Der Brexit ist besiegelt: Klarer Wahlsieg für Johnson

Bereits in der kommenden Woche könnte der britische Premier seinen Brexit-Deal dem Parlament vorlegen. Mit der neu gewonnenen Mehrheit steht dem EU-Austritt am 31. Januar nichts mehr im Weg. Ärger droht Johnson aber mit neuen Forderungen nach schottischer Unabhängigkeit.

London/Brüssel (dpa) - Mit seinem spektakulären Wahlsieg hat der britische Premierminister Boris Johnson bei der Parlamentswahl ein klares Mandat für seinen Brexit-Kurs bekommen.

«Wir werden den Brexit bis zum 31. Januar vollenden, kein Wenn, kein Aber und kein Vielleicht», versprach Johnson am Freitag vor jubelnden Anhängern in London. Ein zweites Brexit-Referendum sei vom Tisch.

In einer Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street in London sprach sich der 55 Jahre alte Premier für eine «dauerhafte Pause vom Reden über den Brexit» aus. Das habe das Land nach dem fünfwöchigen Wahlkampf verdient. Möglicherweise wird Johnson schon am Montag sein Kabinett umbilden. Am Dienstag soll das neu gewählte Parlament dann zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten.

Vor der Absperrung an der Downing Street bildete sich am Freitag eine Menschentraube. Sie sei sehr erfreut über das Ergebnis, sagte die 55 Jahre alte Joan. «Das war ja peinlich, die Streitereien im Unterhaus. Die ganze Welt hat schon über uns gelacht. Ich war für den Brexit, und ich mag Boris Johnson.» Die 44-jährige Heather hat nicht für Johnson gestimmt. «Aber ich bin jetzt auch froh, wenn dieser Alptraum mit dem Brexit-Gezerre vorbei ist», sagte sie. « Geben wir Boris eine Chance, wir werden ja sehen, ob er schafft, was er versprochen hat.»

Nach Auszählung aller Wahlkreise kommt die Konservative Partei auf 365 der 650 Mandate - die Tories haben damit einen Vorsprung von 80 Sitzen vor allen übrigen Parteien. Labour verlor 59 Mandate und kam auf 203. Die Schottische Nationalpartei (SNP) legte 13 Sitze auf 48 zu, die Liberaldemokraten verloren einen Sitz und kommen auf 11. Die anderen Sitze entfielen auf kleinere Parteien.

Mit Blick auf Abspaltungstendenzen in Schottland sagte Johnson, er werde das Land einen. Doch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will schon in der nächsten Woche ein neues Unabhängigkeitsreferendum anschieben. Die Schotten hätten das Recht, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. «Es ist die Sache des schottischen Parlaments, nicht einer Regierung in Westminster, zu sagen, ob und wann es ein neues Referendum geben sollte.»

Zuvor hatte sich Johnson bei der 93 Jahre alten Königin Elizabeth II. im Buckingham-Palast den Auftrag zur Regierungsbildung abgeholt. Die Monarchin wird das Regierungsprogramm Johnsons höchstwahrscheinlich am Donnerstag bei einer feierlichen Eröffnungszeremonie im Parlament vorstellen. Bereits am Tag darauf will Johnson das Gesetz für die Ratifizierung des Brexit-Abkommens wieder ins Parlament einbringen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte per Twitter: «Herzlichen Glückwunsch, Boris Johnson, zu diesem klaren Wahlsieg.» Ebenso wie Außenminister Heiko Maas sprach sie sich für eine weitere enge Zusammenarbeit mit Großbritannien aus.

Merkel berichtete nach dem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel mit Blick auf die Teilnehmer: «Ehrlich gesagt haben sich viele darüber gefreut, dass es ein klares Ergebnis war und nicht erneut ein Parlament mit ungewissen Mehrheiten entsteht.» Nun gebe es auch eine gewisse Sicherheit, dass Großbritannien geregelt aus der EU austrete.

Die Europäische Union forderte in Brüssel eine zügige Ratifizierung und Umsetzung des Brexit-Abkommens. Darüber hinaus bekräftigten die Staats- und Regierungschefs den Wunsch nach einer möglichst engen Beziehung zu Großbritannien auch in Zukunft. Diese solle aber auf einem «Gleichgewicht aus Rechten und Pflichten gründen und ein "Level Playing Field" sichern», heißt es im Gipfel-Beschluss.

