Tor-des-Monats-Schütze hat Bock auf den CFC

Florian Trinks soll die Offensive des Fußball-Drittligisten ankurbeln. Ob noch ein Neuer kommt, hängt vom ehemaligen Mannschaftskapitän ab.

Altenberg.

Eine Störung der idyllischen Ruhe in Hermsdorf ist es nicht wirklich. Aber sehr laut geht es schon zu auf dem gepflegten Sportplatz am Rande der Erzgebirgsgemeinde. Horst Steffen, der neue Trainer des Chemnitzer FC, bringt seinem Team die künftige taktische Marschroute bei. "Die Mannschaft hat den Trainer voll angenommen, seine Spielidee kommt bei den Jungens an", sagt Sportvorstand Steffen Ziffert im Vorbereitungscamp.

Vormittags Offensive, nachmittags Defensive: Jeweils rund zwei Stunden sind die Himmelblauen ständig in Bewegung, probieren immer wieder vorgegebene Spielzüge in schnellster Bewegung. Bei den Zweikämpfen gibt es nicht selten etwas auf die Socken. Der Konkurrenzkampf ist in vollem Gange. Steffen und sein Assistent Sreto Ristic rufen immer wieder Kommandos, unterbrechen die Übung. Unüberhörbar korrigieren, loben, kritisieren sie. "Die Mannschaft muss einen Lernprozess durchlaufen. Für mich ist dabei wichtig: Wer macht es wie gut. Diese Erkenntnisse stehen für mich momentan im Vordergrund", erklärte Steffen.

Seit Montag ist ein weiterer neuer Spieler mittendrin im Getümmel. Florian Trinks unterschrieb beim Chemnitzer Drittligisten einen Zweijahresvertrag, der für die 3. Liga und die 2. Bundesliga gilt. Ziffert verfolgt den Weg des mittlerweile 25-Jährigen schon seit 2009. Damals entschied der offensive Mittelfeldspieler mit einem Super-Freistoßtor das EM-Finale der U17-Nationalmannschaften gegen die Niederlande. Der sehenswerte Treffer wurde zum ARD-Tor des Monats Mai 2009 gewählt. "Florian Trinks hat bereits etwas vorzuweisen, er wird uns spielerisch nach vorn bringen", meint Trainer Steffen.

Trinks, der in Gera geboren wurde, spielte im Nachwuchs für Carl Zeiss Jena und Werder Bremen. Von der U16 bis zur U20 durchlief er alle Auswahlmannschaften im DFB, zu seinen Teamkollegen gehörten beispielsweise Weltmeister Mario Götze und Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen. Dass Trinks, zuletzt bei Ferencvaros Bundapest, nicht den Durchbruch in der Bundesliga schaffte (insgesamt zwölf Einsätze für Werder Bremen und Greuther Fürth), lag offensichtlich in erster Linie am Hochbegabten selbst. "Ich habe mich teilweise wie eine Diva verhalten", sagte er selbstkritisch im Herbst vorigen Jahres. Im letzten Winter versuchte er sich auch als Probespieler bei Erzgebirge Aue, doch da war kein Bedarf für seine Fähigkeiten. "Florian hat sicherlich Fehler gemacht. Doch jetzt hat er richtig Bock darauf, bei uns seine Chance zu nutzen", sagt Ziffert.

Ob die Personalplanungen der Chemnitzer mit der Trinks-Verpflichtung abgeschlossen sind, macht der CFC-Sportvorstand von den Entwicklungen um Ex-Mannschaftskapitän Kevin Conrad abhängig: "Es gibt zwei Interessenten aus der Regionalliga. Es wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen entscheiden."

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