censor
    28.09.2020

    Haju - der globalisierte Kapitalismus braucht eben das Wachstum - auch in Form von Bevölkerungswachstum - und zwar ohne Rücksicht darauf, dass die Mehrzahl der Menschen in Armut und Mangel lebt, weil sie billig das produzieren müssen, was andere billig erwerben sollen (weil diese überwiegend ebenfalls arm sind).
    Oder weil sie wegen Kriegen um Ressorucen heimatlos werden.

    Die Klimapolitik läuft darauf hinaus, einen Sündenbock für eine aus dem Ruder gelaufene Demografie-Politik zu finden, und sie findet ihn irrigerweise in dem Spurengas, das als einziges Gas der Lufthülle in der Lage ist, Kohlenstoffmoleküle, die chemische Grundlage allen Lebens, an Sauerstoff gekoppelt überall dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht werden. (Fotosynthese).

    Verringert man den CO2-Gehalt der Lufthülle, dann verringert sich der Pflanzenwuchs und damit die wichtigste menschliche und tierische Nahrungsquelle.
    Der angestrebte Ökosozialismus und sein "Kampf gegen das CO2" ist also diesbezüglich auch kein humanes Mittel zur Kontrolle der Bevölkerungsentwicklung, denn er verschärft die Ernährungssituation.

    Meiner Meinung nach ist die beste Lösung das Vorantreiben des wissenschaftlich-technischen Fortschrittes, der Entwicklung rückständiger Länder bezüglich ihrer eigenen Wirtschaftskraft dahin gehend, dass Staaten weitgehend in der Lage sind, ihre Bevölkerung aus ihren BIP zu versorgen und nicht auf Hilfen von Organisationen uä angewiesen zu sein.

    Hochentwickelte Industriegesellschaften bringen naturgemäß weniger Nachkommen hervor, weil diese weder für den Arbeitsprozess noch für die Versorgung der Alten gebraucht werden und solche Gesellschaften sich dadurch leistungsfähige Sozialsysteme leisten können.

    Mehr als 2 Kinder pro Mutter sind nicht nötig, um die Bevölkerung eines Landes zu erhalten. (In den ärmsten der armen Länder aber sind es 5-6 (überlebende) Kinder pro Mutter).

    So könnte sich die Weltbevölkerung langfristig bei einem konstanten Wert einpendeln, wodurch auch die Ressourcenverteilung sich entspannen würde.

    Das ist zurzeit Utopie und einer der Gründe, warum Klimapolitik immer zu Lasten derer betrieben wird, die man vorgibt vor Klimawandelfolgen schützen zu wollen.

    Unterm Strich geht es auch bei der Klimapolitik nur darum, Geld von unten nach oben umzuschaufeln.

  • 6
    2
    Haju
    28.09.2020

    @censor
    Es ist eben unerwünscht, auch mal eine Hockey-Schläger-Kurve der Weltbevölkerung zu zeigen, oder auch mal bei den eigenen besonders dramatischen Simulationen in die Zukunft hinein "12 Mrd. Menschen" dranzuschreiben.

  • 9
    2
    Malleo
    27.09.2020

    Ich habe noch keinen FFF Schüler für Geburtenkontrolle hüpfen sehen,
    denn der ökologische Fußabdruck ist Null!
    Also schaut mal nach Nigeria, wo 60% der Menschen in Slums wohnen!
    Und Emissionen reduziert man nicht mit Emotionen sondern mit Technologie.
    Wir brauchen deshalb nicht nur weniger Abgase sondern auch wesentlich weniger Apokalypse.
    Wir steigen aus und opfern Schlüsseltechnologie- und feiern uns dafür!
    Mit welchen Effekt?
    Das Land der Verbote, der EEG Umlage und des Energieausstieges rutschte im Ranking des ET Indexes von Platz 17 auf Platz 20 nach Portugal!
    Wo ist die Liste der FFF Schüler mit Benennung der 10 wirksamsten Maßnahmen, um CO2 zu reduzieren, mit der Auflage ohne viel Wohlstand zu vernichten oder Wachstum zu bremsen?
    Und wenn auf dieser Liste Atomkraft steht, sollte es kein Tabu sein!
    Dann, und nur dann könnt ihr weiter hüpfen, mit den Protagonisten, die hinter euch stehen!

  • 5
    2
    censor
    27.09.2020

    Haju - aber was folgt aus der Erkenntnis, dass unsere Ressourcen verbraucht sind?
    Müsste die Konsequenz nicht internationale Geburtenkontrolle lauten, anstatt die Wirtschaft mit zweifelhaften Transformationen und unter immensem finanziellen Aufwand umzubauen und damit möglicherweise die Lebens- und Wohlstandsgrundlage für alle Menschen zu zerstören?

    Wenn die leistungsfähigen Volkswirtschaften nicht mehr leistungsfähig sind, dann können sie die Hilfsbedürftigen nicht mehr mit ernähren.

    Die industrielle Landwirtschaft, Massenproduktion von Pflanzen und Schlachttieren, die Billigproduktion von Konsumgütern usw ist doch genau der Versorgung dieser sich immer rascher vermehrenden Spezies geschuldet.
    Produktionsabläufe werden optimiert, um immer mehr Menschen versorgen zu können.

