Kombinierer hofft auf Weltcup-Einsätze

Martin Hahn führt beim VSC Klingenthal ein Trio an, das bei den Männern um den Anschluss an die nationale Spitze kämpft. Der Winter begann jedoch mit einem Rückschlag.

Klingenthal.

Den Start in die neue Saison hatte sich Martin Hahn anders vorgestellt. Statt sich in dieser Woche in Park City im US-Bundesstaat Utah auf die ersten Wettkämpfe im Continentalcup vorzubereiten, standen für den Kombinierer vom VSC Klingenthal Trainingseinheiten am heimischen Bundesstützpunkt auf dem Plan. Ein positiver Coronatest in der Trainingsgruppe und die angeordnete Quarantäne hatten den Start des 23-Jährigen in Amerika platzen lassen.

Nach der anfänglichen Enttäuschung ist der Blick aber längst wieder nach vorn gerichtet. Immerhin kann Martin Hahn an diesem Wochenende trotzdem den ersten offiziellen Wettkampf des Winters auf Schnee bestreiten. Zusammen mit seinen Vereinskameraden Tim Kopp und Nick Siegemund sowie Trainer Kerst Dietel geht es ins österreichische Seefeld. Dort werden mit abgespeckten Starterfeldern und unter strengen Hygieneregeln Wettkämpfe um den Deutschlandpokal ausgetragen. Das ist nach dem Weltcup und dem Continentalcup quasi die dritte Liga in der Nordischen Kombination.

Martin Hahn freut sich trotzdem auf die Standortbestimmung. "Mein Ziel ist es, an die Leistungen aus dem Herbst anzuknüpfen. Wenn ich das wieder abrufen kann, sind auch gute vordere Platzierungen drin", sagt er. Als Zehnter der Deutschen Meisterschaft in Oberstdorf im Oktober hatte er genauso Selbstvertrauen getankt wie als Vierter der internen Ausscheidung der zweiten Garnitur des Deutschen Skiverbandes für den Continentalcup.

Auch sein Trainer war und ist für die anstehenden Wettkämpfe guter Dinge: "Im Herbst war ein klarer Aufwärtstrend zu sehen. Die internen Wettkämpfe haben Martin geholfen, den Abstand zu den Topathleten zu verringern", sagt Kerst Dietel. Er hat mit seinem erfahrensten Athleten im Sommer auf der Schanze an verschiedenen Details gearbeitet. "Es ging vor allem darum, beim Absprung am Ende sauber Druck auf die Kante zu bekommen", erzählt Martin Hahn.

Trainer und Sportler hoffen, dass das auf Anhieb auch in Seefeld gelingt. Allerdings gestaltete sich die Vorbereitung für die Klingenthaler ziemlich schwierig. Denn der positive Coronatest trudelte im November kurz vor der Abreise zu einem Schneelehrgang in Finnland ein. So haben Martin Hahn und seine beiden Mitstreiter nur wenig Schneesprünge absolviert und auch kaum Trainingskilometer auf Langlaufskiern in den Beinen.

An der Zielstellung für die neue Saison ändert das freilich nichts. "Ich will im Continentalcup unter die Top 6 und vielleicht auch mal aufs Treppchen kommen, um mich wieder für Weltcup-Einsätze anzubieten", sagt der gebürtige Lausitzer, der seit zehn Jahren im Vogtland trainiert. Bei seinen bisher sporadischen Einsätzen im Weltcup hatte er in der Saison 2018/19 als 30. im finnischen Lahti seine bisher beste Platzierung erreicht.

Für den 20-jährigen Nick Siegemund, der sein erstes Männerjahr in Angriff nimmt, und den 21-jährigen Tim Kopp, der in der Vorsaison von der Oberstdorfer Trainingsgruppe wieder zurück an den Aschberg kam, geht es in erster Linie um die Bestätigung ihres Kaderstatus. Das traut Kerst Dietel beiden mit guten Ergebnissen im Deutschland- und Continentalcup auch zu. Vielleicht hilft dabei ja auch der Heimvorteil, wenn Mitte Januar in Klingenthal Punkte in der zweiten Liga der Kombinierer vergeben werden. Für die Organisatoren vom VSC wird das zugleich die Generalprobe für den Weltcup in der Vogtland Arena vom 5. bis zum 7. Februar sein.

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