Gemeint ist damit: London soll sich nicht mit niedrigen Sozial-, Umwelt- oder Steuerstandards unfaire Wettbewerbsbedingungen verschaffen. Die EU-Kommission soll direkt nach dem für Ende Januar geplanten Brexit ein Mandat für die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen entwerfen. Dies soll dann rasch von den EU-Staaten gebilligt werden.

Labour-Chef Jeremy Corbyn will nach dem historisch schlechten Abschneiden seiner Partei keinen weiteren Wahlkampf anführen. Nach der Niederlage sei ein Reflexionsprozess notwendig, den er als Parteichef begleiten wolle. Als Zeitraum für einen Rücktritt nannte Corbyn die ersten Monate des nächsten Jahres. Labour hat im Unterhaus künftig so wenig Abgeordnete wie seit 1935 nicht mehr. Die britischen Sozialdemokraten verloren die vierte Parlamentswahl in Folge.

Johnson will über das Brexit-Abkommen noch vor Weihnachten abstimmen lassen. Erwartet wird, dass dies am kommenden Freitag geschehen soll. Eine Zustimmung zum Abkommen gilt als sicher.

US-Präsident Donald Trump gratulierte Johnson zu einem «großartigen Sieg». «Großbritannien und die Vereinigten Staaten werden nun nach dem Brexit frei sein, ein riesiges Handelsabkommen zu schließen», twitterte Trump. «Dieser Deal hat das Potenzial, weitaus größer und lukrativer zu sein als jeder Deal, der mit der EU geschlossen werden kann», schrieb Trump weiter. «Feiert Boris!»

Die Chefin der proeuropäischen Liberaldemokraten, Jo Swinson, verlor in einer für ihre Partei enttäuschenden Wahlnacht ihr Mandat und trat zurück. Die Liberaldemokraten wollten die Wahl mit dem Versprechen gewinnen, den Brexit abzublasen. Swinson hatte ihren Sitz im schottischen Dunbartonshire East an die Kandidatin der SNP verloren.

Dem Brexit-Abkommen zufolge soll Großbritannien bis Ende 2020 in einer Übergangsphase bleiben. Bis dahin will Johnson einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der Staatengemeinschaft aushandeln. Die Zeit dafür gilt jedoch als denkbar knapp. Eine Verlängerungsoption um bis zu zwei Jahre, die bis Juli 2020 möglich ist, hat der Premier ausgeschlossen. Sollte kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht Ende 2020 wieder ein No-Deal-Szenario.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen Eile mahnte zur Eile bei den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen. Der Brexit-Fahrplan sei herausfordernd, sagte sie nach einem EU-Gipfel in Brüssel. Man gehe davon aus, dass das Parlament in London den Brexit-Vertrag bis Ende Januar ratifiziere. Anschließend habe man nur elf Monate Zeit, um über ein Handelsabkommen und die Zusammenarbeit in weiteren Bereich wie Verkehr und Fischerei zu verhandeln. Dies sei sehr knapp.

Die Briten hatten 2016 in einem Referendum mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt gestimmt. Nach zähen Verhandlungen konnte Johnsons Vorgängerin Theresa May im November 2018 ein Austrittsabkommen vorlegen. Doch die anschließende Ratifizierung im britischen Parlament scheiterte, weil ihre Regierung keine Mehrheit mehr hatte. Der Brexit wurde mehrmals verschoben, May musste zurücktreten. Johnson verhandelte nach dem Amtsantritt den Deal mit Brüssel nach.

Wie es nach der Parlamentswahl in Großbritannien weitergeht:

Boris Johnson kann sich direkt an die Ausarbeitung seines Regierungsprogramms machen. Als nächstes wird erwartet, dass Johnson sein Kabinett umbildet. Das neu gewählte Parlament soll dann zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. Formell wird ein Parlamentspräsident gewählt, doch es gibt keinen Zweifel, dass der Labour-Abgeordnete Lindsay Hoyle in dem Amt bestätigt wird. Er hatte erst Anfang November den ehemaligen Konservativen John Bercow beerbt. Anschließend werden die Abgeordneten vereidigt.