    Diese Wirtschaft ist in der Lage, solche Massen zu ernähren, sonst wären wir nicht so viele.

    Die von Ökologen geplanten "green deals" allerdings könnten dazu führen, dass wieder Menschen hungern, frieren und demzufolge die Weltbevölkerung zurückgeht.

    Wäre es nicht humaner, durch Aufkärung, Geburtenkontrolle (freiwillige Empfängnisverhütung) in den Ländern des explosiven Bevölkerungswachstums die Situation zu entschärfen?
    Dann kann man auch die Massenproduktion von Nahrungsgütern entlasten.

    Mir kommen die ganzen Ideologien immer ein bisschen doppelmoralisch vor.
    Man will vordergründig Gutes tun und reißt mit dem Allerwertesten ein, was man mit dem Kopf dachte.

  • 8
    0
    Haju
    27.09.2020

    @KarlChemnitz: "Ich bin immer wieder begeistert, wieviele Fachleute in meiner näheren Umgebung wohnen."//
    Tja, Herr KarlChemnitz, da können Sie mal sehen, daß ich wie Sie zu denjenigen gehöre, die eine Erderwärmung sehen, die auch noch menschengemacht ist!
    Diese Erwärmung begann ca. 1980 (anscheinend ein Kipppunkt!) und damals lebten 4,5Mrd. Menschen; heute sind es 7,7Mrd. (2019) - das sind 1,71 mal mehr. Auch nach dem "Earth Overshoot Day" (der Tag im Jahr, an dem die natürlichen reproduzierbaren Ressourcen verbraucht sind und von der Substanz gelebt wird) ergibt sich, daß wir vom Verbrauch her eigentlich 1,74 Erden benötigen würden (1970 mit 1,01 erstmals über 1 gestiegen - wiki).

  • 5
    2
    klapa
    27.09.2020

    Noch ein 'Sensationsbericht' vom November 2019

    Überraschende Nasa-Studie zum Klimawandel: Die Welt ist grüner als vor 20 Jahren.

    - https://www.focus.de/wissen/klima/flaeche-in-amazonas-groesse-ueberraschende-nasa-studie-zum-klimawandel-die-welt-ist-gruener-als-vor-20-jahren_id_11401420.html

    Damit hat auch die Bekämpfung der Hungersnot in den bisher betroffenen Ländern eine größere Chance auf Erfolg.

  • 6
    2
    klapa
    27.09.2020

    Gibt es eigentlich an den Forderungen der FFF-Demonstranten irgendetwas Kritikwürdiges, weil positive Berichterstattung und Kommentare der Medien bei weitem überwiegen, also einseitig und gleichförmig klingen.

    Darf man diese Bewegung auch kritisch sehen?

  • 5
    4
    franzudo2013
    26.09.2020

    KarlChemnitz, Allgemeinbildung kann nicht schaden. Der Globus war selten so grün wie heute, weil er mit CO² gedüngt wird. Ohne Co² keine Photosynthese.
    Einfach mal nachdenken. Es kann so einfach sein.
    Oder einfach mal recherchieren, welche Inseln geflutet wurden. Es gibt keine.

  • 9
    3
    vonVorn
    26.09.2020

    Fällt schon auf, Corona regeln sind immer nur dann interesant wenn der Anlass der Demo dem Staat nicht passt.

  • 7
    2
    klapa
    26.09.2020

    KarlChemnitz, wenn Sie den Spiegel-Artikel von 2016 als Sensation interpretieren, sei Ihnen das unbenommen. Für mich ist er es nicht.

    Wenn Sie möglicherweise Artikel nur halb lesen, müssen Sie das nicht zwangsläufig anderen unterstellen.

    Wenn Sie die Wirkungsweise von CO2 als Lebensgrundlage auf der Erde nicht kennen, kann ich Ihnen leider nicht helfen.

  • 4
    10
    KarlChemnitz
    26.09.2020

    @klapa: Wenn man schon vermeintliche Sensations-Reportagen hier verlinkt (Spiegel-Online zu CO2), dann sollte man Sie vorher auch mal lesen, ansonsten geht das ganze uU nach hinten los. Unglaublich

  • 2
    10
    KarlChemnitz
    26.09.2020

    @haju. Na das ist doch schön für Sie. Ich bin immer wieder begeistert, wieviele Fachleute in meiner näheren Umgebung wohnen. Den von Ihnen versuchten Humor im zweiten Absatz habe ich leider trotzdem nicht verstanden.

  • 10
    3
    klapa
    26.09.2020

    Das ‚Giftgas‘ CO2 sorgt dafür, dass unsere Erde grüner wird. Seit 1982 ist eine Grünfläche von der doppelten Größe der USA hinzugekommen. Es wirkt als Düngemittel für die Pflanzenwelt, die Grundlage menschlichen Lebens.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-macht-die-welt-gruener-a-1089850.html

    Darüber sollte auch mal gesprochen werden.

