FSV Zwickau: Leon Jensen verabschiedet sich mit Traumtor

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Mit einem 2:0-Sieg gegen Saarbrücken beendet der FSV Zwickau eine erfolgreiche Punktspielsaison in der 3. Fußball-Liga auf Platz zehn. Sieben Spieler wurden verabschiedet.

Zwickau.

51 Punkte, mit 46:45 ein positives Torverhältnis und Platz zehn: Mit dem ersten Heimsieg seit zwei Monaten hat der FSV Zwickau seine Saisonbilanz im Finalspiel gegen Saarbrücken noch einmal aufgehübscht. Der 2:0-Erfolg hatte sportlich kaum eine Bedeutung, zumal Halle (1:0 gegen Bayern II) und Mannheim (1:1 gegen Uerdingen) den noch möglichen Sprung auf einen einstelligen Platz verhinderten.

Stimmungstechnisch aber war der Triumph Balsam auf die Seele nach einer anstrengenden Coronasaison, in der Joe Enochs Trainerstuhl bereits wackelte, der Coach aber am Ende erleichtert resümierte: "Wir als kleines Zwickau können stolz sein, dass wir zehn Mannschaften hinter uns gelassen haben. Ich bin sehr, sehr gern in Zwickau. Mentalität und Charakter zeichnen die Mannschaft schon ewig und auch in den beiden letzten Jahren aus", erklärte der Fußballlehrer, nachdem er zuvor auf dem Rasen einige Worte an seine Spieler und an die Betreuer gerichtet hatte. Es folgte die obligatorische Hüpfrunde Arm in Arm im Kreis und anschließend die Frage, wo denn die 1000 Liter Freibier der SG Dynamo Dresden abgeblieben sind, die Anhänger des Teams vor dem Punktgewinn in Rostock am drittletzten Spieltag in Aussicht gestellt hatten. Auch wenn sich gewiss das eine oder andere Getränk gefunden haben wird, die ganz große Sause gab es diesmal allein schon aus den bekannten Gründen nicht. Rund 100 Fans versammelten sich nach Spielende dennoch am geschlossenen Eingangstor der GGZ-Arena, klatschten der Mannschaft Beifall für den fünften Klassenerhalt im fünften Drittligajahr.

Leon Jensen, der sich mit einem 35-Meter-Freistoßknaller zum 1:0 vom FSV verabschiedet hatte, empfand die gedämpfte Partystimmung auch nicht schlimm: "Die Feier aus dem Vorjahr reicht für die nächsten zehn Jahre. Das bleibt mir ewig in Erinnerung", blickte Jensen ein Jahr zurück. Mitspieler Morris Schröter hatte nach der Rückkehr aus Mannheim auf dem Mannschaftsbus mit erhobener Bierflasche Sprechchöre angestimmt, und die Fans jubelten nach dem Last-Minute-Klassenerhalt der Mannschaft zu.

Schröters Verbleib beim FSV ist weiter offen. Er teilt sich in dieser Spielzeit mit Ronny König mit jeweils zehn Treffern die interne Torjägerkrone. Dabei war der 37-Jahre alte "King" nah dran, als bester Torschütze in die Saisonstatistik einzugehen. In der 14. Minute verpasste es der Angreifer aber nach einem Torwartfehler von Daniel Batz, den Ball ins leere Tor zu heben. In der zweiten Halbzeit bot sich erneut die Möglichkeit, doch sein Schuss wurde abgewehrt, sprang aber zu Sturmpartner Lars Lokotsch. Der Wintertransfer des FSV empfahl sich mit seinem dritten Saisontreffer für einen neuen Vertrag bei den Rot-Weißen, die momentan sieben Abgänge zu verzeichnen haben.

Die von Jensen (zum Karlsruher SC) und Julius Reinhardt, der seine Laufbahn beendet, standen bereits fest. Außerdem werden Marcus Godinho, Nils Miatke, Maximilian Wolfram, Maurice Hehne sowie Ali Odabas künftig nicht mehr für den FSV auflaufen. Miatke hätte in jedem Fall sein 150. Spiel für den Verein mit einem Tor krönen können. Auch der Schuss (15.) des 31-Jährigen wurde letztlich noch geblockt. "Es war eine schöne Zeit, vor allem, als die Fans noch im Stadion waren. Wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich mit meinem Körper 150 Spiele mache, hätte ich es nicht für möglich gehalten", sagte der Linksfuß zum Abschied. Dass die Arbeit in Zwickau auch über die Grenzen hinaus Anerkennung findet, verdeutlichte nicht zuletzt Saarbrückens Trainer: "Platz zehn ist nicht selbstverständlich. Uns freut es, dass es Mannschaften gibt, die mit solidem Wirtschaften in der Dritten Liga bestehen und vor der Konkurrenz aus der Pfalz einkommen", konnte sich Lukas Kwasniok einen Seitenhieb zum Rivalen Kaiserslautern nicht verkneifen.

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