Offiziell vorgestellt wird das Regierungsprogramm Johnsons höchstwahrscheinlich am Donnerstag von der Queen bei einer feierlichen Eröffnungszeremonie im Parlament. Bereits am Tag darauf will Johnson das Gesetz für die Ratifizierung des Brexit-Abkommen wieder ins Parlament einbringen. Eine Mehrheit gilt als sicher. Das Gesetz soll den Weg frei machen für den EU-Austritt Ende Januar. Geht in London alles glatt, wird das Europaparlament das Vertragswerk absegnen. Das Haus tagt Mitte Januar in Straßburg. Haben beide Parlamente zugestimmt, tritt der Vertrag in Kraft und die britische EU-Mitgliedschaft endet am 31. Januar um Mitternacht.

42Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    pcomment
    16.12.2019

    Das gebe ich mal zurück.
    Man muss ja nicht immer einer Meinung sein. Deshalb muss man sich aber nicht gleich verbal "zerfleischen".
    Schön, wenn man auch mal diskutieren kann - und das darf auch mal heftig sein, solange man den Respekt voreinander nicht verliert.
    Insofern, Danke für eine intensive Auseinandersetzung.

  • 0
    0
    Lesemuffel
    16.12.2019

    pcomment Sehr sachlich, informativ, nicht den User kritisierend, sich mit der Sache auseinandersetzend, den Mitdiskutanten achten, selten hier im Forum, aber es gibt es wenigstens.

  • 2
    0
    pcomment
    16.12.2019

    Kein Einspruch gegen das Problem des immer größer werdenden Parlements, dass leider viel zu lange immer wieder verschlafen wird. Hier muss dringend gehandelt werden.

    Aber einer Argumentation, dass ein Mehrheitswahlrecht den Wählerwillen besser abbildet, kann ich einfach nicht folgen. Solange nicht, wie ein Mehr an Wählerstimmen dazu führen kann, dass der nach Wählerstimmen unterlegene als Sieger einer Wahl hervorgeht. Das mag formaljuristisch korrekt sein, da stimme ich zu. Den Wählerwillen bildet das eben gerade aber nicht ab.
    Das einzige was ich beim Mehrheitswahlrecht als Vorteil sehe, ist die Tatsache, dass es in der Regel klarere Mehrheiten gibt. Aber was nützt das, wenn diese nicht das wiederspiegeln, was die Mehrheit der Wähler will.

    Aber es ist wie bei meiner anderen Ausführung: Es ist meine Meinung. Sie dürfen Ihre haben.

    Nebenbei bemerkt, glauben Sie ernsthaft, dass es in UK oder US anders läuft, was die Frage der Sicherung von Macht und Posten angeht? Schauen Sie sich Theresa May an, die nach ihrem Rücktritt erneut kandidiert hat.
    Im Übrigen sehe ich das gar nicht so negativ, wie das immer dargestellt wird. Wer in der Politk etwas erreichen will, braucht Macht und Posten. Wer in die Politik geht und das nicht anstrebt, hat irgendwas falsch gemacht. Er wird seine Punkte nie durchsetzen können. Das gilt weltweit, egal bei welchem Wahlsystem.

  • 2
    2
    cn3boj00
    16.12.2019

    Interessant mit welchen Blöhungen man sich hier Gedanken über andere Länder macht. Und wie man das Prinzip, dass Wahlsieger Koalitionen mit "Kleinen" eingehen dürfen, immer noch nicht verstanden hat.

  • 0
    2
    Lesemuffel
    16.12.2019

    Pcomment Ausgangspunkt war der Vergleich der Wahlsystem in D und GB. Das britische bildet den Wähler Wille besser ab. Da sind die genannten Konstruktionen, erst bekämpfen und wenn es um die Macht Sicherung bzw. Erlangung geht, entdeckt man gemeinsame Schnittmengen. Hierzulande hat man sich daran gewöhnt, als ob es nichts Besseres gäbe. Dann noch die Überhangmandate, Aufblöhung des Parlamentes......