  • 2
    9
    KarlChemnitz
    26.09.2020

    @Christian: Veto! Mit "ALLE" bezog ich mich auf Ursachen für Klimawandel und Umweltzerstörung. Allerdings ist es auch eine bittere Wahrheit, dass wir unser Leben (getrieben von industriellem Wachstum) mehr und mehr in Frage stellen müssen. Zu Ihrem Vorwurf, den Demonstranten wären die Arbeitsplätze in der Industrie egal, predigen Wasser und trinken Wein (Konsumverzicht vs. Airpods etc.) kann ich nur sagen, dass ich da eine differenziertere Wahrnehmung habe. Ich habe viele junge Leute kennengelernt, die sehr wohl in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und in Frage zu stellen. Bestes Beispiel sind meine eigenen Kinder. Sicher gibt es bei FFF auch Mitläufer, denen das Thema relativ egal ist, das ganze eher als Event wahrnehmen und ganz bestimmt auch den einen oder anderen, der mit Arroganz und Dummheit der ganzen Sache keine Ehre macht.
    Aber lesen Sie doch bitte noch einmal die Kommentare hier im FP-Forum durch, wie diese in vielen Fällen von Spott und Hohn und gnadenloser Überheblichkeit gegenüber den Demonstranten nur so strotzen. Ich bleibe dabei: Das ist respektlos und unwürdig.

  • 6
    5
    Haju
    26.09.2020

    @KarlChemnitz:
    "Wir müssen mit dem Klimawandel leben, zu welchem Teil er menschgemacht ist, kann keiner sagen."//
    Doch, ich. Wir befinden uns ganz klar auf dem Höhepunkt einer Warmzeit. Das ergibt sich aus den zyklischen Schwankungen der Klimatemperatur der letzten 2000 Jahre (Warmzeiten und Kaltzeiten ("kleine Eiszeit") wechseln sich ab. Die Temperatur liegt gegenwärtig um 0,3K höher, als man hätte erwarten können und auch etwa um diesen Betrag höher als beim Maximum der Warmzeit vor 1000 Jahren. Ca. 0,3K könnten also menschengemacht sein.
    Anfrage an Sender Jerewan: Kann ein junger Arbeitsloser (der sich deutschlandweit bewerben muß) aus dem Osterzgebirge (Jahresmittel ca. 6 Grad) die Arbeitsaufnahme in einer deutschen Großstadt (bis ca. 12 Grad Jahresmittel) aufgrund der damit verbundenen klimatischen Erwärmung um sagenhafte 6K verweigern?

  • 9
    2
    Christian1984
    26.09.2020

    @KarlChemnitz: Ich zitiere Sie mal kurz: "Aber nochmal zurück zu den FFF-Demos: Die Menschen, die sich hier engagieren, haben doch ALLE diese Themen auf dem Schirm, die oben genannt wurden. Warum bilden sich dann hier im Forum etliche Kommentatoren (Sie hiermal explizit ausgenommen) ein, diese Demonstranten als dumm und naiv abzustempeln?"
    Und das stimmt eben genau nicht! Den FFF-Teilnehmern ist der Arbeitsplatzverlust in der Industrie egal. Sollen die Menschen sich doch eine andere Beschäftigung suchen / umschulen. Diesen O-Ton habe ich schon so oft von Demoteilnehmern vernommen. Die pure Arroganz, die einem da entgegen schlägt, erstickt jegliche Form des Dialogs im Ansatz. Es wird verbal auf Berufsgruppen in Wirtschaftszweigen eingeschlagen, welche durch ihre Arbeit erst die Grundlage für unseren gesellschaftlichen Wohlstand legen oder eine sichere Energieversorgung gewährleisten.
    Deutschen FFF-Vorreiter rufen zum Konsumverzicht auf und sind aber stets mit den aktuellen Technik-Gadgets versorgt. Man erinnere sich an die Airpod-tragende Luisa Neubauer, welche mit vorwurfsvollem Blick fragte, welche Art von Wachstum wir uns noch leisten wollen...
    Ihrer Kritiker verhalten sich also "respektlos und unwürdig"? Nun gut, auch eine Art den Blick über den eigenen Tellerrand vermeiden zu wollen.

  • 8
    2
    Haju
    26.09.2020

    @KarlChemnitz:
    "Die Milliarden Menschen, den gerade der Arsch auf Grundeis geht, weil Ihre Lebensgrundlage durch Naturkatastrophen wie Dürreperioden, Überschwemmungen, Wirbelstürme und was weiß ich noch mehr als in Frage gestellt wird"//
    "Die Anzahl der Toten durch Stürme, Dürren, Überflutungen, Erdrutsche, Lauffeuer und extreme Temperaturen ist in den letzten 90 Jahren um 95 Prozent zurückgegangen. Und das, obwohl sich im gleichen Zeitraum die Weltbevölkerung mehr als verdreifacht hat. …
    Frage 6: Falls Sie der Auffassung sein sollten, dass die Anzahl der klimabedingten Todesfälle entgegen diesen Statistiken gleichwohl gestiegen sei oder akut messbar zu steigen drohe: Auf welche Tatsachen stützen Sie Ihre diesbezüglichen Kausalitätserwartungen?“
    Aus den Anfragen an alle Bundestagsfraktionen vom 31.01.2020 durch Klimafragen#org

  • 7
    3
    censor
    26.09.2020

    KarlCHemnitz, was die Treibhausgase anbetrifft, könnte ich Ihnen jetzt einen physikalischen Versuch beschreiben, mit dem sich einfach nachweisen lässt, dass sich reines CO2 schlechter erwärmt als das natürliche Gasgemisch unserer Atmosphäre, das bekanntlich nur zu 0,04% aus CO2 besteht.

