Studententeam startet nach drei Jahren neues Abenteuer

Ende August macht sich die Laufkultour wieder auf den Weg. Statt der früheren Deutschland-Umrundung geht es diesmal von Chemnitz nach Düsseldorf und zurück. Das ist nicht die einzige Änderung.

Rückblende: Es war am 2. Oktober 2016, als eine Studentenstaffel der TU Chemnitz völlig geschafft den Campus an der Reichenhainer Straße erreichte. Die zehnte Auflage der Deutschland-Umrundung zu Fuß und innerhalb von nur 16 Tagen war mit Erfolg zu Ende gebracht worden. Es sollte die letzte sein: Bei Teil- nehmern und Organisatoren vom veranstaltenden Verein Laufkultour war irgendwie die Luft raus. "Nach zehn Jahren ist der Reiz verloren gegangen. Das Projekt war nichts Ausgefallenes mehr. Hinzu kamen der hohe finanzielle Aufwand und personelle Probleme bei der Organisation", sagt Vereinsvorsitzender Steffen Kehrer rückblickend.

Jetzt, nach drei Jahren Pause, startet ein Studententeam ein neues Abenteuer. Statt der Deutschland-Umrundung geht es ab dem 23. August von Chemnitz quer durchs Land in die Partnerstadt Düsseldorf und zurück. Gesamtlänge: 1300 Kilometer, die innerhalb von zehn Tagen zurückgelegt werden sollen. Neu ist dabei nicht nur die Strecke, sondern auch die Art und Weise, wie sie von den zwölf Extremsportlern bewältigt wird: als eine Art Duathlon-Staffel. Dabei läuft jeweils nur eine Person, die elf weiteren Teilnehmer können in der Zwischenzeit Rad fahren. Nach einer Stunde wird auf den nächsten Läufer gewechselt.

"Im Gegensatz zu früher, als die Sportler Tag und Nacht unterwegs waren, wird es Tagesetappen mit festen Unterkünften in Jugendherbergen, Turnhallen und einer Pension geben. Dadurch benötigen wir keine Wohnmobile mehr, was eine finanzielle Einsparung bedeutet", erklärt Steffen Kehrer. Wie bereits bei den zehn Deutschland-Umrundungen wird der Verein Laufkultour Geld für einen guten Zweck sammeln, betont der 33-Jährige. Die Spenden und Sponsorenleistungen kommen Menschen zugute, die unter genetisch bedingtem Muskelschwund leiden.

Zu den zwölf Aktiven der Neuauflage gehört Philipp Liebs. "2015 und 2016 war ich schon bei der Deutschland-Umrundung dabei. Ich bin also kein Laufkultour-Veteran, habe aber einige Erfahrungen sammeln können", bemerkt Liebs, der gleichzeitig zum Organisatorenteam zählt. "Ich habe Kontakt zu allen Städten auf unserer Tour hergestellt. Das war interessant, denn jede Verwaltung funktioniert ein bisschen anders", sagt der 31-Jährige. Besonders gut sei die Zusammen- arbeit mit der hessischen Stadt Fulda verlaufen. "Dort wurde gleich noch geklärt, dass wir kostenlos in einer Pension übernachten können", berichtet der Kindersportlehrer, der nebenher Informatik studiert.

Auch wenn die Staffel im Gegensatz zur Deutschland-Umrundung nicht mehr Tag und Nacht durch- gehend unterwegs ist: Die sportliche Herausforderung ist dennoch groß. "Im Schnitt hat jeder von uns pro Tag 120 Kilometer mit dem Rad und zehn Kilometer als Läufer zurückzulegen", gibt Liebs zu bedenken. Dementsprechend hart wird für das Abenteuer trainiert: "Montags stehen zwei Stunden Duathlon-Training auf dem Programm, donnerstags ein Intervalltraining und am Wochenende legen wir als Staffel 100 Kilometer am Stück zurück."

Philipp Liebs nennt unterdessen noch weitere Gründe für die drei- jährige Pause der Laufkultour bezüglich dieses Projekts. "Einige Mitstreiter wechselten inzwischen von der Uni ins Berufsleben oder gründeten Familien. Mittlerweile gibt es die ersten ,Laufkultour-Babys'", sagt Liebs. Zudem sei der Wunsch nach einem neuen Konzept geäußert worden - auch mal quer durch Deutschland zu fahren und zu laufen. "Bei der vorherigen Umrundung mussten wir einige Bundesländer weglassen", ergänzt der 31-Jährige, der sich am 23. August gemeinsam mit drei Frauen und acht Männern auf den Weg Richtung Chemnitzer Partnerstadt machen wird.


Ein Dutzend Athleten im Einsatz

Der Startschuss für die aus drei Frauen und neun Männern bestehende Studenten-Duathlonstaffel ertönt am 23. August auf dem Campus der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße. Die Strecke führt über Leipzig, Halle, Erfurt, Fulda, Frankfurt/M., Koblenz, Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Kassel, Erfurt, Jena und Gera wieder zurück nach Chemnitz. "Wir werden die zehntägige Aktion filmisch festhalten", kündigt Mitorganisator Philipp Liebs an.

Zwischen 2007 und 2016 galt das Projekt der Laufkultour als wahrscheinlich längster Staffellauf der Welt. Innerhalb von jeweils 16 Tagen umrundeten Extremsportler Deutschland zu Fuß und legten dabei pro Auflage rund 4000 Kilometer zurück - für jeden Athleten bedeutete das mehr als acht Marathons. Die Idee zu dieser Aktion war dem damaligen Chemnitzer TU-Studenten Dirk Lange 2005 nach einem 100-Kilometer-Lauf rund um Jena gekommen. (ms)

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