  • 1
    1
    pcomment
    16.12.2019

    @Lesemuffel: Ihre Logik hinkt gewaltig. Sie lässt nämlich nur zwei Schlussfolgerungen zu.

    1. Jede Art von Koalition wäre ausgeschlossen, wenn eine Partei unter eine bestimme Prozentmarke fällt. CDU/FDP, SPD/FDP, SPD/Grüne wären demnach häufig nicht möglich gewesen. FDP und Grüne hatten häufig sogar weniger als 8% als sie an Regierungen in Bund oder Ländern beteiligt waren.
    oder
    2. Sie nehmen an, dass nur die stärksten Parteien im Parlament miteinander koalieren dürfen. Dann hätte es in der Alt-Bundesrepubik ausschließlich große Koalitionen gegeben. Zudem nehmen Sie einer Partei das Entscheidungsrecht, mit welchem Partner sie aufgrund von Schnittmengen eine Koalition bilden möchte.

    Aber ich bin sicher, dass Sie selbst wissen, dass Ihre Argumentation so nicht korrekt ist.

  • 1
    4
    Lesemuffel
    16.12.2019

    Dritter Versuch einer Antwort auf pcomment, jetzt ohne vorgerechnet zu haben. Es gibt Parteien die von 92% d. W. nicht gewählt worden sind und trotzdem regieren dürfen.

  • 3
    0
    acals
    16.12.2019

    Die Debatten im Unterhaus sind auch deswegen so qaeulend lang gewesen, weil jeder der dort sitzt in seinem Wahlkreis direkt gewaehlt werden muss. Sprich - er muss vor Ort Stellung beziehen warum er wie agiert hat.
    Das gefaellt, oder das missfaellt - und so sind Labour halt in Groessenordnungen Plaetze, sprich Wahlkreise, floeten gegangen.
    Andererseits - war Labour nun fuer oder gegen Brexit? Mit eben jenem Corbyn, von dem schon Obelisk sagte: Die spinnen, die Briten - mal woll sie das eine, und dann wieder dasselbe.
    Es ist also komplett Trugschluss zu meinen das alles ausser Tories und ein paar randsstaengigen Gruppen fuer, alle anderen gegen den Brexit waren. In diesem Tohuwabohu erschien dann Johnson und die seinen als Lichtgestalt, denn hier war eine klare Linie deutlich erkennbar.

  • 2
    0
    pcomment
    16.12.2019

    @Franziskamarcus: "...findet sich leider bei vielen deutschen Kommentatoren." Warum leider? Darf man Fakten nicht mehr nennen?

    Sie unterstellen mir mit Ihrer Aussage, dass ich würde unseriös argumentiere, dass ich das Ergebnis nicht respektiere. Ich habe aber an keiner Stelle gesagt, dass ich den Briten empfehle, ihr Wahlsystem zu ändern. Ich habe ebensowenig bestitten, dass Johnson die Wahl gewonnen hat, wenn man die aus dem Wahlrecht abgleiteten Sitze im Parlament betrachtet.

    Mir sind die Vor- und Nachteile der Verhältniswahl oder Mehrheitswahl durchaus bewusst. Die Frage heißt eigentlich immer Abbildung der Wähleranteile vs. Schaffung klarer Mehrheiten (verkürzt dargestellt).
    Ich persönlich halte aufgrund der fehlenden Abbildung der tatsächlichen Wähleranteile nicht viel vom Mehrheitswahlrecht, weil es meiner Empfindung nach häufig eher Mehrheiten befördert, die nicht dem Mehrheitswillen der Wähler entsprechen (siehe Wahl von G.W. Bush, siehe Wahl von D. Trump, siehe jetzige Wahl in UK). Diese Meinung zu äußern ist ermal nicht unseriös, es ist eben einfach eine Meinung. Sie drüfen gern eine andere haben.

  • 2
    1
    pcomment
    16.12.2019

    @Lesemuffel: Vielleicht ist Volkwille wirklich nicht das richtige Wort, da es immer um Mehrheitsentscheidungen geht. Aber der Wille der Mehrheit der Wähler wird offenbar nicht abgebildet, das lässt sich festhalten.