    Dadurch kann nachgewiesen werden, dass das CO2 nicht an der Erderwärmung schuld sein kann, sondern eine Folge derselben darstellt.

    Ich habe das hier bereits mehrfach ausgeführt.
    Leider hat die Moderation diese und meine sehr ausführliche Antwort zu den Ursachen von Waldbränden nicht freigeschalten, weshalb ich davon ausgehe, dass man zu den Theorien des IPCC und des PIK konträre Meinungen nicht wünscht.

    Es hat auf dieser Basis keinen Zweck zu diskutieren, wenn zwar die Kommentare veröffentlicht werden, die meine Ansichten zT unsachlich und emotional bekämpfen, meine Antworten aber nicht freigeschalten werden.

    Das muss ich mir nicht antun, nehme mir aber weiterhin das Recht heraus, die bestehenden Theorien zu bestreiten.

  • 4
    9
    KarlChemnitz
    26.09.2020

    @censor: Und noch ein kurzer Kommentar zu Ihrer Dankesschrift an ggv1615: Fazit Ihrer Zeilen: Wir alle (außer Sie und eine kleine Elite) haben unseren "eigenen kritischen Geist an der Gardarobe der Ideologie abgegeben." Starke Metapher, wenn auch ein bisschen beleidigend, (außerdem heißt es Garderobe). Nächstes Fazit: Wir verbieten Ihnen, "wissenschaftliche Erkenntnisse anzuzweifeln." Auch nicht schlecht. Aber jetzt der krönende Abschluss, sozusagen Ihr Meisterstück: "Wo Wissen politisch gewollt durch Glauben ersetzt wird, herrschen finstere, freiheitsfeindliche Mächte, die wir überwunden glaubten." Das musste ich ein paar mal lesen, so fantastisch ist das.

  • 5
    11
    KarlChemnitz
    26.09.2020

    @censor: Ihre Argumentation ist eben nicht "sachlich und mit Hintergrundwissen angereichert" und schon gar kein "Hochgenuss" - für mich jedenfalls. Im Gegenteil: Auf das Argument der beeinträchtigten Wärmestrahlungsreflexion durch vermehrte Treibhausgase gehen Sie nicht ein. Sie bringen Dinge ins Spiel wie Flächenversieglung, Eingriffe in Flussläufe, etc. und fordern mich auf, dass ich darüber nachdenken soll, "welche Ursachen das flächendeckende Bebauen mit Beton und Stein hat." Das suggeriert, dass ich diese Themen für nicht relevant halten würde. Sorry, aber diesen Taschenspielertrick durchschaut nahezu jeder.
    Nochmal: Es gibt viele dumme Dinge, die wir unserem Planeten tagtäglich antun (Abholzung, Versiegelung, Monokulturen, Fracking, CO2-Emission, usw.) und ich will mir nicht anmaßen ein Ranking zu erstellen, welches die größte davon ist. Für mich und die große Mehrheit der denkenden Menschen auf diesem Planeten ist es aber eben ein Frevel, mit Milliarden Tonnen CO2 jährlich den natürlichen Kohlenstoffkreislauf aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein Nebeneffekt des massiven CO2-Ausstoßes ist übrigens, dass der ph-Wert der Ozeane immer weiter abnimmt. Die stetige Versauerung in Kombination mit steigenden Durchschnittstemperaturen stellt im Übrigen eine massive Gefahr für den Lebensraum Weltmeere dar.
    Aber nochmal zurück zu den FFF-Demos: Die Menschen, die sich hier engagieren, haben doch ALLE diese Themen auf dem Schirm, die oben genannt wurden. Warum bilden sich dann hier im Forum etliche Kommentatoren (Sie hiermal explizit ausgenommen) ein, diese Demonstranten als dumm und naiv abzustempeln? Ich bin stolz auf meine Kinder, dass Sie sich dafür engagieren, diesen Planeten wieder auf die richtige Spur zu bringen. Vielleicht sind manche Ideen und Pläne tatsächlich naiv und zu kurz gedacht, aber sie haben sich auf den Weg gemacht und einen Prozess angestoßen. Das zu verachten und vom Sofa aus arrogant zu belächeln, ist respektlos und unwürdig.

  • 8
    4
    censor
    26.09.2020

    @ ggv1615 - danke für Ihr positives Feedback. Es ist eine Wohltat, ab und zu noch auf Menschen zu stoßen, die ihren eigenen kritischen Geist noch nicht an der Gardarobe der Ideologie abgegeben haben.

    Wenn es nicht mehr erlaubt ist, "wissenschaftliche" Erkenntnisse anzuzweifeln, ist für mich eine Grenze überschritten, die in eine gefährlich gesellschaftliche Entwicklung führt.
    Wo Wissen politisch gewollt durch Glauben ersetzt wird, herrschen finstere, freiheitsfeindliche Mächte, die wir überwunden glaubten.

