Jetzt locken Derbys mit Aue und Greiz

Die vogtländischen Ringer haben der Regionalliga Mitteldeutschland ihren Stempel aufgedrückt. Der AV Germania Markneukirchen gewann mit weißer Weste. Auf wen er in der Bundesliga trifft, steht noch nicht fest.

Markneukirchen.

"Wir haben uns die Mannschaft mit Blick auf einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga zusammengeholt", hatte der Mannschaftsleiter des AV Germania Markneukirchen, Jörg Guttmann, bereits zum Knoblauchfest im Mai verkündet, als das Team mit den Zugängen William Stier (aus Aue), Friedrich Fouda (aus Plauen), Marco Stoll (vom RC Hürth), Bence Fulai (aus Ungarn) und Eigengewächs René Roth, der mit 39 Jahren ein Comeback wagte, vorstellte. Und so zog Germania nach 2018 auch im vergangenen Jahr einsam und allein seine Kreise an der Tabellenspitze, nachdem die Ringer um die Trainer André Backhaus und Andy Schubert gleich zum Saisonstart die Medaillengewinner des Vorjahres klar bezwingen konnten. 35 Siege waren es am Ende insgesamt seit der bislang letzten Niederlage am 9. Dezember 2017 in Greiz - ein Rekord, der sich lange halten dürfte.

Dennoch, Langeweile trat im Saisonverlauf der Regionalliga Mitteldeutschland nie ein, denn hinter den Ringern aus dem oberen Vogtland entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das von Platz 2 bis fast ans Tabellenende reichte. Mit der Wettkampfgemeinschaft (WKG) Pausa/Plauen als Absteiger aus der Bundesliga, dem Vorjahreszweiten RV Thalheim und der überraschend starken KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt verblieben selbst am letzten Kampftag noch drei Mannschaften, die Silber und Bronze unter sich aufteilen konnten.

Die neu formierte WKG Pausa/Plauen mit dem neuen Trainergespann Werner Schellenberg/Anatolij Judin katapultierte sich dank einer starken Rückrunde und eines klaren Auswärtssieges in Thalheim am letzten Kampftag noch auf den Silberrang. Der RV Thalheim beendete die Saison dank der Niederlage der KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt in Luckenwalde mit Bronze. Zwischen den punktgleichen Teams der WKG Pausa/Plauen und des RVThalheim entschied am Ende der direkte Vergleich beider Teams, bei dem die Vogtländer die Nasenspitze vorn hatten.

Nach dem Rückzug der WKG aus der Bundesliga stellte das neue Trainerteam eine neue Mannschaft zusammen, die bis zum Ende der Hinrunde zu Geschlossenheit fand und mit einigen Nachwuchsathleten aus den Talentschmieden des ASV Plauen und KSV Pausa das Feld aufrollte. Der RV Thalheim kämpft seit drei Jahren an der Spitze der Regionalliga Mitteldeutschland um die Medaillen. Trainer Steffen Richter schaffte es, den Kern der Mannschaft zusammenzuhalten.

Der RC Germania Potsdam, der SV Luftfahrt Berlin und der RV Lugau kämpften zwar im hinteren Tabellendrittel, waren aber dennoch jederzeit dazu fähig, eine der Spitzenmannschaften zu schlagen. Spannende Duelle gab es untereinander, wobei Schlusslicht Lugau zuletzt noch einmal mit einem Sieg gegen den KFC Leipzig glänzte und mit voller Mannschaft wohl auch den Schlusskampf gegen Potsdam gewonnen hätte. Damit wäre das Trio am Tabellenende noch weiter zusammengerückt.

Gute Aussichten gibt es für die kommende Meisterschaftsrunde, in der Staffelsieger Markneukirchen in die Bundesliga aufrückt und Lugau mangels aufstiegswilliger Mannschaften nicht absteigen muss. Die Regionalligasaison 2020 ist die letzte Meisterschaftsrunde dieser Staffel als zweithöchste Kampfklasse, da ab 2021 eine Strukturänderung vorgenommen und die 2. Bundesliga wieder eingeführt wird. Die Regionalliga Mitteldeutschland rückt damit als höchste regionale Kampfklasse in die dritte Reihe.

Für Germania Markneukirchen geht der Blick allerdings nach oben in die Bundesliga, wo die Vogtländer in die Staffel Südost rücken, in der man gegen den FC Erzgebirge Aue und den RSV Rotation Greiz auf spannende Derbys hoffen kann. Außerdem warten Vorjahresmeister SV Wacker Burghausen, der Vorjahresvizemeister Red Devils Heilbronn, der ASV Schorndorf, der SVJohannis Nürnberg und der AC Lichtenfels auf die Vogtländer. Der SV Siegfried Hallbergmoos, der der Südost-Staffel bisher angehörte, zieht seine Mannschaft aus der Bundesliga zurück, der RV Lübtheen möchte dagegen gerne wieder in dieser Gruppe kämpfen. Damit könnten die Roten Teufel aus Heilbronn zurück in die Nordwestgruppe wechseln, da mit Markneukirchen auch der SRV Viernheim, der KSK Neuss und der KSC Hösbach ins Oberhaus möchten und die drei Vorrundengruppen mit jeweils acht Mannschaften voll besetzt sind.

Auf seinen Kilometerzähler mag Jörg Guttmann gar nicht mehr schauen, pendelt er doch als Unternehmer und Mannschaftsleiter des AVG zwischen seinen Baustellen, aber auch den Ringer-Leistungszentren hin und her, um Ergänzungen für den Erstliga-Kader zu sichten. "Wir führen in alle Richtungen Gespräche. Die Bundesliga hat ein sehr hohes Level, Verstärkungen müssen her", so Guttmann, der jedoch auch weiter auf den Kern seiner Mannschaft aus den Vorjahren setzt. "Alle wollen gerne bleiben, verzichten auf weitaus lukrativere Angebote anderer Erstligavereine", so Trainer André Backhaus, der stolz auf den Zusammenhalt der Mannschaft ist.

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