    Und um auf Ihre 8% einzugehen: Ich nehme an Sie meinen die SPD in Sachsen. Was wäre Ihrer Meinung nach die richtige Regierung in Sachsen - unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 70% eine Partei gewählt haben, die nicht mit der AfD koalieren will (und die Wähler haben das bei ihrer Wahl sicher durchaus berücksichtigt).

  • 3
    4
    Franziskamarcus
    15.12.2019

    PC comment, ihre Mühe hätten sie sich sparen können. Die Aussage, dass die Tories landesweit wenig Stimmenzuwachs hatten und der Wahlsieg daher letztlich gar nicht so riesig war, findet sich leider bei vielen deutschen Kommentatoren. Es ist jedoch unseriös, das Ergebnis einer Mehrheitswahl in Wahlkreisen, in landesweiten Parteienproporz umzurechnen und damit implizit zu suggerieren, dies sei das „wahre“ Ergebnis. In GB werden nicht Parteien, sondern Personen in Wahlkreisen gewählt. Der Parteienproporz spielt dabei keine Rolle und natürlich ist das Ergebnis dann auch nicht am Proporz zu messen. Tatsache ist, dass die Tories netto 47 Wahlkreise und damit Abgeordnete dazugewonnen haben, während Labour 59 Wahlkreise verlor. Will heißen: Johnson ist und bleibt der Gewinner,und zwar deutlich.
    Mfg

  • 2
    6
    Lesemuffel
    15.12.2019

    @pccomment Gut gerechnet. Einfach mal den Briten vorschlagen, unser Wahlsystem zu übernehmen. Da wird, wie Sie schrieben offensichtlich der "Volkswille" korrekt abgebildet. Da dürfen sogar Wahlverlierer mit ca. 8% in die Regierung. Die Deutschen finden das superdemokratisch.

  • 0
    4
    Interessierte
    15.12.2019

    Solche Problem kann nur solch ein Kunde lösen ….

  • 3
    3
    pcomment
    15.12.2019

    Wenigstens klare Verhältnisse, das ist wohl das einzige, was man dazu sagen kann.

    Leider gewinnt aber bei Lichte betrachtet die Partei, die weniger Stimmen hat, als die Parteien, die den Brexit ablehnen oder aber zumindest ein zweites Referendum wollten.
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Stimmen zu errechnen. Die eindeutigen Brexit-Parteien haben danach 46,47 % der Wähler ihre Stimme gegeben. Den Parteien, die den Brexit ablehnen oder aber wenigstens ein zweites Referendum wollen, haben 51,34% der Wähler die Stimme gegeben. Der Rest von 2,1% sind "Sonstige", die ich so im Einzelnen jetzt nicht nachgeforscht habe.

    Man hat sich auf der Insel dieses Wahlrecht gegeben, das ist die Entscheidung der Briten gewesen.
    Aber man darf wohl anzweifeln, dass damit Volkes Wille wirklich immer im Parlament abgebildet wird. Wenn ich mir die Stimmanteile anschaue, passen die Anteile der Wählerstimmen nicht zu den Anteilen der Stimmen im Parlament. Das ist ein Fakt. Es ist also fraglich, ob das wirklich so ein überwältigender Sieg für den Weg des Brexit war.

    Wer mein Rechenergebnis prüfen möchte, darf sich das bei Google gern anschauen. Einfach mal "Wahlergebnis Großbritannien 2019" eingeben. Es gibt sicher auch noch genug andere Quellen.

  • 3
    4
    Tauchsieder
    14.12.2019

    Es wäre vielleicht besser sie würden hier nichts mehr zu diesem Thema schreiben "Mar....", man muss sich doch nicht mit Gewalt unmöglich machen !

  • 5
    7
    Maresch
    14.12.2019

    @Franz. Auch was Sie jetzt wieder schreiben, ist völlig zusammenhangslos zu dem, was ich geschrieben habe!