  • 10
    5
    ggv1615
    26.09.2020

    @censor
    Vielen Dank für Ihre sachlichen, mit Hintergrundwissen angereicherten Kommentare. Es ist ein Wohlgenuss, in dieser von Panikmache getriebenen Zeit nüchterne Analysen zu lesen.

  • 4
    10
    Inke
    26.09.2020

    censor, sind Sie ernsthaft der Meinung, dass die Feuersbrünste in Sibirien, Australien, Kalifornien in immer krasseren Ausmaßen und kürzeren Abständen als "normal" anzusehen sind? Warum werden meteorologische Rekorde weltweit immer schneller gebrochen? Sie haben vielleicht eine Hobbywetterstation im Garten betrieben, was aber in der großen weiten Welt hinterm Horizont gerade abläuft, das wollen Sie offenbar nicht sehen und verstehen. Es kommen gerade gewaltige Kippmomente in Gang, die das Ganze immer mehr beschleunigen werden, da sind sich die meisten Forscher einig (Ihre Favoriten sehen das sicher wieder anders). In den Polregionen sind teilweise schon 3 Grad C. Temperaturerhöhung innerhalb weniger Jahrzehnte erreicht worden. Gewaltige Eismassen schmelzen dahin und sorgen für immer weniger Reflexion der Solarenergie. In Südeuropa verwüsten mittlerweile auch schon große Landstriche. Wenn man dann als junger Mensch gelernt hat nachzudenken, dann sollte einem das alles schon etwas Sorge bereiten, wenn man die besten Jahre eigentlich noch vor sich hat.

  • 9
    7
    censor
    25.09.2020

    KarlChemnitz
    Wollen Sie allen Ernstes behaupten, es habe früher keine Naturkatastrophen gegeben? Schauen Sie mal, was im 14. Jh, los war. Es galt als Jahrhundert der Sturmfluten, die allein an der Nordsee zigtausend Menschenleben forderten und die gesamte Küstenstruktur nachhaltig veränderten.
    Im 17. Jh, erfror das Getreide auf dem Halm (Kleine Eiszeit). Im 19. Jahrhundert gab es nach einem Vulkanausbruch (Tambora) 2 Jahre völlig ohne Sommer.
    Das sind nur wenige Beispiele, die ich gerade im Kopf habe.

    Sie sagen, Naturkatastrophen nehmen zu. Ich sage: das ist subjektives Empfinden, denn früher wusste man gar nicht, was auf der Welt alles geschieht. In Zeiten vor moderner Nachrichtentechnik erfuhr man nur durch Zufall in München, wenn in Hamburg Hochwasser war, und was auf der Südhalbkugel stattfand, erzählten Seeleute allenfalls ein halbes Jahr später.

    Heute geht jedes Erdbeben, jede Überschwemmung, jeder Erdrutsch sofort viral um die Welt. Das führt zu der Wahrnehmung, dass alle Katastrophen ständig zunehmen.

    Manche Überschwemmung ist tatsächlich menschengemacht, hat aber nichts mit Klima zu tun, sondern damit, dass wir alles zupflastern, versiegeln, Flüsse begradigen und Staustufen einbauen, bis an die Ufer von Gewässern und in Flusstälern siedeln (machten früher nur Wassermühlenbesitzer).

    Denken Sie einmal mit Abstand darüber nach, welche Ursachen das flächendeckende Bebauen mit Beton und Stein hat. Mauerwerk heizt sich auf und gilt als idealer Wärmespeicher. Daraus resultieren höhere Temperaturmessungen, weil der Abkühlungseffekt offenen Bodens abnimmt.

    Lieber KarlChemnitz, ich diskutiere gern auf sachlicher Ebene mit Ihnen und allen anderen. Aber ich bitte Sie, sich einer angemessenen Streitkultur zu bedienen.

    Ihre Unterstellungen bringen die Sache nicht weiter, zeigen mir höchstens, dass Sie eher auf der emotionalen Ebene unterwegs sind und Argumente ablehnen, die nicht in Ihr Weltbild passen.

  • 10
    7
    censor
    25.09.2020

    @klapa - danke für den link!
    Für die, welche beim Besuch der "Welt" wie ich vor der geschlossenen Bezahlschranke stehen, hier noch der Bericht von Clemens Traub ungekürzt auf Cicero:
    https://www.cicero.de/kultur/fridays-for-future-clemens-traub-streitschrift-elite-klimawandel

    Mein Fazit:
    Die soziale Zusammensetzung der FFF-Jugend ist sehr aufschlussreich.
    Von wegen Graswurzelbewegung.
    Zitat: "Großstädtisch, linksliberal, hip. - Arzttöchter treffen darin auf Juristensöhne".
    FFF als Karrierebooster für Nachwuchseliten aus gutbürgerlichem Haus.

    Man könnte auch sagen: abgehoben, dem realen Leben und den Sorgen der einfachen Menschen völlig abgängig und abhold.

    Gut, dass der junge Mann es geschafft hat, dort wieder auszusteigen und dass er vor allem so ehrlich ist, darüber zu berichten, wie überzeugt er selbst von den FFF-Thesen war.

