CFC-Fans sauer auf Vereinsführung

Die Reaktionen auf einen offenen Brief des Teams zeigen, dass die Anhänger unzufrieden mit der Aufarbeitung der Geschehnisse sind - egal, wie sie zur Trauerminute stehen.

Insolvenzverwalter Klaus Siemon und das Verhalten der Vereinsführung des Chemnitzer FC stehen bei den Fans des Vereins in keinem guten Licht. Das zeigen die Meinungsäußerungen der Anhänger in sozialen Netzwerken. Dort hatte sich die Mannschaft des CFC am Donnerstagabend mit einem offenen Brief an die Fans gewandt und um Unterstützung beim Heimspiel an diesem Samstag gegen Budissa Bautzen gebeten. Unter anderem heißt es in dem Brief: "Ein sehr großer Teil unserer Mannschaft kommt nicht gebürtig aus Chemnitz, aber wir sind gerne hier. Wir fühlen uns wohl, im Verein und in der Stadt. Wir haben bei zahlreichen Terminen und Gesprächen viele tolle und weltoffene Chemnitzer kennengelernt. Diese Menschen sollten wir alle in den Fokus stellen und nicht die braune Ideologie." Damit reagieren die Spieler auf die Ereignisse nach der öffentlichen Trauerzeremonie für einen Neonazi während des Heimspiels gegen Altglienicke am 9. März. Das Spiel gegen Bautzen ist das erste im eigenen Stadion nach dem Eklat. "Deshalb wollen wir alle Chemnitzer und Chemnitzerinnen dazu aufrufen, am Samstag, den 23.3.2019 zum Heimspiel gegen Budissa Bautzen im Stadion zu zeigen, wie lebenswert und bunt unsere Stadt ist", heißt es im offenen Brief der Mannschaft.

Die Reaktionen im Internet ließen nicht lang auf sich warten und zeigten, dass die Meinungen im Lager der Fans auseinandergehen. Bemerkenswert dabei: Egal, ob die Kommentatoren bei Facebook die Trauerminute verurteilen oder verteidigen - immer richtet sich ihr Unmut gegen die Vereinsführung. So sind einige Fans nicht damit einverstanden, dass es nach der Trauerzeremonie überhaupt eine Reaktion seitens des Vereins gegeben hat. "Ich habe am 9.3. einem Mensch und CFC-Fan gedacht. Klar war er kein Engel, er hatte auch eine Seite die in der Gesellschaft nicht so gut ankommt", heißt es im Originalzitat.

Andere Kommentatoren verurteilen die Trauerminute, stellen sich hinter die Mannschaft, kritisieren aber ebenfalls das Handeln der Vereinsführung. "Ich bin ja mal gespannt, ob es zum nächsten Heimspiel eine deutliche öffentliche Distanzierung des Vereins von der unterirdischen Aktion gibt", spielt ein Facebook-Nutzer darauf an, dass sich der Verein nach der Trauerminute zwar von einigen Mitarbeitern sowie der Sicherheitsfirma getrennt hat, bislang aber keine öffentliche Distanzierung oder Entschuldigung verbreitete.

Dies war auch einer der Gründe dafür, dass am Donnerstag drei Mitglieder der Aufsichtsrates ihren sofortigen Rücktritt verkündeten. "Die Pressekonferenz des Insolvenzverwalters und des Sportvorstandes in der vergangenen Woche hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Statt Reue zu zeigen, wurden dort langjährige Sponsoren und Mitarbeiter sowie die Medien beleidigt", sagte Aufsichtsratschef Uwe Bauch, der gemeinsam mit Lutz Wienhold und Norman Löster sein Amt niedergelegt hatte. Zu diesen Rücktritten schrieb ein Facebook-Nutzer: "Das wird keine alltägliche Jahreshauptversammlung am 4. April."

Bewertung des Artikels: Ø 2.7 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
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  • 11
    9
    Blackadder
    23.03.2019

    Tja, Lesemuffel. Das wurde von den Verantwortlichen komplett selbst verhackt. Das muss doch jedem bewußt sein, dass eine solche Aktion entsprechende Reaktionen nach sich ziehen würden. So dumm kann man doch beim CFC nicht sein, dass nicht vorher zu sehen. Offenen Auges in die Katastrophe.

  • 7
    8
    Lesemuffel
    23.03.2019

    Bienen einer Woche wurde der Ruf des CFC und der Stadt gleich mit dermaßen ruiniert, dass das Projekt 3./2. Liga begraben ist. Der Hype wegen der Ereignisse wegen eines Verstorbenen Fans, die sofort hergestellten "Zusammenhänge" mit einem Nazi komplex machen es ab sofort unmöglich, dass sich neu Sponsoren engagieren bzw. gute Spieler und Trainer weiterhin engagieren, weil sie Gefahr laufen, in dieser Stadt massiv als Rechte u. a. angeprangert und damit vernichtet zu werden. Ich bedauere das sehr, schade um das schöne Stadion. Auch ich gehe nicht mehr dorthin.

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