Studenten helfen an den Brettern

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Die Schach-Abteilung des TSV Fortschritt Mittweida hat internationalen Zuwachs von der Hochschule bekommen. Für diese Saison gibt es nun nur eine Zielstellung.

Mittweida.

Bevor Reiner Damm sich am Mittwochabend selbst ans Schachbrett gesetzt hat, warf er viele kontrollierende Blicke über die schon etwas angestaubten Wettkampfuhren der Mittweidaer Denksportler. "Die haben zwar lang im Schrank gelegen, doch sie funktionieren noch. Wir müssen nur die Batterien tauschen", sagt er. Seit mehr als zwei Jahren haben die Mittweidaer Schachspieler kein Heimspiel mehr bestritten. Am Sonntag ist es soweit, wenn die SG Limbach-Oberfrohna in Mittweida gastiert. Im Team von Rainer Damm werden dann einige neue Gesichter zu sehen sein, denn gerade im Sommer haben viele Studenten den Weg zur Schachabteilung des TSV Fortschritt gefunden.

"Und ganz ehrlich - ohne sie hätten wir in jeder Partie zwei Bretter freilassen müssen. Sie haben uns den Allerwertesten gerettet", sagt der 63-jährige Damm, der seit mehr als 30Jahren in Mittweida aktiv Schach spielt. Für den internationalen Zuwachs - die Neulinge, die alle in Mittweida studieren, kommen aus Indien, der Mongolei, Palästina, Bangladesch und Kasachstan - ist besonders Thomas Davies verantwortlich. Der 28-Jährige ist seit zwei Jahren im Verein dabei und leitet inzwischen auch die Schach-Hochschulgruppe. "Und einige davon haben sich im Verein bereits angemeldet, andere kommen noch zum Schnuppertraining", sagt er. Neben ihm waren seine Kommilitonen Robert Hübel und Jensun Ravichandran bereits am 1.Spieltag beim 5,5:2,5-Auswärtssieg bei der USG Chemnitz III dabei. "Und ich habe meine Partie dort sogar gewonnen", sagt Jensun Ravichandran stolz. Der Inder studiert bereits seit 2016 in Mittweida, "aber auf das Thema Schach bin ich hier diesen Sommer erst gestoßen", gibt er zu. "Ich habe bisher immer Badminton beim LV Mittweida gespielt, nun mache ich beides parallel." Im Kindesalter habe Jensun Ravichandran in seiner Heimat schon Schach gespielt. "Und durch meinen Landsmann Viswanathan Anand hat die Sportart in Indien zuletzt an Popularität gewonnen." Anand war zwischen 2007 und 2013 Weltmeister. Jensun Ravichandran gefallen an der Sportart noch mehrere Aspekte. "Man kann Schach für zwei Minuten spielen, aber auch für mehrere Stunden." In Deutschland sei die Sportart noch beliebter als in Indien. "Bei mir zuhause ist Hockey der Nationalsport."

Neben Ravichandran zeigen auch die anderen neuen Gesichter viel Interesse für die Schachfiguren. "Bei einigen könnte ich mir schon vorstellen, dass sie mit ins Team aufrücken", sagt Thomas Davies. Da sie in diesem Fall mit einer niedrigen Wertzahl starten, könne das sogar ein Vorteil in dieser Saison sein. "Vielleicht unterschätzt der ein oder andere Gegner die Jungs beim Blick auf die Wertzahl", so Reiner Damm. "Aber in der Regel kennen die Gegner die Hintergründe."

Für ihn selbst zählt in dieser Saison nur der Aufstieg in die Bezirksliga. "Ich persönlich will meine Karriere nicht in der Bezirksklasse beenden, und in der Bezirksliga können wir locker mithalten", schätzt er ein. Neben ihm gehören noch die Brüder Andreas und Bernd Grundmann sowie Markus und Manuel Hänsel (Vater und Sohn) seit vielen Jahren zur Stammbesetzung. "Bei den Studenten müssen wir leider damit rechnen, dass sie uns irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen. Doch wir profitieren schon sehr von der Hochschule", so Damm.

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