    Man sieht also: diese Bewegung ist medial hoch gepusht und hat in der Breite der Gesellschaft nicht annähernd den Rückhalt, den man anhand der Berichterstattung vermuten dürfte.

  • 11
    12
    KarlChemnitz
    25.09.2020

    @censor: So, das musste ich erst mal sacken lassen: Die Milliarden Menschen, den gerade der Arsch auf Grundeis geht, weil Ihre Lebensgrundlage durch Naturkatastrophen wie Dürreperioden, Überschwemmungen, Wirbelstürme und was weiß ich noch mehr als in Frage gestellt wird, werden sich sicher an Ihren Worten erfreuen, dass wir "uns dem Optimum nähern, unter dem es der Menschheit und Natur immer am besten gegangen ist". Zynischer geht es wirklich nicht, Respekt!
    OK, Sie sind Hobbymetereologe, aber halt eben Hobby, und ich bezweifle, dass sich aus den Erkenntnissen Ihrer kleinen Wetterstation die messbaren Veränderungen im globalen Klimageschehen erklären lassen (Signifikante Abschwächung Golfstrom????) Ich halte mich da an naturwissenschaftliche Zusammenhänge, die ich übrigens schon in meiner Kindheit im DDR-Klassenzimmer durch meinen Geo- bzw. Physiklehrer erklärt bekommen habe und an deren Richtigkeit seit Jahren niemand gezweifelt hat, bis das "schlaue" Internet Jeden der es wollte, dazu befähigt hat, bei allen Themen mitreden zu können.
    Bei einem Thema sind wir uns einig: Wir müssen mit dem Klimawandel leben, zu welchem Teil er menschgemacht ist, kann keiner sagen. Fakt ist: Wir haben einen Anteil daran und wir haben die historische Verantwortung vor unseren Kindern, unsere Scherben zumindest teilweise wieder zusammen zu kehren.

  • 8
    7
    klapa
    25.09.2020

    Fridays for Future“-Aussteiger: Klima-Demonstranten sind realitätsfern.

    Ein Aussteiger, Clemems Traub, berichtet der 'Welt' was ihn zum Austeigen aus der 'Blase' bewegt hat.

  • 11
    9
    censor
    25.09.2020

    @mops0106 - Andere Menschen als Leugner zu bezeichnen, weil sie eine andere Meinung haben, ist genau genommen eine äußerst böswillige Kampfpropaganda, denn sie schüchtert Menschen nicht nur ein, überhaupt noch etwas zu sagen (wer will schon gern als Leugner dastehen?) sondern sie grenzt sie auch aus und stellt sie an den Pranger wie Ketzer.

    So etwas darf es in einer Gesellschaft nicht geben und in der Wissenschaft schon gar nicht. Dort ist der Zweifel und das kritische Hinterfragen aller Studienergebnisse das tägliche Brot des Forschers.

    Ich habe immer öfter den Eindruck, Wissenschaft soll durch Glauben ersetzt werden, und das erinnert mich an düsterste Zeiten.

  • 14
    11
    mops0106
    25.09.2020

    @Karl:
    Wenn ich die Begriffe Klimawandel/ Corona bezweifeln/ leugnen lese, höre ich schon auf oder überfliege maximal noch. Diejenigen von uns, die sich kritisch mit allen Themen auseinandersetzen, leugnen diese doch nicht. Das Klima hat sich schon immer gewandelt, verschiedene Phasen durchgemacht und das Virus gibt es natürlich.

  • 13
    10
    censor
    25.09.2020

    KarlChemnitz - ich bezweifle den Klimawandel nicht, nur seine behaupteten Ursachen. Ich bin der Meinung, dass der Klimawandel ein überwiegend natürlicher Vorgang ist und vom Menschen akzeptiert werden muss.

    Die Erde heizt sich nicht "in rasendem Tempo" auf. Der Jahresmittelwert der Temperatur liegt bei rd.14,8Grad Celsius und damit immer noch leicht unter der "Wohlfühltemperatur" des Planeten von 15Grad Celsius.

    Wir haben also zurzeit ein Klima, das sich dem Optimum annähert, unter dem es der Menschheit und Natur immer am besten gegangen ist (Ernährungssituation, Pflanzenwuchs).

    Ich habe dazu auch bereits viel ausgeführt.Daraus geht hervor, welche extremen Klimaschwankungen wir nur in den letzten 1000 Jahren hatten.
    Leider wurde dieser Kommentar bisher nicht veröffentlicht.

    Wir müssen mit Klimawandel leben und sollten nicht glauben, dass wir ihn aufhalten können. Das grenzt an Religion und erinnert an den Ablasshandel und das Fegefeuer im ausgehenden Mittelalter.

    Leider ist man gleich ein Leugner, wenn man anderer Meinung ist als die ideologischen Vorbeter.

    Abschließend möchte ich anmerken, dass ich als Hobbymeteorologe seit über 20 Jahren eine private Wetterstation betreibe und die Daten auch auswerte.
    Sie dürfen also davon ausgehen, dass ich mich aktiv mit dem Wettergeschehen und damit auch mit dem Klima befasse, wenngleich die erzielten Daten für unsere Region gelten und nicht für die ganze Welt.

