Abstiegskampf für Dresden: Minge: «Jetzt nicht rumeiern»

Drei Niederlagen in Serie sorgen bei Dynamo Dresden für ordentlich Katerstimmung. Nun heißt es auch in der dritten Saison hintereinander: Abstiegskampf.

Dresden (dpa) - Dynamo Dresden ist erneut tief im Abstiegskampf drin, Trainer Cristian Fiel steht aber nicht zur Debatte. «Passen Sie mal auf», holte Sportchef Ralf Minge aus. «Ich bin fast jeden Tag bei den Jungs und beim Trainer. Der reißt sich von früh bis spät den Arsch auf, arbeitet extrem akribisch, weswegen ich überhaupt keine Veranlassung sehe ihn in Frage zu stellen. Das war weder gestern, noch ist es heute oder morgen ein Thema.»

Dennoch hat der 59-Jährige die brisante Lage erkannt. «Wir sind uns bewusst, dass es um den Abstiegskampf geht, da brauchen wir auch nicht rumeiern», sagte der Sportgeschäftsführer bei Sky nach dem 0:2 in Fürth und der somit fünften Saisonniederlage.

Mit nur neun Zählern hat Dresden nur einen Zähler mehr als Schlusslicht Wehen Wiesbaden. Fiel ist bereits der dritte Trainer, der mit dem achtmaligen DDR-Meister die dritte Saison hintereinander gegen den Abstieg kämpft. Auch wenn es dem 39-Jährigen und Co-Trainer Patrick Mölzl noch an Erfahrung fehlt, so scheint das Problem vor allem in der Qualität des Kaders zu liegen.

Fiel hat bei vielen Fans aufgrund seiner aktiven Laufbahn eine Art Heldenstatus und so rücken Dynamos Anhänger eher von ihren Spielern statt vom Coach ab. Nach dem Schlusspfiff in Fürth skandierten sie zu den Profis: «Wir sind Dynamo und ihr nicht».

Unterdessen sind sich die Akteure in der Problemfindung uneins. «Uns fehlt das Bewusstsein das Tor unbedingt verhindern zu wollen», analysierte Jannik Müller. «In den nächsten Spielen muss das oberste Priorität sein - koste es, was es wolle.» Der 25-jährige Innenverteidiger fehlt dann aufgrund seiner fünften Gelben Karte.

Kevin Broll sieht das Problem woanders. «Uns fehlt einfach die Durchschlagskraft, der letzte Wille und der Pass nach vorn.» Der 24-jährige Schlussmann fordert eine andere Mentalität: «Fakt ist, wir brauchen nächste Woche wieder elf Spieler, die gewinnen wollen. Man muss einfach die Eier in der Hose haben. Fertig aus!»

Dynamo fehlen derzeit die Typen. Kapitän Marco Hartmann ist zu oft verletzt, Sturmkante Alexander Jeremejeff kann ebenfalls verletzungsbedingt nicht eingreifen. Der Schwede tat Dynamo gut, stand er auf dem Feld, gab es keine Niederlage. Doch ein Ersatz fehlt. «Wenn du nicht der Typ bist dazwischen zu hauen, dann wirst du das auch nicht machen», stellte Fiel fest. Der Dynamo-Coach verdrängt das Thema. «Ich habe genug Gedanken im Kopf, was das Spiel betrifft. Ich mache mir keine darüber, ob mir einer guttun würde, der für diese Reibung sorgt. Ich hatte in 17 Jahren noch nie einen Trainer, der gesagt hat: Jungs mir ist hier zu wenig Reibung, jetzt reibt euch mal.»

Da hat Sportchef Minge eine andere Meinung: «Wir können uns nicht einbuddeln, sondern müssen das Thema annehmen. Wie es das Wort Abstiegskampf schon sagt, müssen wir vor allem in diesem Bereich zulegen und diese Tugenden an den Tag legen.»

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