Gegen harmlose Chemnitzer reicht dem MSV Duisburg ein Tor

Der Chemnitzer FC tritt in der 3. Liga auf der Stelle. Mit 0:1 verloren die Himmelblauen bei Tabellenführer Duisburg. Dabei zeigte der MSV den Gästen eindrucksvoll, wie eine Spitzenmannschaft auftreten muss.

Chemnitz.

Obwohl beim Chemnitzer FC gestern trainingsfrei war, beschäftigte sich Kevin Conrad trotzdem mit Fußball. Der Kapitän der Himmelblauen stattete seinem Heimatverein TSV Hohebach einen Besuch ab und verfolgte bei seinem kurzen Aufenthalt in Baden-Württemberg dessen Punktspiel aus alter Verbundenheit. Doch ungebremste Feierstimmung kam beim CFC-Kapitän am Tag der Deutschen Einheit nicht auf. Denn Chemnitz ist es in der 3. Liga nicht gelungen, nach dem 3:0-Heimsieg gegen den VfL Osnabrück nun auch den ersten Auswärtsdreier einzusacken und eine kleine Erfolgsserie zu starten. Das Team von Cheftrainer Sven Köhler unterlag am Samstag beim Spitzenreiter MSV Duisburg 0:1 (0:1). Das Tor des Tages erzielte der Ex-Erfurter Simon Brandstetter bereits in der 8. Minute.

"Das ist natürlich für uns ein sehr enttäuschendes Ergebnis. Wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen", sagte CFC-Sportdirektor Stephan Beutel. "Uns ist es nicht gelungen, an die Leistung des Osnabrück-Spiels heranzukommen", fasste er zusammen. Davon, dass der CFC die krankheitsbedingten Ausfälle der beiden Stammkräfte Marc Endres und Daniel Frahn nicht kompensieren konnte, wollte Beutel nichts wissen. "Das kann ich so nicht bestätigen. Außerdem würden wir es uns mit dieser Begründung viel zu einfach machen", sagte der Sportchef.

Nach der kalten Brandstetter-Dusche und der Anfangsoffensive der Gastgeber wurde die Köhler-Elf auf dem Duisburger Rasen scheinbar etwas standfester. Doch das Pulver des CFC schien zeitig nass geworden zu sein. Denn in der Offensive der Himmelblauen passierte wenig.

Nach dem Wechsel hatte Chemnitz Glück, als der Duisburger Fabian Schnellhardt nur die Latte traf. Nach einer reichlichen Stunde versuchte Köhler mit einem Doppelwechsel - es kamen Björn Jopek und Tom Baumgart für Philip Türpitz und Dennis Mast - noch einmal Akzente zu setzen, doch danach blieb das große Finale beim CFC aus. Die Tagesleistung reichte nicht, um den Spitzenreiter in seinem Stadion ins Wanken zu bringen.

Kevin Conrad bracht es danach auf den Punkt. "Duisburg hatte die bessere Spielanlage und führte von Beginn an die Zweikämpfe erfolgreicher als wir. Zudem hat uns der MSV gezeigt, wie man als eine Spitzenmannschaft auftreten muss", schätzte Conrad ein. Und deswegen hatte Trainer Köhler in Auswertung der Niederlage in seinem Team unübersehbare Defizite in der Zweikampfhärte sowie Laufbereitschaft ausgemacht. Dennoch wollte Conrad nicht unerwähnt lassen, dass seine Mannschaft, die nach zehn Spieltagen mit zwölf Punkten auf dem 14. Platz notiert ist, nicht gegen irgendein Team aufgelaufen sei. "Duisburg hat eine wirklich gute Truppe zusammen", sagte der Kapitän.

Obwohl es in der 3. Liga am kommenden Wochenende kein Spiel gibt, ist der CFC nicht wettkampffrei. Im Sachsenpokal muss das Team am Samstag, 14 Uhr im Stadion Zwickau gegen den ESV Lok Zwickau aus der Landesklasse antreten. "Ich denke nicht, dass wir aus diesem Spiel etwas für den Ligaalltag mitnehmen können", sagte Conrad. Dennoch müsse seine Truppe die Pokalaufgabe so angehen wie in Markranstädt, als die Weichen sehr zeitig auf Sieg gestellt wurden. "Wenn wir das Spiel gegen Zwickau früh entscheiden, sollte bei uns auch die Freude am Spiel zurückkommen", sagte der 26-Jährige.

Ob er selbst jedoch auflaufen wird, ist derzeit noch offen. "Die Adduktoren sind bei mir noch etwas in Mitleidenschaft gezogen", gab Conrad zu bedenken. Der TSV Hohebach gewann sein Kreisliga-Punktspiel gegen DJK Oberkessach übrigens in Unterzahl mit 4:2. So hatte Conrad gestern doch noch einen kleinen Grund, etwas zu feiern.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...