    Ich bevorzuge eine wissenschaftliche Herangehensweise auf der Grundlage von Fakten und nicht den Behauptungen von Klimaforschern, die ihre Daten durch Computeranimationen und fiktive Prognosen erzeugen, denn diese lagen bisher immer daneben.

  • 13
    12
    KarlChemnitz
    25.09.2020

    @Censor: Dass Sie nun auch noch den Klimawandel bezweifeln (neben den Erkenntnissen zu Corona, die Sie ja auch für Fake halten), wundert mich nicht. Sie halten sich für einen Teil einer kleinen Elite, die erkannt haben will, was die eigentliche Wahrheit ist. Wir anderen sind gutgläubige, naive, systemkonforme und durch die Machtelite manipulierte Schwachmaten.
    Doch: Wer heute noch ernsthaft in Zweifel zieht, dass sich unser Planet derzeit in rasendem Tempo aufheizt, dem ist nicht mehr zu helfen. (Aber was kümmern Sie Statistiken - alles Fake!) Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, zu wissen, mit welchen Maßnahmen wir diesen Trend zurückdrehen können, geschweige denn, ob uns das überhaupt noch gelingt, aber die Leugnung von schlichten Tatsachen wird uns und vor allem unseren Kindern sicher am wenigsten helfen.
    Ich versuche es mal zu erklären, dass vielleicht auch Sie es verstehen: Die Sonnenstrahlung erhitzt unseren Planeten, ganz konkret die Erdoberfläche. Diese reflektiert diese Wärmestrahlung in Richtung Weltall. Durch das Vorhandensein von Gasen mit entsprechenden chemischen Strukturen (die Moleküle müssen aus drei oder mehr Atomen bestehen) wird diese Wärmereflexion massiv gestört. Treibhausgase sind demnach vor allem CO2, Wasserdampf und Methan.
    Die vom Menschen verursachten CO2 Emissionen machen zwar nur etwa drei Prozent aus, es handelt sich dabei aber um MILLIARDEN Tonnen Kohlendioxid, die jährlich dem eigentlich stabilen Kohlenstoffkreislauf seit ca. 100 Jahren netto hinzugefügt werden.
    Nochmal: Sie glauben, die Weisheit für sich gepachtet zu haben, alles was von öffentlicher Seite verbreitet wird, ist für Sie von vornherein manipuliert und gelogen. Sie glauben, davon frei und unabhängig zu sein (im Gegensatz zu uns dummen Kreaturen). Doch seien Sie vorsichtig: Vielleicht sind Sie ja dem einen oder anderen Guru ins Netz gegangen und werden schon lange manipuliert, ohne es selbst zu merken.Denken Sie mal darüber nach.

  • 14
    6
    Hinterfragt
    25.09.2020

    @mops, ach was soll's, der Beruf der Zukunft ist doch YOUTUBER ...

  • 17
    6
    mops0106
    25.09.2020

    Am wichtigsten ist erstmal Schule für die Kinder (auch naturwissenschaftlicher Unterricht). Sonst reicht es für die Zukunft nur zum "Lebenskünstler".

  • 12
    13
    censor
    25.09.2020

    KarlChemnitz - "....dem sich massiv beschleunigenden Klimawandel zumindest ein klein wenig Einhalt zu gebieten."

    Wären Sie bitte so freundlich und würden mit Daten belegen, wo sich der Klimawandel gerade jetzt so massiv beschleunigt?

  • 12
    7
    Christian1984
    25.09.2020

    @KarlChemnitz: Nichts für ungut, aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie meinen zweiten Beitrag zu diesem Artikel gelesen haben. Natürlich versuchen die "Gallionsfiguren" von FFF Einfluss auf die Politik zu nehmen und die gesellschaftliche Debatte maßgeblich zu prägen.
    Ich frage mich auch, wie Sie Klimaschutzmaßnahmen umsetzen wollen, wenn das dafür notwendige Kapital nicht vorhanden ist? Industriearbeitsplätze erzeugen nun mal ein wesentlich höheres Steueraufkommen als z.B. der Dienstleistungssektor. Zudem führt sinkender gesellschaftlicher Wohlstand durch z.B. Arbeitsplatzverlust eher dazu, dass die Bürger zuerst ihre Grundbedürfnisse decken wollen. Den Klimaschutz persönlich als das dringendste Problem des eigenen Daseins zu betrachten, muss man sich erst einmal leisten können...

  • 15
    9
    Hinterfragt
    25.09.2020

    Diese "Klimakünstler" sollten dringend u.a. in den USA vor den Waldbränden demonstrieren.
    Was da seit Wochen für CO² ausgestßen wird, kann der Rest der Welt auch bei Abschaffung sämtlicher Verbrenner nicht mehr einsparen.

    Der Natur sind die Demos von FFF so was von egal ...

  • 8
    17
    KarlChemnitz
    25.09.2020

    @20Online20, Christian & Co.: 1. Was hat diese Demo mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu tun ? 2. Was nützt es unseren Kindern, dass wir heute aus Rücksicht auf Industriearbeitsplätze nicht die notwendigen Dinge tun, die dringend geboten sind, dem sich massiv beschleunigenden Klimawandel zumindest ein klein wenig Einhalt zu gebieten ?

