CFC-Frauen erleben Debakel im Topspiel

Mit 0:9 ist der Zweite der Tabelle daheim gegen den Spitzenreiter aus Leipzig untergegangen. Auch eine Verstärkung aus Bayern konnte die Pleite nicht verhindern, hofft nun aber auf die kommende Saison.

Es sind zwei verschiedene Welten, die da am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz am Chemnitzer Neubauernweg aufeinandergetroffen sind. Auf der einen Seite stand die Frauenmannschaft des Chemnitzer FC - größtenteils mit Talenten aus der eigenen Jugend bestückt, daher noch recht unerfahren und dennoch starker Vizemeister der Landesliga. Auf der anderen Seite stand ein Verein, dessen Name Programm ist: Phoenix Leipzig. Denn - und damit werben die Gäste auch sehr offensiv - der Club ist wie Phoenix aus der Asche auferstanden. Erst vor zwei Jahren wurde er gegründet, weil sich der FFV Leipzig in Unfrieden aufgelöst hatte. Einige Spielerinnen, viele davon hatten zuvor bereits höherklassig gespielt, standen plötzlich ohne Verein da - also gründeten sie einen eigenen, der in der Landesklasse startete.

Eine der Gründungsmitglieder: Marlene Haberecht. Die 28-Jährige spielte einst in der Bundesliga bei Lok Leipzig, in der vergangenen Saison erzielte sie sagenhafte 74 Tore in einer Saison, Phoenix marschierte mit 22 Siegen aus 22 Spielen und einem Torverhältnis von 281:7 durch die Landesklasse Nord. Und auch eine Liga höher gab es schnell keinen Zweifel daran, wer in die Regionalliga Nordost aufsteigt. Phoenix hat ungeschlagen den Titel geholt, Haberecht 61 Tore dazu beigetragen. Auch im letzten Saisonspiel am Sonntag beim einzigen echten Verfolger, dem CFC, traf sie fünf Mal. Mit 9:0 siegte Phoenix.

"Gegen diese Mannschaft hast du aktuell keine Chance - es sei denn, du nimmst auch Geld in die Hand", sagt Ines Wenninger. Sie ist, wenn man so will, das Gegenstück zu Marlene Haberecht auf Chemnitzer Seite. Auch die 21-Jährige hat schon höherklassig gespielt, so unter anderem mit der U 17 des 1. FC Nürnberg in der Juniorinnen-Bundesliga oder mit den Frauen des FC Ingolstadt in der Regionalliga. Mit 21 Treffern ist sie die drittbeste Torschützin der Landesliga.

Dass die hoch talentierte Stürmerin überhaupt für den CFC aufläuft, hat mit ihrer Studienwahl zu tun. "Ich bin an der TU Chemnitz eingeschrieben, wo ich meinen Bachelor in Sports Engineering gemacht habe, also im Sportgerätebau", sagt die gebürtige Fränkin. "Dieses Studium gibt es nur an wenigen Unis. Ich habe mich dabei ganz bewusst für Chemnitz entschieden, weil hier das Angebot gepasst hat." Zwar hätte sich Wenninger auch gewünscht, dass sie bei einem höherklassig spielenden Frauenteam unterkommt, doch das Studium sollte Vorrang haben. "Ich wollte nicht weit weg vom Studienort Regionalliga oder höher spielen. Ich wollte mich auf das Studium konzentrieren", sagt sie.

Und so landete sie beim CFC, wo Trainerin Madeleine Günl über die Stürmerin schwärmt. "Sie ist ein absolutes Toptalent. Wir sind froh, dass wir sie auch im kommenden Jahr noch bei uns haben", sagt sie. Denn Ines Wenninger macht nun auch ihren Master an der TU in Chemnitz, einen Vereinswechsel schließt sie deshalb aus. "Es macht Spaß beim CFC, weil hier viele Talente aus der Jugend an die Frauenmannschaft herangeführt werden. Und ich gebe den jungen Mädels gern Tipps." Auf die nächste Saison freut sie sich schon jetzt. Auch deshalb, weil Phoenix Leipzig dann eine Liga höher spielt. "Dann haben auch andere wieder eine Chance auf den Titel", sagt Ines Wenninger.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...