Reservisten überzeugen für den VfB

Für Fußball-Regionalligist Auerbach durften in Fürstenwalde die Reservisten ran. Beim 1:1 machten sie kräftig Werbung für sich.

Fürstenwalde.

Fast eine komplette Saison lang spielte Maximilian Rosenkranz nur eine Nebenrolle im Spiel des VfB Auerbach. Der Ersatzkeeper des Fußball-Regionalligisten erlebte das Auf und Ab von der Bank aus. Er konnte in den Spielen nicht eingreifen, war aber hinter Stammkeeper Stefan Schmidt ein wichtiger Bestandteil des Teams - vor allem mit seiner positiven Art. VfB-Coach Sven Köhler hielt beim letzten Auswärtsspiel der Saison nun sein Versprechen und gab einigen Reservisten die Chance, auf Werbetour für sich selbst zu gehen. Beim FSV Union Fürstenwalde konnten sie am gestrigen Sonntag den Trainer von ihren Stärken überzeugen. Neben Rosenkranz waren das Tim Hoffmann und Hans Christian Miertschink sowie im Laufe der zweiten Halbzeit der zuvor angeschlagene Björn Trinks. Vor allem Rosenkranz spielte sich in den Fokus. Er hielt den Punkt beim 1:1 in Brandenburg fest. "Es freut mich, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte", sagte Rosenkranz nach 90 spannenden Minuten.

Spannend war die Partie vor allem deshalb, weil beide Teams völlig befreit aufspielen konnten. Sie hatten nichts mehr zu verlieren und bis auf eine bessere Platzierung im Mittelfeld der Regionalliga auch nichts mehr zu gewinnen. Beide hatten bereits kürzlich den Klassenerhalt verbucht, sodass auch Union-Coach André Meyer es seinem Gegenüber gleichtat und ebenfalls Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance gab.

"Fürstenwalde hatte noch mehr Änderungen als wir", sagte Köhler. "Trotzdem haben wir ein gutes Regionalliga-Spiel gesehen." Damit hatte er recht: Beide spielten mit offenem Visier - und voll auf Sieg. Den Spielern war deutlich anzumerken, dass nach einer harten Saison die Leichtigkeit zurück war. Weiterer Antrieb dafür war für den VfB noch etwas, das so gar nichts mit dem Sportlichen zu tun hatte: das Wetter. Nach Wochen der Kälte herrschten in Brandenburg beinahe sommerliche Bedingungen. "Es macht Spaß, bei solchen Voraussetzungen zu spielen", gestand auch VfB-Coach Köhler. "Gerade weil wir auch bei niedrigen Temperaturen und Regen losgefahren sind." Die Sonne kam in Fürstenwalde also eher heraus als im Vogtland. Und es passte irgendwie zum Spiel. Denn beide Teams ließen sich von der guten Stimmung anstecken und spielten munter nach vorn.

Als innerhalb der Anfangsphase auch noch zwei Tore fielen, war fast davon auszugehen, dass die 441 Zuschauer noch mehr auf ihre Kosten kommen würden. Erst drückte Marc-Philipp Zimmermann einen Freistoß von Marcel Schlosser ins Netz (17.), im Gegenzug fiel nach einer unglücklichen Abwehraktion der Ausgleich. Tim Hoffmann hatte den Fürstenwalder Mert Sait angeschossen. "Schade, dass der Gegentreffer so schnell gefallen ist", sagte VfB-Keeper Rosenkranz. Miertschink, also der dritte Auerbacher Reservist, der von Anfang an spielte, war allerdings der Unglücksrabe des Tages. Noch vor der Pause musste er verletzt raus. Bis dahin hatte er ein gutes Spiel gezeigt. Nach einem Kopfballduell erlitt er aber eine Platzwunde am Kopf und musste ins Krankenhaus. "Ich bin mit drei Stichen genäht worden", sagte er. "Alles ist nur halb so schlimm. Ich denke, dass ich schon nächste Woche wieder spielen kann." Was er verpasste, war eine abwechslungsreiche zweite Halbzeit, in der beide Teams dem Sieg nahe waren. Zimmermann hatte die beste Möglichkeit (83.) für den VfB. Martin Zurawsky, der frühere Auerbacher, hatte die Führung für die Gastgeber auf dem Fuß. Nach einem Handspiel von Felix Lietz im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Zurawsky trat an - und scheiterte an Rosenkranz. "Als Torhüter entscheidest du dich immer vorher für eine Ecke", erklärte Rosenkranz. "Ich hatte mich vorher für diese Ecke entschieden und habe den Ball dann gehabt." Er hielt Auerbach den Punkt fest und bewahrte sein Team vor einer unglücklichen Niederlage. "Beide hatten gute Abschlussaktionen. Das 1:1 ist leistungsgerecht", sagte VfB-Coach Sven Köhler. "Fürstenwalde hat einen Elfmeter nicht genutzt, aber auch wir hatten einige Chancen."

Eine weitere Gelegenheit, sich zu beweisen, erhalten die Auerbacher gegen den SV Babelsberg am Samstag, 13.30 Uhr. Dann voraussichtlich auch wieder mit Elfmeterkiller Maximilian Rosenkranz im Tor.


Wild geht nach Franken

Einen neuen Verein in Bayern hat Danny Wild gefunden, mit dem sich der VfB Auerbach nicht mehr auf eine Verlängerung des Vertrags über das Saisonende hinaus einigen konnte. Der 28-Jährige wechselt zu Kickers Selb. Das gab sein neuer Verein nun bekannt. Die Kickers spielen aktuell noch in der Bezirksliga (vergleichbar mit der sächsischen Landesklasse), haben den Aufstieg in die Landesliga aber bereits sicher. Die Selber stiegen seit ihrer Gründung 2015 damit zum vierten Mal in Folge auf und wollen mit Danny Wild wohl in der neuen Liga eine ähnlich gute Rolle spielen. Wild hatte dem VfB bei der Punkteteilung in Fürstenwalde verletzungsbedingt gefehlt. (masc)

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