Rapp: Auch wir Verteidiger müssen Tore beisteuern

Für den FC Erzgebirge steht am Sonnabend das letzte Auswärtsspiel der Hinrunde an. In Fürth trifft Aues Nicolai Rapp auf alte Weggefährten - und möchte das nachholen, was zuletzt nur seine Fußspitze verhinderte.

Aue.

Vor seinem 60. Einsatz in der 2. Bundesliga hadert Nicolai Rapp vor allem mit einer Statistik: seiner Trefferquote. Ein Tor gelang dem Profi vom FC Erzgebirge Aue im deutschen Fußball-Unterhaus. Vor zwei Jahren traf er gegen Arminia Bielefeld, damals noch im Trikot von Greuther Fürth. Am Samstag (13 Uhr) trifft der Verteidiger mit den Veilchen in Franken auf seinen ehemaligen Arbeitgeber. "Ich war von Hoffenheim eineinhalb Jahre an Fürth ausgeliehen und habe dort meinen Durchbruch im Profifußball geschafft", erinnert sich Rapp. "Dafür bin ich dankbar und deswegen ist es natürlich eine besondere Partie für mich."

"Rapp0", wie er von Mitspielern genannt wird, musste diese Woche einige Trainingseinheiten aussetzen, weil er umgeknickt ist. Er geht aber davon aus, dass er im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde auflaufen kann. Und wenn der Abwehrrecke fit und nicht gesperrt ist, spielt er auch. Nur gegen Bielefeld kam Rapp diese Saison nicht zum Einsatz, weil er nach der Gelb-Roten Karte im Derby gegen Dynamo Dresden gesperrt war.

Kurz nach seinem Wechsel vor eineinhalb Jahren von Franken ins Erzgebirge war er bereits Stammspieler beim FC Erzgebirge. Daran änderte auch eine Fußverletzung im Frühling nichts. Das Talent aus der Nachwuchsschmiede des Bundesligisten TSG Hoffenheim hat sich längst zu einem etablierten Zweitligaprofi entwickelt. "Aber es gibt noch Luft nach oben. Ich bin ja auch erst 21 Jahre alt", sagt Rapp, der inzwischen deutlich selbstbewusster auftritt als noch bei seiner Ankunft im Lößnitztal. "Ich fühle mich nicht mehr als junger Spieler. Wenn man sich immer nur als Talent sieht, kann man keine Verantwortung übernehmen. Das will ich tun, weil ich schon genug Partien auf dem Buckel habe."

Wenn Rapp am Sonnabend in Fürth aufläuft, wird er nicht mehr viele Mitspieler von einst treffen. "Die Spielvereinigung hat einen ordentlichen Umbruch hinter sich. Mit zwei Fürthern, Daniel Steininger und Torwart Sascha Burchert, habe ich noch regelmäßig Kontakt", erzählt Rapp. Nur zu gern würde er den Fürther Schlussmann überwinden, der in den vergangenen sechs Partien 16-mal hinter sich greifen musste. Das ist ein Tor mehr, als die Auer in dieser Zweitligasaison insgesamt erzielen konnten.

Rapp nimmt nicht nur die Offensivabteilung in die Pflicht: "Über die Saison gesehen, müssen auch wir Verteidiger einige Tore beisteuern. Bei Standardsituationen sollte das möglich sein." Doch genau dabei hapert es bei der Mannschaft von Trainer Daniel Meyer gewaltig. Von den 59 Eckbällen wurden nur die allerwenigsten für den Gegner gefährlich, ein Tor fiel nicht. "Im Kopfballspiel haben wir - und auch ich - noch Nachholbedarf", meint Rapp selbstkritisch. Zuletzt versuchten die Veilchen, das Problem mit verschiedenen Varianten zu lösen - ohne zählbaren Erfolg. "Wir arbeiten daran, und irgendwann wird der Knoten platzen. Danach fällt es uns vielleicht auch leichter und es funktioniert mehrere Male hintereinander", sagt der im Odenwald aufgewachsene Abwehrspieler.

Beim 1:1 am vergangenen Freitag gegen Jahn Regensburg jubelte das Erzgebirgsstadion schon, als Rapp den Ball zum vermeintlichen 2:1 ins Netz schob. "Ich habe direkt gemerkt, dass der Linienrichter auf Abseits entschieden hatte. Ich wollte gar nicht feiern, sondern zur Seitenlinie, um mich zu beschweren. Malcolm Cacutalua hat mich aber jubelnd eingefangen", sagt er. Die Fernsehbilder beweisen, dass Rapp wirklich im Abseits stand - auch wenn es nur die Fußspitze des Verteidigers war. "Es ist trotzdem ärgerlich, weil es die Entscheidung gewesen wäre. Von Regensburg kam in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel." Ein Treffer in Fürth würde diesen Ärger wohl vergessen machen.

Tests gegen Drittligisten

In der Winterpause testet der FC Erzgebirge Aue dreimal gegen Ostclubs aus der Dritten Liga. Während des Trainingslagers im türkischen

Belek (7. bis 16. Januar) treffen die Veilchen auf den Halleschen FC (9. Januar) und Hansa Rostock mit Aues Ex-Trainer Pavel Dotchev (11. Januar).

Vor dem Rückrundenstart am 29. Januar beim 1. FC Magdeburg steigt die Generalprobe am 20. Januar bei Carl Zeiss Jena.

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