"Fehlende Wertschätzung": CFC-Fanbeauftragter wirft hin

Während der Drittligist im Trainingslager gegen das Unwetter kämpft, gibt es in der Heimat personelle Veränderungen, die bei den Verantwortlichen für Stirnrunzeln sorgen.

Der Chemnitzer FC muss sich nach einem neuen Fanbeauftragten umsehen. Ralf Bernsdorf, der diese Funktion seit dem 1. Juni 2019 hauptamtlich ausübt, hat Ende vergangenen Jahres seine Kündigung eingereicht. Das bestätigte CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich am Montag auf Nachfrage der "Freien Presse". Bernsdorf ist demnach nur noch bis zum Ablauf seiner Kündigungsfrist Ende Februar in Vollzeit beim CFC angestellt.

Als Begründung nannte Ralf Bernsdorf unter anderem fehlende Kommunikation und Wertschätzung seiner Arbeit. "Mit dieser Begründung können wir wenig anfangen", sagte Uwe Hildebrand, der bis zum Ende des vergangenen Jahres als Geschäftsführer des CFC tätig war. "Wenn er das so empfunden hat, ist das seine Sache. Ich persönlich sehe es nicht so, habe stets ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt und bin auch regelmäßig mit ihm in Kontakt gewesen."

Als weiteren Grund für seine Kündigung nannte Bernsdorf, dass er nicht mit ins Trainingslager in der Türkei, in dem sich der CFC seit Sonntag befindet, fliegen durfte. "Diese Begründung verstehe ich überhaupt nicht", sagte Hildebrand, der seinen Posten zum 1. Januar abgegeben hat. "Wir haben uns im Vorfeld des Trainingslagers dazu beraten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, den Platz im Flieger für einen Nachwuchsspieler zu nutzen." Denn, so Hildebrand weiter, im türkischen Belek seien gerade einmal knapp 30 Fans des CFC dabei, die sich alle friedlich verhalten. "Da brauchen wir doch keinen Fanbetreuer vor Ort", so Hildebrand.

Ralf Bernsdorf selbst wollte sich auf Anfrage der "Freien Presse" nicht detaillierter zu seiner Kündigung äußern. Der 52-Jährige hatte im Juni die Nachfolge von Peggy Schellenberger angetreten, die jahrelang ehrenamtlich für die Fanbelange des CFC zuständig war. Nach der Trauerbekundung für einen verstorbenen Neonazi im Stadion vor einem Heimspiel des CFC Anfang März hatte sich der Verein von Schellenberger getrennt.

Unterdessen bekommen die Fans, die mit nach Belek gereist sind, aktuell nicht viel von ihrer Mannschaft zu sehen. Denn der CFC muss seine Einheiten im Hotel absolvieren. "Wir haben hier am Montag ein heftiges Unwetter gehabt, durch das wir nicht auf dem Platz trainieren konnten", sagte Pressesprecher Steffen Wunderlich. So gab es am Vormittag Aqua-Jogging im Hotel-Pool, am Nachmittag stand eine Athletik- und Krafteinheit im Fitnessraum auf dem Programm. "Unser Trainerteam muss ganz schön improvisieren, denn es sind ja auch noch ein paar mehr Mannschaften hier, die das gleiche Problem haben und die Räume auch nutzen wollen", so Wunderlich. Am Mittwoch soll das Wetter besser werden, dann soll das erste Testspiel stattfinden.

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