  • 10
    11
    cmi
    25.09.2020

    "Ein Bekannter von mir, im gleichen Alter wie ich, sagt immer: "Uns hälts noch aus!"
    Aber um die folgende Generation, die alles noch beschleunigen will, kann es einem nur leid tun."

    Ja genau. "Euch" hält es noch aus. Aber "ihr" müsst die Welt in einigen Jahrzehnten auch nicht mehr erleben. Das passt auch gut zum Motto "Uns hälts noch aus!": was interessiert uns morgen. YOLO!

    (Mich würde mal das Durchschnittsalter der "Klimaskeptiker" interessieren.)

  • 24
    10
    Lesemuffel
    25.09.2020

    Etwas Gutes hatte die Pandemie. Man wurde nicht durch diesen Antiklimawahn belästigt. Leider geht's nun freitags mit Schulschwänzen wieder los.

  • 23
    8
    20Online20
    25.09.2020

    @1371270
    Und es wird nicht nur Industrie und Landwirtschaft ruiniert, sondern ueber anderer Ebene noch Sozialstaat, Polizeiarbeit ff. Wir werden um jahrzehnte zurueckfallen und jeder schluckt die Kroete....

  • 13
    7
    Christian1984
    25.09.2020

    @neuhier: Woher nehmen Sie diese Kenntnis hinsichtlich Innovationsfeindlichkeit der Automotivindustrie? Elektrofahrzeuge gab und gibt es auch von deutschen Herstellern, z.B. der BMW i3 oder den Opel Ampera. Bei letzterem wurde die Produktion aufgrund schlechter Verkaufszahlen wieder eingestellt. Erst die massive Förderung seitens der Politik soll jetzt der Elektromobilität einen Zugang zu breiten Käuferschichten ermöglichen.
    Knackpunkt ist auch nicht, dass es einen Strukturwandel gibt, sondern auf welche Geschwindigkeit dieser in den letzten Jahren durch die Politik beschleunigt wurde! Die Entwicklung alternativer Antriebe erfordert ein sehr hohes Investitionskapital. Das zwingt die Firmen natürlich zu Sparmaßnahmen in anderen Bereichen. Gleichzeitig werden aber Kapazitäten bei Forschung und Entwicklung sowie der Produktion herkömmlicher Antriebe frei. Diese können aber nicht einfach auf die Elektromobilität umschwenken. Zum einen weil der Eigenfertigungsanteil im Vergleich zum Verbrenner erheblich sinkt bei gleichzeitig steigendem Automatisierungsgrad - sprich, man braucht einfach weniger Arbeiter. Zum anderen weil man einen Maschinenbauingenieur nicht mal so eben zum einen Informatiker oder Elektroingenieur umschult.
    FFF ist sicher nicht die primäre Ursache für diesen Strukturwandel. Der Einfluss auf die Gesetzgebung ist aber vorhanden. Das sich dann die Politik von Werksschließungen in Plauen oder Bobritzsch-Hilbersdorf überrascht zeigt, lässt bei vielen Arbeitern und Angestellten in der Industrie die Wut steigen. Die Demos von FFF sind dann einfach nur noch der blanke Hohn gegenüber der Arbeitnehmerschaft der gefährdeten Betriebe.

  • 34
    10
    1371270
    25.09.2020

    Es ist schon erstaunlich, wie man sehenden Auges ins Unglück rennen kann. Die Folgen der Corona-Politik auf die Wirtschaft werden sich in naher Zukunft zeigen, dazu kommen die Folgen der EU-Klimapolitik.
    Ein Bekannter von mir, im gleichen Alter wie ich, sagt immer: "Uns hälts noch aus!"
    Aber um die folgende Generation, die alles noch beschleunigen will, kann es einem nur leid tun.
    Wenn erst Industrie und Landwirtschaft ruiniert sind, werden sie merken, dass man Geld zwar beliebig drucken, aber nicht essen kann.

  • 18
    24
    neuhier
    25.09.2020

    @Christian: Dafür, dass die deutsche Automobilindustrie jahrzehntelang offenbar immun gegen Innovation war, kann nur die Industrie selbst was. Hätte man sich früher gedreht und wäre aktiv geworden, würde man jetzt auch nicht von den Tatsachen überrollt.
    Das trifft übrigens zu 100 Prozent auch auf die Klimakrise zu.

  • 34
    14
    Christian1984
    25.09.2020

    Vielleicht sollten die Teilnehmer auch vor gefährdeten Industriestandorten z.B. dem MAN-Werk in Plauen oder den Mahle-Standorten in Reichenbach/Bobritzsch-Hilbersdorf auftreten.
    Die kommende Emissionsgesetzgebung hat in der Automobilindustrie und auch im Maschinenbau den Strukturwandel auf eine solche Geschwindigkeit beschleunigt, dass aktiv Industriearbeitsplätze vernichtet werden.
    Die heimische Industrie ist das Fundament unseres Wohlstandes gegen welches diese Kinder/Jugendlichen aus häufig besser gestellten sozialen Kreisen zu Felde ziehen.