Plauener Triathlet ist Deutscher Meister

Philipp Dressel-Putz krönte seine Saison mit dem Titel in seiner Altersklasse auf der olympischen Distanz. Sport ist bei ihm schon lange eine Sache der ganzen Familie.

Plauen.

Für die Starter aus dem Vogtland hat sich bei den Deutschen Meisterschaften im Naturpark Altmühltal am Wochenende der 21.Pöhler Triathlon eine Woche zuvor als sehr gute Vorbereitung erwiesen. So wurde Philipp Dressel-Putz vom SC Plauen 06 Deutscher Meister der Altersklasse 20 auf der olympischen Distanz. Da die Wassertemperatur im Main-Donau-Kanal nur knapp 18Grad betrug, wurde auf der 1,5 Kilometer langen Strecke mit Neoprenanzug geschwommen. Dressel-Putz kam nach 18:55 Minuten mit knapp einer Minute Vorsprung als Erster vor dem späteren Gesamtsieger Timo Schmitz (Oettingen) aus dem Wasser. Die 39,2 Kilometer lange Radstrecke mit einem großem Anstieg am Hirschberg beendete Dressel-Putz mit Vincent Größer, dem späteren Zweiten seiner Altersklasse, als Dritter und Vierter.

Durch ein hohes Anfangstempo auf der 10 Kilometer langen Laufstrecke arbeitete sich der Plauener schon nach 1,5 Kilometern auf den zweiten Platz vor. Trotz einer um 36Sekunden schnelleren Laufzeit war Gesamtsieger Schmitz aber nicht mehr einzuholen. Als Gesamtzweiter und Deutscher Meister in seiner Altersklasse hat sich Philipp Dressel-Putz erneut für WM und EM qualifiziert. Ob er dort im nächsten Jahr tatsächlich auch an der Startlinie steht, muss bei der Saisonplanung 2020 noch entschieden werden. "Es war eine tolle Veranstaltung mit einem begeisterungsfähigen Publikum und einer super Stimmung. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Nur am Rad muss ich noch weiter arbeiten, um da weniger Krämpfe zu bekommen", so Dressel-Putz.

Auch die anderen Plauener machten unter den insgesamt rund 600 DM-Teilnehmern eine gute Figur. Jana Richter startete bei diesen Meisterschaften für den TV Dresden, wurde Vizemeisterin der Altersklasse 40 und belegte in der Gesamtwertung den 13. Platz. Heike Dressel-Putz wurde Fünfte der Altersklasse 40, Thomas Dressel (beide SC Plauen 06) kam in der Altersklasse 45 auf Rang 8, Ralf Fischer (LATV Plauen) in der Altersklasse 50 auf den 15. Platz.

Philipp Dressel-Putz lernte schon im zarten Alter von vier Jahren das Schwimmen und sammelte beim SCPlauen 06 erste Wettkampferfahrungen. Erfolge blieben nicht aus. Bald merkte er aber, dass die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen genau sein Ding sind. Als er elf war, stand seiner Entwicklung zum Multisportler nichts mehr im Wege. Während sonst meist die Eltern sind, die ihre Kinder zur sportlichen Betätigung drängen, war es im Fall von Philipp Dressel-Putz dessen Begeisterung, mit der er seine Eltern ansteckte. Gemeinsam wurde gelaufen, auf dem Rad trainiert oder die Athletik verbessert. Das Schwimmtraining absolvierte der Plauener weiterhin beim SC 06, besonders in den Wintermonaten nutzte die Familie zusätzlich das Athletiktraining beim LATV Plauen.

Mutter Heike Dressel-Putz ist inzwischen oft in den Ergebnislisten regionaler Lauf-, Duathlon- und Triathlon-Wettbewerbe zu finden. Vater Thomas Dressel hat die C-Trainerlizenz im Triathlon und ist kompetenter Ratgeber für Philipp, vor allem, was das Laufen und das Radfahren betrifft.

Der Sohn, mittlerweile 21, studiert Ernährungswissenschaften an der Uni Potsdam. Viele Siege sammelte er in den vergangenen zehn Jahren, knackte den einen oder anderen Streckenrekord. Die Titel des Deutschen Meisters in der Jugend B auf der Sprintdistanz und in der Olympischen Distanz bei den Junioren ragen dabei heraus. Mit 16 startete der junge Vogtländer erstmals in der Triathlon-Bundesliga, deren Niveau alljährlich ansteigt. "Mein Streben ist vordergründig darauf ausgerichtet, in der Bundesliga gut abzuschneiden", sagt Philipp Dressel-Putz.

In diesem Jahr belegte er mit seinem Kölner Team den sechsten Platz. Der letzte Wettkampf der Serie in Berlin war zugleich die Deutsche Meisterschaft der Elite im Sprint. Dressel-Putz schaffte in seiner Altersklasse U 23 einen für ihn guten 19. Platz. "Es war schon etwas Besonderes mit der Live-TV-Übertragung und dem Wissen, dass viele Freunde und Bekannte in der Heimat zuschauen", sagt Dressel-Putz, der in diesem Jahr zudem Erfolge in Weiden, Pirk und Pöhl feierte.

Gerade die heimischen Wettkämpfe sind es, die mit den Anfeuerungen durch Familie, Freunde und Vereinsmitglieder zum besonderen Erlebnis werden. Zudem dienen sie als Standortbestimmung und Vorbereitung auf kommende Aufgaben. Ende August möchte er die Saison 2019 beim Knappenman am Dreiweiberner See bei Hoyerswerda beschließen - dort zur Abwechslung mal auf der Halbdistanz. "Auf dieser Strecke habe ich noch keine Erfahrung und will mich ausprobieren", lautet seine Erklärung.

Gefragt nach den wichtigsten Personen auf dem Weg zum Erfolg nennt Philipp Dressel-Putz seine Eltern, Großeltern und Sponsoren: "Ohne diese wäre die Kombination Studium und Sport nicht möglich." Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich der Plauener ja irgendwann diesen einen Traum, den jeder Triathlet hat: einmal beim Ironman auf Hawaii zu starten. "Das wäre schon was!"

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