Der konditionsstarke Helfer

Beim gestrigen 15. Bike-Marathon der SG Adelsberg ist Jochen Gründler zum 15. Mal im Einsatz gewesen - und stieg aus einem speziellen Grund selbst noch aufs Rad.

Er ist Sportler mit Leib und Seele. "Früher war ich Orientierungsläufer und Triathlet", berichtete Jochen Gründler gestern. Seit annähernd 20 Jahren gehöre er der SG Adelsberg an. Inzwischen sei er im Sommer-Halbjahr als Läufer und im Winter auf Skiern unterwegs. Kondition beweist der 54-Jährige auch beim Bike-Marathon seines Vereins. Bei der gestrigen 15. Auflage des Radsport-Spektakels im Gelände mit insgesamt 837 Teilnehmern war Gründler zum 15. Mal als Helfer im Einsatz - und das wie schon in den Vorjahren in einer besonders wichtigen Rolle. "Ich bin zunächst dafür zuständig, dass wir genügend Helfer aus dem Verein für die Veranstaltung gewinnen", erklärte Gründler.

Dies sei wieder gelungen. Etwa 90 Mitstreiter standen gestern Morgen bei Mistwetter auf der Matte. Jochen Gründler koordinierte deren Einsatz, legte fest, welcher Streckenposten sich wo genau zu postieren hat. "Unsere Tischtennis-Abteilung sichert zum Beispiel jedes Jahr den Raum Kleinolbersdorf ab", sagte der 54-Jährige. Die Helfer melden sich telefonisch bei ihm, wenn auf der Strecke etwas passiert. Und das war in Anbetracht der großen Starterfelder schon ab und zu der Fall. "Einmal hatte ein Teilnehmer aus Berlin einen Herzstillstand. Er konnte gerettet werden", berichtete Gründler am Rande des gestrigen 15. Wettbewerbs. Nahe gegangen sei ihm auch der Sturz eines jungen Fahrers, dessen Eltern er gut kennt. "Der Junge ist auf einen Stein gefallen und hat sich die Milz angerissen", so der Chemnitzer.

Mit der Veranstaltung biete die SG Adelsberg ein Mountainbike- Erlebnis. "Jeder muss dann selbst einschätzen, wo seine Grenzen liegen, wo er lieber abbremsen sollte und wo nicht", betonte Gründler. Apropos Grenze: Diese sei hinsichtlich der Starterzahl erreicht. Kamen zum ersten Bike-Marathon reichlich 300 Fahrer, sind es mittlerweile fast dreimal so viele. "Bei einer noch höheren Anzahl würde es im Start- und Zielbereich zu voll werden", sagte Gründler und ließ den Blick über das Gelände vor der Turnhalle an der Walter-Janka-/Klein- olbersdorfer Straße in Adelsberg schweifen.

Gestern war der konditionsstarke Helfer von 6.30 Uhr bis in den späten Nachmittag für einen feuchten Händedruck im Einsatz. Die einzelnen Rennen über 20, 40 und 60 Kilometer gingen auf teilweise sehr matschigem Untergrund ohne große Zwischenfälle über die Bühne, konnte er abschließend feststellen. "Ein paar Schürfwunden gibt es immer, etwas Schlimmeres ist heute nicht passiert", sagte der Vertreter der SG Adelsberg. Nach dem letzten Rennen stieg er traditionell selbst aufs Rad und fuhr die Strecke ab, um Müll einzusammeln. Besonders "appetitlich" seien die zahlreichen, schlauchförmigen Packungen mit Energie-Gel: Viele Fahrer öffnen diese, saugen den Inhalt heraus und werfen sie dann in die Landschaft. "Mein Rucksack war voll davon", berichtete Gründler.

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