Trump legt bei Auseinandersetzung mit Demokratinnen nach

Der US-Präsident kann das Twittern nicht lassen - und reagiert sich dabei erneut an vier Demokratinnen ab. Der bedrohlichen Lage am Persischen Golf und den Spannungen mit dem Iran widmete er über das Wochenende unterdessen keinen einzigen Tweet.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat in seiner Attacke gegen vier weibliche Abgeordnete der Demokraten nachgelegt. In einem neuen Tweet äußerte er Zweifel an deren Patriotismus.

«Ich glaube nicht, dass diese vier Kongressabgeordneten in der Lage sind, unser Land zu lieben», schrieb er unter anderem. Das löste prompt Protest unter den oppositionellen Demokraten aus. Die Krise am Persischen Golf, wo der Iran britische Tanker stoppte, war Trump über das Wochenende indes keinen Tweet wert.

Der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings sagte beim TV-Sender ABC, der 73-jährige Milliardär sei «ohne Zweifel» ein Rassist. Der Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Cory Booker, meinte im Gespräch mit CNN, Trump sei «schlimmer als ein Rassist». Er benutze seine rassistische Sprache als Waffe, um die Nation zu spalten.

Trump hatte die Auseinandersetzung um die vier Demokratinnen vor einer Woche auf Twitter ausgelöst. In einem Tweet hatte er die vier ins Repräsentantenhaus gewählten Politikerinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. In der Nachricht nannte der US-Präsident keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine Gruppe von vier aufstrebenden demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an: Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley. Drei von ihnen sind in den USA geboren. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenagerin in den USA eingebürgert. Alle vier sind demnach US-Staatsbürgerinnen.

Nun legte Trump nach: «Sie sollten sich bei Amerika (und Israel) für die schrecklichen (hasserfüllten) Sachen entschuldigen, die sie gesagt haben», schrieb er weiter in einem Tweet. Die vier Frauen zerstörten die Demokratische Partei, als «schwache und unsichere Menschen» könnten sie Amerika aber niemals zerstören, schrieb der Republikaner weiter.

Trump hatte am Mittwochabend eine Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina für neue Beleidigungen und Attacken gegen Omar und ihre drei Parteikolleginnen genutzt - und seine Anhänger damit zu Hasstiraden ermutigt. Die Menge quittierte Trumps Worte bei der Rede in Greenville mit der Parole «Schickt sie zurück!» und schloss sich damit der Position des Präsidenten an.

Später versuchte der US-Präsident, sich von den - von ihm selbst angestachelten - Tiraden zu distanzieren. «Ich war nicht glücklich darüber», sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus mit Blick auf die Veranstaltung am Vorabend. «Ich fühlte mich ein bisschen schlecht deswegen», erklärte er und behauptete: «Ich stimme da übrigens nicht mit überein.»

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Nixnuzz
    24.07.2019

    @Distelblüte: "..was würde denn da passieren ?" Wäre ich mir nicht sicher. Vielleicht müssten die zunächst zum Drogentest. Aber solange die Demo korrekt angemeldet ist - nix.,...

  • 2
    2
    Distelblüte
    24.07.2019

    @Interessierte: Nichts.

  • 1
    2
    Interessierte
    24.07.2019

    Die haben in der DDR vor 1989 auf den Demos immer Gorbi gerufen und dann wurden die erst einmal mitgenommen ...
    Wenn nun heute in der BRD bei den Demos immer Trampi oder Erdi oder Puti gerufen würde , was würde denn da passieren ?

  • 2
    1
    Nixnuzz
    23.07.2019

    @franzudo2013: Das Geburtsrecht. Um wählbar zu sein, muss ein Kandidat das passive Wahlrecht besitzen, er darf also weder Strafgefangener sein, noch durch Entmündigung, ein Amtsenthebungsverfahren oder anderweitig sein Wahlrecht verloren haben. Das Mindestalter beträgt 35 Jahre, außerdem muss ein Kandidat seinen Wohnsitz seit mindestens 14 Jahren in den Vereinigten Staaten haben.
    Er muss entweder zum Zeitpunkt der Ratifikation der Verfassung bereits Bürger der USA gewesen sein, was für die ersten neun Präsidenten zutraf, oder ein natural born citizen der USA sein. Letztere Vorschrift ist nicht ganz eindeutig, so gab es bei der Kandidatur von John McCain eine Debatte, ob er diese Vorschrift erfülle, da er in der damals unter Kontrolle der USA stehenden Panamakanalzone geboren wurde.[2] Vorherrschende Ansicht ist inzwischen, dass jeder Mensch, der die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten durch seine Geburt erlangt hat, ein natural born citizen ist. ..und Don Trump hat das alles..die anderen müssten das beweisen...

  • 3
    4
    franzudo2013
    22.07.2019

    Recht hat er, der Herr Trump.,
    Was hat ein Kopftuch beim Hochamt der Demokratie verloren? Nichts!

  • 4
    1
    Nixnuzz
    22.07.2019

    @Hirtensang: Nur!

  • 2
    2
    Hirtensang
    22.07.2019

    Ob der Gröpaz bei seinen Worten auch an die Familie Obama gedacht hat?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...