Jugendteam steigt mit Verspätung in die Bundesliga auf

Die Eishockeymannschaft der Young Crashers hatte den Sprung in die höchste Liga sportlich knapp verpasst. Doch dann kam eine überraschende Mitteilung, die den Verein vor neue Herausforderungen stellt.

Sein Nachname hat mit der Spielweise auf dem Eis nichts, aber auch gar nichts zu tun. Paul Engel, Eishockey-Talent der Chemnitz Crashers, ist immer mit vollem Einsatz bei der Sache. Das bekamen die Kontrahenten vor allem in der vergangenen Saison zu spüren. Als Stürmer der U-15-Mannschaft kassierte Paul Engel die meisten Strafminuten. 48 waren es insgesamt. "Die meisten davon kamen durch körperliches Spiel zustande", bemerkt der noch 14-Jährige. Zurückhaltung ist nicht sein Ding. "Beim Eishockey darf man keine Angst haben, sonst wäre man an der falschen Adresse", sagt der Schüler des Chemnitzer Sportgymnasiums und ergänzt: "Auch blaue Flecke gehören dazu, die hat man nach jedem Spiel."

Er war in der zurückliegenden Serie bereits mehrfach in der U-17-Auswahl der Crashers zum Einsatz gekommen. Die Mannschaft von Trainer Torsten Buschmann gewann ungeschlagen die Ostdeutsche Meisterschaft. "Wir sind nicht gefordert worden. Unser höchster Sieg war ein 23:1", berichtet Verteidiger Fabian Kießling, den alle nur Udo nennen - wegen des deutschen Rekordnationalspielers Udo Kießling. "Wenn man ,Fabian' ruft, reagiert er gar nicht mehr", erzählt Coach Buschmann schmunzelnd. Nach dem Triumph beim ostdeutschen Titelkampf mussten die Young Crashers in den Playoffs gegen weitaus stärkere Gegner aus Frankfurt/M. und Hannover antreten und verpassten den sportlichen Bundesliga-Aufstieg knapp. Zur Sommer-Fanparty im Küchwald vergangene Woche wurde dann jedoch die überraschende Nachricht verkündet: Die Chemnitzer sind nachträglich in die U-17-Bundesliga aufgestiegen, weil sich mit Preußen Berlin ein Club zurückgezogen hat. "Nach dem sportlich verpassten Aufstieg waren wir sehr enttäuscht und hatten das Thema schon abgehakt", berichtet "Udo" Kießling.

Der 15-jährige Schüler der Sportoberschule Chemnitz freut sich nun auf die neuen Herausforderungen gegen deutlich namhaftere Kontrahenten. Das trifft auch auf Mannschaftsgefährte Paul Engel zu. Für ihn gibt es allerdings einen Wermutstropfen. "Als ich vom Aufstieg erfahren habe, war mein Hintergedanke, dass wir das nicht selbst erarbeitet haben. Es ist uns sozusagen nachträglich geschenkt worden", sagt das Crashers-Talent. Dennoch werde die Mannschaft topmotiviert in die Saison gehen. "Wir wollen die Chemnitzer Fahne hochhalten", kündigt Paul Engel, dessen Vater Rico Kühnel Präsident des Crashers-Vereins ESV Chemnitz ist, an.

Welcher Spieler des Kaders in der Bundesliga gegen welche Gegner antritt, steht noch nicht fest. Wie Trainer Torsten Buschmann, zugleich Sportlicher Leiter des Vereins, erklärt, wird das U-17-Aufgebot in zwei Mannschaften aufgeteilt. "Eine davon tritt in der Division eins an, wo Kontrahenten wie Köln, Düsseldorf und die Eisbären Berlin warten", so Buschmann. Team B soll sich in der etwas weniger starken Division zwei beispielsweise gegen Hamburg, Wolfsburg und Frankfurt beweisen. Mit dem Sprung in die Bundesliga wird der Verein zugleich vor neue Herausforderungen gestellt. Die Kosten steigen. "Wir müssen unseren Etat für diesen Altersbereich verdoppeln und wollen auch das Gesamtbudget des Vereins etwas erhöhen", sagt Buschmann, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

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