Kramp-Karrenbauer warnt vor Russlands und Chinas Einfluss

Der Balkan ist weitgehend aus dem Blickfeld Europas geraten. Die Verteidigungsministerin warnt bei einem Besuch vor neuen Gefahren. Und sie setzt ganz auf die Zusammenarbeit in der Nato.

Pristina (dpa) - Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat bei einem Besuch im Kosovo vor einer wachsenden Einflussnahme von Russland und China in der Region gewarnt.

«Es gibt neue Herausforderungen, die auf diese Region auch zukommen. Wir spüren einen zunehmenden Einfluss von Russland von China», sagte sie am Sonntagabend nach Gesprächen im Camp «Film City» der Nato-geführten Friedenstruppe KFOR in Pristina. Zudem sei die Region mit der Frage konfrontiert, wie sie mit rückkehrenden Kämpfern aus dem Syrien-Krieg und der damit verbundenen Gefahr umgehe.

Im Kosovo sind noch etwa 70 deutsche Soldaten stationiert. Die Präsenz von KFOR und der Nato helfe, politischen Fortschritte abzusichern und die Lage für die Zukunft zu stabilisieren, sagte die CDU-Politikerin. Das Kosovo könne die Wahl umsetzen, die es bisher getroffen habe, «nämlich eine klare Orientierung hin zur Europäischen Union und hin zur Nato». Kramp-Karrenbauer nannte die Truppenpräsenz ein «besonderes Zeichen der Verbundenheit und ein besonderes Zeichen auch, dass wir die erreichten Fortschritte der letzten 20 Jahre eben auch für die Zukunft absichern wollen».

Bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte das Kosovo den Status einer autonomen Provinz Serbiens. Die Aufhebung der Autonomie durch den serbischen Führer Slobodan Milosevic hatte zunächst zum gewaltlosen Widerstand der Rugova-Bewegung, später zum bewaffneten Aufstand der UCK geführt. Nachdem die serbischen Sicherheitskräfte massenhaft Zivilisten getötet und vertrieben hatten, griff im März 1999 die Nato mit Bombardierungen gegen Serbien ein, so dass Belgrad seine Verwaltung und Sicherheitskräfte aus dem Kosovo abzog. Von 1999 bis 2008 hatte die UN-Mission Unmik das Land verwaltet.

Das Kosovo wird heute fast ausschließlich von Albanern bewohnt. Serbien hat sich mit dem Verlust seiner einstigen Südprovinz bis heute nicht abgefunden. Auch Russland, China und fünf EU-Länder erkennen die 2008 erklärte Unabhängigkeit des Kosovos nicht an. Bemühungen der EU, über Verhandlungen eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo zu erreichen, blieben bislang erfolglos.

8Kommentare
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  • 0
    3
    Interessierte
    05.12.2019

    Die Einsicht kommt aber spät …
    Vor China habe ich schon viele , viele Jahre Angst , wenn die erst einmal alles nachgemacht haben und aufgekauft haben und auch noch ihre Männer mit den Säbeln hierher geschickt haben …

  • 4
    1
    Lesemuffel
    03.12.2019

    Interessierte Diese von Ihnen genannten Staaten repräsentieren ca. 3.5 Mrd. Menschen. Die lassen sich von Oberlehrer einer 80-Millionen-Bevölkerung nicht in sinnlose Angst und Schrecken versetzen. Die haben ernster, aktuell Probleme zu lösen. Die gehen die Klima Frage mit Modernisierung, mit neuer Technik (Brennstoffzelle ua.) an. Die Menschen halten das für den besseren Weg, anstatt Dieselverbote, CO2-Steuern und Besetzung von Kohlegruben und Kraftwerken. Die schauen natürlich, wie D das Land sich mit Strom versorgen wird, wenn gleichzeitig Kernkraft-Kohlekraftwerke ohne Stromtrassen und Speichermöglichkeiten stillgelegt werden. Sie haben Deutschland allerdings noch als einst technologisch führende Nation in Erinnerung und sind jetzt etwas verwirrt über das, was heute dort abgeht.

  • 2
    1
    Hinterfragt
    03.12.2019

    Nun da fällt mir doch nur eines ein:
    „Eckart! Meine Frau is nicht da! Ich glaub es is so weit! Kannst mal runner in Keller kucken, ich glaub, die Russen sind da!"

  • 1
    3
    osgar
    03.12.2019

    Da haben Sie ohne Zweifel recht, ABER
    man bohrt das Brett meist an der dünnsten Stelle.

  • 1
    2
    Interessierte
    03.12.2019

    In China , den USA und Indien - und dann noch Rußland - bestehen doch die größten Klimaprobleme , sollte man da nicht erst einmal dort anfangen und den Menschen dort aufdiktieren , was die zu tun und zu lassen haben ?
    Oder schafft es die Greta nicht bis dahin …. ?

    China – 28,03 %
    USA – 15,9 %
    Indien – 5,81 %
    Russland – 4,79 %
    Japan – 3,84 %
    Deutschland – 2,36 %
    Korea – 1,78 %
    Kanada – 1,67 %

  • 9
    2
    Lesemuffel
    02.12.2019

    Der Einfluss von China und Russland bezieht sich auf friedlichen Welthandel, zum Beispiel die Seidenstraße, oder wenn es den USA gelingt, Nordstream II zu Fall zu bringen, kommt Südstream über die Türkei und Bulgarien, souveräne Staaten. Die Nato als Miltärbündnis ist da nur der Störenfried und Deutschland, was sich als ergebenster Natostaat gebärdet, macht sich keine Freunde. Wo will denn AKK ihre BW einmarschieren lassen? Vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer als Bedrohung Russlands. Konnte im Saarland das Fach Geschichte abgewählt werden? Sonst wüsste sie, dass eine Wiederholung der Taten ihrer Väter nicht wiederholt werden dürften.

  • 9
    4
    Malleo
    02.12.2019

    AKK erschrickt wahrscheinlich auch, wenn sie morgens in den Spiegel schaut.

  • 11
    3
    Freigeist14
    02.12.2019

    Wahrscheinlich sind der dpa und Frau AKK die Dokumentationen über die handfesten Lügen über den Kosovo-Krieg (Jochen Scholz Oberstleutnant a.D.) nicht geläufig. Es sei denn ,es wird wieder bewusst gelogen und aus der Verdrängung des Einflusses Russlands auf dem Balkan ein "Wachstum" herbei halluziniert . Bei der NATO -Filiale Kosovo von "Fortschritten" zu faseln , passt zum Erscheinungsbild der CDU-Vorsitzenden .



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