Kämpe Kempe für Bochum wieder fit

Dem FC Erzgebirge steht beim VfL ein schwerer Gang bevor, zumal wichtige Spieler gesperrt sind. Das könnte aber auch die Chance für Profis wie John Patrick Strauß sein.

Aue.

Solche Kämpen wie Dennis Kempe kann der FC Erzgebirge morgen beim VfL Bochum (18.30 Uhr) gut gebrauchen. Der 31-Jährige, der in der Partie gegen den MSV Duisburg einen Ellbogenschlag an den Hinterkopf bekommen hatte und mit Schwindelgefühlen sowie Sehstörungen frühzeitig ausgewechselt werden musste, sieht wieder klar. "Ich bin froh, dass es nichts Schlimmes ist und ich der Mannschaft helfen kann", sagte Kempe, der schon am Montag wieder mittrainieren konnte. Da auch Stammverteidiger Fabian Kalig nach seinem Magen-Darm-Infekt auf dem aufsteigenden Ast ist, bieten sich Trainer Hannes Drews zumindest für die Abwehrkette einige Möglichkeiten.

Dass die abstiegsbedrohten Auer beim noch auf den Relegationsplatz schielenden VfL Bochum einiges zu tun bekommen, davon gehen die Veilchen aus. "Sie werden uns keine Zeit geben, um locker ins Spiel zu finden", weiß Dennis Kempe. Er warnt ebenso wie sein Coach vor der "großen Offensivqualität" des Gegners. "Stöger ist der Drahtzieher, dazu Sam, Hinterseer, Kruse - das ist keine Laufkundschaft", weiß der Auer Defensivmann, dessen Vater Thomas 400 Bundesligaspiele für Duisburg, Stuttgart und Bochum bestritten hat und morgen bestimmt auf der Tribüne sitzen wird.

Ob dessen Sohn das Stadion zufrieden verlassen kann, liegt ganz allein in den Händen der Veilchen. "Wir müssen absolut positiv in das Spiel gehen, auf unsere Stärken vertrauen, alle Einflüsse ausblenden und versuchen, den Gegner selbst unter Druck zu setzen", meint Kempe. "Und vor allem müssen wir seriös und effektiv verteidigen und vorn effektiv unsere Chance nutzen", blickt er auf das eminent wichtige Spiel voraus.

Apropos Chance. Eine Startelfchance winkt auch John Patrick Strauß, der beim 1:3 gegen Duisburg für Kempe quasi ins kalte Wasser geworfen wurde. Da Philipp Riese und Calogero Rizzuto auf Grund von Gelbsperren zuschauen müssen, ist diese relativ hoch. Spielt der 22-Jährige auf der Rizzuto-Position, rechts in der Fünferkette, dann wäre er so etwas wie das Gegenstück zum erfahrenen Profi Dennis Kempe. Der gebürtige Wetzlarer Strauß, der vor seinem Wechsel im Sommer ins Erzgebirge fünf Jahre in der Jugendakademie von Fußball-Bundesligist RB Leipzig ausgebildet wurde, spielt seine erste Serie im Unterhaus. Fünfmal stand er bisher in der FCE-Startelf, neunmal wurde er eingewechselt. "Jeder liebäugelt mit mehr Einsätzen, aber für meine erste Saison in der Bundesliga ist das in Ordnung", wertet er.

John Patrick Strauß gilt als laufstarker, aggressiver Attackierer, der trotzdem mit einer gewissen Ruhe am Ball agiert. Nicht die schlechteste Eigenschaft im Abstiegskampf, den er scheinbar ohne Nervenflattern annimmt. "Fehler können immer passieren, daran - und an die Tabelle - denke ich nicht." Ohnehin ist er davon überzeugt, dass der FCE die Klasse hält. "Wir spielen trotz der letzten zwei Niederlagen einen guten Fußball und sind im Kopf klar. Wir wissen mit der Situation umzugehen, weil wir sie kennen", sagt er und fügt lächelnd an: "Jedenfalls habe ich viel davon gehört." Soll heißen, andere Spieler haben ihm davon berichtet, dass sich die Mannschaft im Abstiegskampf zu behaupten weiß: "Aue blüht unter Druck auf", sagt John Patrick Strauß mit Überzeugung.

Diese transportiert auch Dennis Kempe: "Bochum denkt, wir kommen nach zwei verlorenen Spielen ohne Selbstvertrauen. Das stimmt nicht. Wir brauchen uns dort absolut nicht verstecken", sagt der Linksfuß, der auf die Zähne beißen kann. So hatte er sich schon in der Partie gegen den FC Ingolstadt eine blutende Platzwunde am Kopf, die unmittelbar nach dem Spiel genäht wurde, zugezogen und mit einem Turban trotzdem durchgespielt.

Wernesgrüner hält die Treue

Verteidiger Nicolai Rapp steht nach längerer Verletzungspause wieder im Kader für das Spiel beim VfL Bochum. Weiter nicht dabei sind die Offensivkräfte Nicky Adler und Cebio Soukou, die sich nach Verletzungen in der Reha befinden. Eine Option für den zuletzt nicht überzeugenden Ridge Munsy könnte Sören Bertram sein.

Für Freude sorgte jüngst die Nachricht, dass die Wernesgrüner Brauerei ihren Vertrag als einer der Hauptsponsoren um drei Jahre beim Zweitligisten verlängert hat. Die Voraussetzung für feuchtfröhliche Feiern sind also auch künftig gegeben ... (tt)

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