So klappt Urlaub mit ungeimpften Kindern

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Die Eltern sind oft schon auf der sicheren Seite, Kinder nicht: Eine Checkliste, was bei Ferien im Ausland zu beachten ist.

Zwar können sich in Sachsen ab Montag Kinder ab 14 Jahren um einen Impftermin bemühen. Doch bis zum Sommerurlaub werden die meisten ungeimpft sein. Vor allem, wer einen Auslandsurlaub plant, sollte deshalb einiges beachten.

1. Infektionsrisiko am Ziel: Es gibt eine Menge Länder, in denen das Ansteckungsrisiko niedrig ist", sagt Reisemediziner Professor Tomas Jelinek. Kritischer sollten Eltern auf Länder schauen, in denen die medizinische Infrastruktur bei einem Anstieg der Fallzahlen schnell ans Limit kommen dürfte. "In Europa sehe ich dieses Risiko nicht", sagt Jelinek. Ein Beispiel sei aber etwa Ägypten.

Eltern sollten zudem ihr eigenes Infektionsrisiko beachten. "Oft wird die Zweitimpfung mit Astrazeneca wegen eines Urlaubs vorgezogen", sagt Jelinek. Wem der Schutz vor Corona wichtig sei, der sollte den Abstand nicht verkürzen. Die Einschätzungen des Robert Koch-Instituts bleiben bei der Abwägung des Infektionsrisikos hilfreich. Es teilt Länder in vier Kategorien: risikofreie Gebiete, Risikogebiete mit Sieben-Tage-Inzidenz über 50, Hochinzidenzgebiete mit Sieben-Tage-Inzidenz über 200 und Virusvariantengebiete.

2. Einreisebestimmungen: Ein Urlaub ist nur sinnvoll, wenn niemand dort direkt in Quarantäne muss. Ist dies gegeben, kommt es darauf an, wer einen negativen Corona-Test vorlegen muss. Geimpfte und Genesene sind von dieser Pflicht in manchen Ländern ausgenommen. Bei ungeimpften Kindern kommt es auf das Alter an. In Spanien zum Beispiel sind Personen unter sechs Jahren von der Testpflicht bei der Einreise befreit. Eine Quarantäne ist nicht vorgesehen. Italien und Österreich haben die Quarantänepflicht für Einreisende unter anderem aus Deutschland jüngst aufgehoben, die Testpflicht bleibt bestehen. Ausgenommen sind in Italien nur Kinder unter zwei Jahren, in Österreich unter zehn Jahren. Informationen zu geltenden Einreiseregeln bieten etwa das Auswärtige Amt, Reisebüros oder Reiseveranstalter.

3. Regeln bei der Rückkehr: Mit der neuen, einheitlichen Einreiseverordnung für Europa gibt es nun deutliche Erleichterungen: Die Quarantänepflicht wurde für vollständig Geimpfte und Genesene aufgehoben - und für alle mit negativem Corona-Test. Das heißt: Kehren geimpfte oder genesene Eltern heim, müssen sie Kinder ab sechs Jahre nicht zwingend zu Hause isolieren. Stattdessen können sie die Kleinen vorher freitesten lassen.

Wichtig: Für Flugreisen zurück nach Deutschland ist ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Unabhängig davon, ob das Land Risikogebiet ist oder nicht. Das gilt auch für Personen, die aus einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet heimkehren, unabhängig vom Transportmittel. Geimpfte und Genesene können stattdessen einen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen. Ausgenommen sind hier wieder Kinder bis sechs Jahre. Für Hochinzidenzgebiete bleibt die Quarantänepflicht bestehen. Sie kann erst fünf Tage nach der Rückkehr durch einen negativen Test beendet werden. Genesene und vollständig Geimpfte müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet mit neuen Virusvarianten kommen. Hier beträgt die Dauer immer 14 Tage. Die Regelungen zur Quarantänepflicht gelten vorerst bis 30. Juni.

4. Testmöglichkeiten am Urlaubsort: Ein Test am Urlaubsort im Ausland muss vor dem Abflug verlässlich verfügbar sein. Reiseveranstalter können bei der Suche helfen. Der Antigen-Test darf bei Einreise maximal 48 Stunden zurückliegen.

5. Reiseversicherungen: Die Fluggesellschaften dürfen nur Passagiere an Bord lassen, die negativ getestet wurden. Steckt sich ein Kind im Urlaub mit dem Virus an und wird positiv getestet, muss es in Quarantäne. Es wird vielleicht nicht krank, aber der Flug ist dann nicht möglich. Der Urlaub verlängert sich unfreiwillig - mit entsprechenden Kosten für die ganze Familie. Für solche Fälle gibt es Corona-Versicherungen. Klassische Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen sind oft noch nicht an die Pandemie angepasst. Oft lässt sich der bestehende Reiseschutz schon für ein paar Euro speziell um die aktuelle Corona-Situation erweitern. Damit ist auch der unfreiwillig längere Aufenthalt vor Ort meist abgesichert.

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung deckt nur Behandlungskosten ab, nicht aber die Kosten für die Verlängerung des Urlaubs. Wenn man nur in Quarantäne muss, ist das nicht abgedeckt. Wichtig ist die Versicherung dennoch, auch im EU-Ausland. Bei einem Krankenhausaufenthalt erstatten die deutschen Kassen nämlich häufig nicht alle anfallenden Behandlungskosten.

6. Stornierungsbedingungen: Wird ein gebuchter Urlaub nicht angetreten, zahlt eine Reiserücktrittsversicherung nur in bestimmten Fällen: bei Erkrankung oder Unfall, Tod eines nahen Angehörigen oder etwa einem Wohnungseinbruch. Nicht abgedeckt sind Reisewarnungen oder Einschränkungen am Urlaubsort. Deshalb sollten gerade Familien die Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten ihrer Reise prüfen.

Fluggesellschaften bieten derzeit in der Regel kostenlose Umbuchungen auf später. Unterkünfte im Netz lassen sich oft mit kurzfristiger Stornierungsoption buchen. Wer eine Pauschalreise bucht, kann gegen Aufpreis einen flexiblen Tarif mit Stornomöglichkeit bis 14 Tage vor Abreise wählen. (dpa)

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