Situation in der 3. Liga erhöht den Druck auf die Vogtländer

Gegen Schlusslicht Optik Rathenow kämpfen die Regionalliga-Fußballer des VfB Auerbach heute Abend um Punkte. Zwei Spieler werden definitiv nicht dabei sein.

Auerbach.

Zur Tagesordnung übergehen - so könnte das Motto beim VfB Auerbach in der Fußball-Regionalliga lauten. Der erlebte vor am Sonntag bei der 1:3-Niederlage beim 1. FC Lokomotive Leipzig einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. "Wir haben alles ausgewertet", sagt Kapitän Marcel Schlosser. "Das Spiel ist analysiert, aber jetzt auch abgehakt." Der Blick richtet sich nach vorn auf diesen Freitag, wenn der VfB das Schlusslicht Optik Rathenow empfängt. Anstoß ist 19 Uhr im VfB-Stadion.

Allerdings ist dieses Spiel dann doch ein außergewöhnliches. Zunächst steigt die Nervosität, weil aus der 3. Liga Schlimmes droht: Sollten mit Energie Cottbus und dem FC Carl Zeiss Jena gleich zwei Team in die Regionalliga Nordost absteigen, erhöht sich die Anzahl der Absteiger dort um zwei. Drei Mannschaften müssten dann runter in die Oberliga. Damit ist klar: Auerbach ist als Tabellen-13. unter Zugzwang. Der Abstand zum möglichen ersten Abstiegsrang beträgt im Moment sechs Punkte.

"Wir wissen zudem, was in den nächsten Wochen auf uns zukommt", sagt Schlosser im Hinblick auf das harte Programm im April. "Daher brauchen wir gar nicht groß drumherumreden: Wir müssen gegen Rathenow gewinnen." Der FSV Optik galt bislang als der erste Kandidat auf den Abstieg. Doch der Aufsteiger aus der Oberliga Nord hat mit dem Heimsieg gegen Rot-Weiß Erfurt wieder neuen Mut geschöpft. "Ich gehe davon aus, dass für Rathenow das Spiel in Auerbach der letzte Strohhalm ist", sagt Schlosser.

Dabei wünscht sich so mancher in Auerbach den Klassenerhalt der Optiker, sehen sich doch beide Vereine vom Umfeld auf Augenhöhe, wenn es darum geht, in einer Profiliga zu bestehen. "Wir stehen im regen Austausch mit Ingo Kahlisch", sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Kahlisch ist - ähnlich wie Kramer in Auerbach - der Macher in Rathenow. Beide setzen auf Amateurfußball in Liga 4, sehen die Konkurrenz aber durchaus kritisch: Einerseits weil gleich drei Klubs in der Regionalliga in einem Insolvenzverfahren stecken, andererseits weil sie in der Durchsetzung der Zulassungskriterien für die Regionalliga Ungerechtigkeiten erkennen. Ein eigenes Stadion oder Flutlicht hat nicht jeder Regionalligist, während Auerbach und Rathenow diese teuren Voraussetzungen erfüllen mussten, um in Liga 4 zu spielen.

Kapitän Schlosser hält es pragmatisch: "Wir schauen nicht auf das Andere - auch nicht auf Rathenow, sondern nur auf uns. Rathenow muss sich an uns die Zähne ausbeißen und wir nicht an ihnen." Im Hinspiel klappte das mit viel Mühe. Einen 0:1-Rückstand drehte der VfB mit viel Aufwand in ein 2:1. "Wir haben damals gesehen, wie gefährlich Rathenow ist", sagt Schlosser.

Allerdings wird es wohl mindestens zwei Veränderungen in der Auerbacher Startelf geben. In Leipzig mussten gleich zwei VfB-Spieler vorzeitig verletzt vom Feld. Marcin Sieber sah in Leipzig seine fünfte gelbe Karte, später wurde er mit einer Knieverletzung ausgewechselt. "Wenn ich nicht gesperrt wäre, hätte ich am Freitag schon wieder auflaufen können", sagt der Defensivspieler.

Anders verhält es sich bei Danny Wild. Der hatte sich am linken Knöchel verletzt. Schon in der ersten Halbzeit musste der Außenbahnspieler vom Feld. Noch steht nicht fest, wie lange er ausfällt. Am gestrigen Donnerstag unterzog er sich einer MRT-Untersuchung, heute folgt die Diagnose. "Ich hoffe, es ist nur stark überdehnt und nichts am Knöchel kaputt." Sollten die Bänder nicht betroffen sein, dürfte sich die Länge seines Ausfalls in Grenzen halten.

Daher dürfte wohl Björn Trinks sein Debüt in der Startelf feiern oder Coach Sven Köhler setzt auf die Variante mit zwei Stürmern mit Josef Ctvrtinecek in der Anfangsformation. "Die Ausfälle können wir nicht ändern", sagt Schlosser. "Jetzt müssen eben diejenigen ihre Leistung abrufen, die zuletzt nur auf der Bank saßen." Klappt das, herrscht endgültig wieder Normalität im VfB-Stadion.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...