  • 7
    6
    franzudo2013
    14.12.2019

    Der Zusammenhang ist mit Händen zu greifen. Europa ist Vielfalt statt Einfalt. Der Brexit ist ein Symbol für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung. Alles das, was die EU nicht haben will und sein will.
    Merkel hat ihre Aktie dran. Welches Weltbild muss man haben, um als Deutsche in Europa anderen Ländern vorzuschreiben, wie deren Verhältnis zu Israel sein soll (Thema Hauptstadt Jerusalem).

  • 9
    4
    Tauchsieder
    14.12.2019

    Ich glaube sie sind im falschen Film und verwechseln Papageien mit Hühnereiern "Mar...".

  • 6
    10
    Maresch
    14.12.2019

    @Tauchsieder. Ihr Kommentar ist in Bezug auf das Thema völlig sinnfrei!

    Es geht um Großbritannien und den Brexit. Schon gemerkt? Aber schön, welche Verachtung Sie der britischen Arbeiterschaft und den Abgehängten entgegenbringen, die wieder mal die Zeche zahlen werden. Das sagt viel über Sie aus und das ist nichts positives!

  • 6
    10
    Maresch
    14.12.2019

    @franz. Vielleicht sollten Sie ihren Text mal auf einen logischen Zusammenhang zum Brexit prüfen, dann könnte Ihnen auffallen, dass es keinen gibt!

  • 11
    6
    franzudo2013
    14.12.2019

    Maresch, wenn die Briten keine Eliten und Freigeister wie Churchill und ein Mehrheitswahlrecht gehabt hätten, dann hätte der Mann aus Braunau mit seiner Einigung Europas Erfolg gehabt. Seien Sie froh, dass die Demokratie in Großbritannien funktioniert.

  • 8
    4
    ralf66
    14.12.2019

    @Maresch, haben Sie sich schon mal die finanzielle Situation der EU betrachtet, wo die Süd-EU-Mitgliedstaaten Geld drucken um ihre Schulden z. B. an Deutschland zu bezahlen, ein Unding größeren Ausmaßes, wie lange so etwas noch gut geht weiß der Teufel. Die Briten treten aus der EU aus, weil Sie der tatsächlichen Meinung waren und sind, daß sie von der EU in vielen Dingen bevormundet werden, die eigene staatliche Handlungsfähigkeit wirtschaftlich, finanziell und politisch gefährdet sahen. Was will ich in einer EU wo sich nicht an Gesetzen gehalten wird, wo wirtschaftlich gut stehende Länder die Hauptlast zur Finanzierung tragen, womit dann Staaten geholfen wird die über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben. Man kann den ganzen Tag, Wochen und Monate lang mit dem Dauerbrenner Klimawandel vom Mensch gemacht viel von den Haupsächlichkeiten auf dieser Welt ablenken.

  • 10
    5
    Tauchsieder
    14.12.2019

    Mir kommen die Tränen "Mar...."!
    Wieviel Kinder leben in D in Armut, wieviel Menschen arbeiten in D im Niedriglohnsektor, wieviel Hartz-4 Empfänger gibt es in D, wieviel Rentner in D müssen aufstocken und warten auf eine angebliche "Respektrente".... ?
    Zeige nie mit dem Finger auf andere wenn du selbst genug "Sch...." am Fuß hast!

  • 6
    11
    Maresch
    14.12.2019

    Für die Ärmsten und die Arbeiter in den abgehängten Regionen Großbritanniens wird sich rein gar nichts an deren prekären Situationen ändern.

    Dieser sog. Brexit kommt exakt der neoliberalen Lügen-Clique zu Gute, die für den industriellen Niedergang Großbritanniens und Privatisierungswelle seit M. Thatcher verantwortlich ist und die mit dem Brexit auch noch ihr primitives nationalistisches und vom vergangenen Empire träumendes Ego streichelt.

  • 10
    4
    Tauchsieder
    14.12.2019

    Nur noch so viel aus dem Land der "angeblichen" Idioten.
    Nach Wahlsieg will Johnson die Abschaffung der britischen Rundfunkgebühren prüfen, er stellt die Gebührenfinanzierung der BBC infrage. Johnson äußert sich weiter Zitat: - "Wie lange kann man ein System rechtfertigen, bei dem jeder, der einen Fernseher hat, eine bestimmte Reihe von Fernseh- und Radiosendern bezahlen muss?" - Zitat Ende. Da sträuben sich wahrscheinlich die Nackenhaare von Welke und man versteht auch seinen Angriff auf Johnson. Man kann Johnson da nur viel Glück wünschen bei der Umsetzung.

