Heißer Kampf auf dem Eis um letzte Olympiatickets

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Die Nebelhorn Trophy bietet den Eiskunstläufern die letzte Gelegenheit, einen Platz für ihre Nation bei den Winterspielen 2022 in Peking zu ergattern.

Oberstdorf.

Die 53. Nebelhorn Trophy vom 22. bis 25. September in Oberstdorf ist in diesem Jahr stark besetzt. Aus gutem Grund. Für die internationale Eiskunstlauf-Elite ist es nämlich die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Insgesamt 20Plätze in vier Disziplinen (Männer 7, Frauen 6, Paare 3, Eistanz 4) sind zu vergeben.

Während die Deutsche Eislauf-Union (DEU) in drei Disziplinen - Frauen, Paarlauf und Eistanz - bei den Weltmeisterschaften Ende März in Stockholm jeweils einen Olympia-Startplatz sichern konnte, hatte Paul Fentz (Berlin) bei den Männern das Kürfinale und damit die direkte Qualifikation verpasst. Der 29-Jährige will das in Oberstdorf ausbügeln. "Er muss Siebenter werden unter den Vertretern jener Nationen, die um ein Olympiaticket wetteifern dürfen. Chancen sind da", betont Trainerin Romy Oesterreich, Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck. "Man merkt, dass er heiß ist. Er will unbedingt. Technisch und von der Physis her ist er gut drauf. Er hat bloß leider mit einer sehr unangenehmen Verletzung zu kämpfen, die uns seit drei Wochen mächtig einschränkt im Training", bedauert die 65-Jährige. Fentz hat Probleme in der Leiste, die im Eiskunstlauf stark beansprucht wird. "Eigentlich müsste man richtig aussetzen. Das können wir uns momentan aber nicht leisten", erklärt Romy Oesterreich. Er habe Spritzen bekommen, damit er schmerzfrei laufen kann. Das Teilnehmerfeld ist nicht von Pappe: Von den 32 Startern im Männerfeld wetteifern 26 um ein Olympiaticket. Vincent Zhou (USA) und Mark Kondratjuk (Russland) werden versuchen, einen dritten Startplatz für ihr Land zu erobern, Roman Sadovsky einen zweiten Platz für Kanada.

Im Paarlauf beginnt für Annika Hocke/Robert Kunkel und Minerva Hase/Nolan Seegert aus Berlin die DEU-interne Olympia-Ausscheidung. "Wir lassen uns mit der Entscheidung bis zur Deutschen Meisterschaft Zeit", sagt Paarlauf-Bundestrainer Alexander König. Die nationalen Titelkämpfe finden vom 9. bis 11. Dezember in Neuss statt. "Wir werden bis dahin die Wettbewerbe, wo es geht, hoffentlich gut meistern und dann anhand der Addition aller Wettbewerbe und aller Dinge, die aussagekräftig sind, die richtige Entscheidung treffen." Die Deutschen Eistanzmeister Katharina Müller/ Tim Dieck (Dortmund), die Favoriten auf das Ticket sind, und drei weitere DEU-Eistanzpaare werden in Oberstdorf ebenfalls zum ersten Mal ihre neuen Programme vor Publikum präsentieren. Thema des diesjährigen Rhythm Dance ist Street Dance (Disco, Funk, Hip-Hop). Ihre internationale Feuertaufe bei den Senioren erleben dabei Anne-Marie Wolf und Max Liebers vom Chemnitzer EC, Deutsche Juniorenmeister der vergangenen Saison.

Im 38-köpfigen Feld der Frauen trifft Nathalie Weinzierl (Mannheim) unter anderen auf die jüngste US-Meisterin der Geschichte, Alysa Liu, die EM-Vierte Alexia Paganini (Schweiz) und Kailani Crane (Australien), die 2017 bei der Nebelhorn Trophy triumphierte.

In Oberstdorf sind diesmal alle Kontinente vertreten. Insgesamt gehen 107 Einzelläufer und Paare aus 54 Ländern an den Start, darunter weit gereiste Sportler aus Neuseeland, Indien, Südafrika und Chile.

Livestream: Alle Wettbewerbe der Nebelhorn Trophy 2021 werden online auf Sportdeutschland.TV übertragen. Ein begrenztes Ticket-Kontingent ist an der Tageskasse im Eissportzentrum in Oberstdorf erhältlich.

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