VFC-Kapitän bleibt bis 2022

Der Plauener Fußball-Oberligist treibt trotz Spielpause seine Planungen für die neue Saison voran. Ganz besonders legen sich die Ultras aus der Badkurve ins Zeug.

Plauen.

Der VFC Plauen hat bereits zehn Verträge für die kommende Saison vorliegen. Während wegen der aktuellen Saisonunterbrechung kaum einer weiß, wie es weitergeht, hat Kapitän Marian Albustin am Sonntag für Aufsehen gesorgt. Der Abwehrspieler verlängerte trotz einiger Unwägbarkeiten seinen Vertag beim Fußball-Oberligisten gleich um zwei Jahre. Auf Nachfrage betonte der 29-Jährige: "Ich tue das, weil ich für diesen tollen Verein ein Zeichen setzen möchte. Ich bin mit Leib und Seele Fußballer, und ich denke nicht zuerst ans Geld, sondern an die Mannschaft, an unsere Fans und an die tolle Zeit, die wir alle zusammen haben."

Wegen der Corona-Pandemie haben die VFC-Kicker seit dem 1:1-Unentschieden gegen Merseburg am 7. März kein Punktspiel mehr absolviert. Ob es zum Saisonabbruch oder zur Fortsetzung der laufenden Spielzeit kommt, kann derzeit niemand verbindlich sagen.

Der 29-Jährige Albustin stammt aus Brandenburg und kam über die Stationen FC Erzgebirge Aue und FSV Zwickau II im Jahre 2016 ins Vogtlandstadion. Albustin trug 105-mal das VFC-Trikot, der berufstätige Physiotherapeut schoss dabei bisher zehn Tore.

Bemerkenswert: Trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise und enormer Unklarheiten kann der VFC Plauen bereits zum jetzigen Zeitpunkt zehn gültige Verträge für die kommende Saison vorlegen. Das bestätigte Präsident Thomas Fritzlar auf Nachfrage. Einen Vertrag haben bereits Ondrej Nyber, Attila Sovago, James-Kevin Nahr, Tim Limmer, Marian Albustin, Philipp Katzenberger, Philipp Dartsch, Kevin Walther, Tim Sluga und Leon Seefeld. "Wir wissen natürlich nicht, ob die aktuelle Saison noch zu Ende gespielt wird oder ob es gleich mit der nächsten Spielzeit weitergeht. Aber wir wollen uns so gut wie möglich vorbereiten", betont Pressesprecher Volker Herold.

Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die Fußballclubs in der fünften Liga derzeit besonders schwer atmen. Auch der VFC Plauen durchlebt gerade anstrengende, bittere Wochen. Zwar halten sich die Spieler um Cheftrainer Falk Schindler im Homeoffice so gut es geht fit. Doch durch die fehlenden Einnahmen ist der Haushaltsplan zwangsläufig zusammengebrochen.

Silja Schumann macht sich als Geschäftsstellenleiterin zusammen mit dem Vorstand pausenlos Gedanken, wie man den immensen Schaden wenigstens ein bisschen abfedern kann. Hervor stechen in diesen Tagen dabei besonders die VFC-Ultras. Die Anhänger aus der Badkurve haben den Verkauf der so genannten Soli-Dauerkarten enorm angeschoben. 1563,33 Euro sind bereits verbucht. Die Solidaritäts-Dauerkarte kann man für 30 Euro erwerben. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Vereins: www.vfc-plauen.de.

Die bange Frage nach dem wirtschaftlichen Zustand des Vereins kann man in etwa so beantworten: Für alle Fünftligisten in Deutschland geht es derzeit um die Existenz. Vor einem Jahr hätte der VFC eine solche Situation nicht überlebt. Doch durch immense Sparmaßnahmen gilt die Lage derzeit "nur" als sehr angespannt. Und Präsident Thomas Fritzlar stellt ganz leise in Aussicht: "Wir können es schaffen, weil immer mehr Leute beginnen, an uns zu glauben. Das ist ein tolles Gefühl. Ich kann nur Dankeschön sagen im Namen von uns allen. Wir werden nicht jammern, sondern kämpfen!"

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