  • 11
    4
    Tauchsieder
    14.12.2019

    Gewählt haben ihn die Briten. Da man aber mehrheitlich die Briten nicht als Idioten bezeichnen kann/will sucht man sich den Weg des geringsten Widerstandes. So muss Johnson für einen grottenschlechten Journalismus herhalten, bei der sich diese freitägliche "Volksbespaßung" durch Welke entweder noch vor Böhmermann, zumindest aber gleich danach einordnet.
    Will das ZDF als Teil des ÖRR damit irgendeinen Preis gewinnen und vor allem unter welcher Rubrik.
    Mir würde hierzu etwas einfallen, verkneife mir dies aber, da sonst meine "Sendung" hier keine Chance hätte "ausgestrahlt" zu werden.

  • 12
    6
    franzudo2013
    13.12.2019

    Gerade kommt die heute Show. Ganz schlechte Verlierer. Johnson wird als Idiot dargestellt. Ist sehr lächerlich, wenn im eigenen Land ausschließlich gelerntes Fachpersonal regiert.
    Peinlich, wenn man sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat.

  • 11
    6
    OlafF
    13.12.2019

    Tja, hier zeigt sich recht deutlich die Ohnmacht der neuen Linken und ihr Anspruch für alle Probleme die alleinige Lösung zu besitzen, durch Belehrung und Bevormundung die anderen zu beherrschen und zu moralisieren, nützt nichts. Auch wenn die „Progressiven“ zur Zeit in vielen Lagern der Politik der Kultur und in den Medien dominieren, ist es eine verkehrte Welt aber wahr. Es zeigt sich, die Konservative sind die Rebellen und die progressiven „Revolutionäre“, als Vertreter der „political-correctness“ sind die Angepassten. Hin und wieder braucht es eben eine Korrektur. Wer, wenn nicht die Briten können zeigen, dass es auch anders geht.

  • 11
    5
    Malleo
    13.12.2019

    Ein Signal für Brüssel!
    Die Ignoranz der Frage nach der Schließbarkeit von Grenzen, der Aufnahmefähigkeit von " Schutzbedürftigen" und das Ausschließen nationaler Handlungsfähigkeit mit der Begründung, es sei eine Bewahrung rassistischer Traditionen.Selbst aufgeklärte Bürger sehen die Errungenschaften durch das Fremde und die Fremden gefährdet.
    Johnson und die Briten haben das Richtige getan, diese hirntode EU zu verlassen.

  • 6
    5
    Franziskamarcus
    13.12.2019

    Na ,1371270, kommt drauf an, wie die Sprachregelung ausgelegt wird. Aber dazu wird sich keiner hier äußern. FP ist unabhängig und investigativ. ;-)

  • 10
    6
    1371270
    13.12.2019

    Bin ja mal gespannt, wie Stephan Lorenz von der FP jetzt kommentiert. Sein letzter Kommentar nach Johnsons Wahl zum Prime Minister lautete: Jetzt regiert in London die Lüge. Da habe ich mich echt für geschämt.

  • 9
    4
    Tauchsieder
    13.12.2019

    Jetzt wo du das erwähnst "franz....." fällt mir auch niemand ein, guter Hinweis.
    Und was die Presse betrifft gibt es da auch noch die "Freie Welt". Auch dort kann man sich "klimaneutral" und ohne Ökodiktatur informieren, eben allumfassend !

  • 11
    6
    franzudo2013
    13.12.2019

    Franziskamarcus, vielen Dank für den Hinweis auf Tichys Einblick. Diese Lektüre ist jedem Freie-Presse-Leser sehr zu empfehlen, um eine ganzheitliche Perspektive zu bekommen.
    Die Briten haben es gut. Sie haben einen Macher gewählt. Boris Johnson hat dazu noch Prinzipien. Er ist gebildet und im Geiste frei und unabhängig. Ähnliches gab es zuletzt in Tschechien mit Vaclav Havel. In Deutschland kann ich mich nicht an ein vergleichbares Format erinnern.

  • 12
    8
    Tauchsieder
    13.12.2019

    Was bleibt den Briten in Zukunft alles erspart. Die geistigen Höhenflüge der von der Leyen, klimatische Finanzierungsergüsse in Billionenhöhe, keine Abnahme von Flüchtlingen die is` "Horstel" festlegt usw., etc., b.b. .
    Chapeau !

  • 15
    4
    Stonep
    13.12.2019

    Ich hoffe, der Brexit kommt nun wirklich zum 30.01.2020. Wenn es den Briten danach besser geht, machen wir in der EU etwas falsch. Wenn es ihnen schlechter geht, können sie wieder einen Antrag auf Neuaufnahme stellen. Und der EU kann es nur gut tun.

  • 13
    12
    Franziskamarcus
    13.12.2019

    Gähn ,Nixnuzz, Johnson wurde doch nicht nur wegen des Brexits gewählt, aber so macht es sich der demokratische Populist eben einfach, ne. Konservative, klare Innenpolitik für sein Volk, klare Kante hat sich ausbezahlt. Klasse Boris. Die Gründe, wie Deutschland sich was abgucken kann, hat R.Tichy bei TE gut zusammen gefasst unter: "Brexit? Sechs Alarmsignale aus Großbritannien für die GroKo"

  • 15
    12
    1371270
    13.12.2019

    Herzlichen Glückwunsch nach Großbritannien und insbesondere an Boris Johnson!
    Endlich mal ein Politiker, der klar sagt, was er will. Man sieht, dass so etwas auch von den Wählern honoriert wird.

  • 10
    12
    Nixnuzz
    13.12.2019

    Gestatte mir einen etwas anderen Eindruck gewonnen zu haben. Unter der Überschrift "Demokratie" eines bis dato wohl zerstrittenem aber Viel-Parteien-Parlaments wurde mit einem gebetsmühlenartigem Wort "Brexit" zu jeder Tages- und Nachtzeit dies Nervenzermürbend dem Wähler als das Schlaraffenland vorgegauckelt. Es bleibt jetzt ein "Disunited Great Britain" mit seinen Ländern wie z.B. Schottland mit seinen EU-Verbindungen. Und ob das die Spaltung des Landes quer durch die Familien aufhebt - wenn jetzt de facto ein "1-Parteien-Staat" entstanden ist mit einem "charismatischen Führer" für alle? Bin mal gespannt, wann diese Methode bei uns mit welchem Schlachtruf bei welcher Partei zu einer entsprechender Regierung (wieder?) führen wird...

  • 14
    13
    franzudo2013
    13.12.2019

    Leicht gemacht hat es ihm auch die EU. Das Schauspiel in Brüssel war perfekter Wahlkampf für Bojo. Ich wuensche ihm alles Glück der Welt, damit das Licht der Freiheit in Europa nicht verloescht.

  • 12
    10
    Franziskamarcus
    13.12.2019

    Congrats Boris, to your landslide victory!

  • 13
    8
    acals
    13.12.2019

    Man muss Johnson nicht als Lichtgestalt sehen - aber er hat mit einfachen Mitteln alles richtig gemacht: Er fuhr einen klar erkennbaren Kurs in Richtung Brexit. Leicht haben es ihm seine Gegner gemacht mit voellig profillosem rumgeschlingere. Letztlich aber auch der ehem Mr Speaker, der im Staub der Jahrhunderte immer noch ein neues Blaettle fand. Aber den Briten erklaeren zu wollen Johnson agiert wie ein Bankraeuber, der nach dem Raub die Beute unter das Volk bringt - das ist ja wohl herzensangelegenheit von Labour, und ansonsten britischer Exportschlager. Sich so zu deplazieren und Robin Hood seinen Charme abzusprechen - so etwas kommt dann eben doch nicht an, da ist der Brite dann traditionsbewusst.
    Glueckwunsch an Boris!

  • 20
    11
    Lesemuffel
    13.12.2019

    Die Briten sind zu beneiden, haben eine konservative Partei und können diese sogar wählen ohne als Nazis verunglimpft zu werden.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...