Antonitsch: Wir hätten fünf oder sechs Dinger machen müssen

Die Heimniederlage des FSV Zwickau gegen den VfR Aalen schmerzt. Dem Geburtstagskind war nicht nach Feiern zumute.

Zwickau.

Ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag erwischte Nico Antonitsch einen unglückseligen Moment, als er beim zwischenzeitlichen 1:2 für Aalen den Ball ins eigene Tor lenkte. "Wir bekommen den Ball hinten nicht weg, und ich will zur Ecke klären. Doch in der vollen Bewegung komme ich nicht richtig hinter den Ball und leite ihn mit der Spitze ins eigene Tor", beschreibt Antonitsch die Szene, die eine Zwickauer Drangphase beendete.

Die Stimmung sei nach dem Spiel getrübt gewesen, eine echte Feierlaune sei bei ihm nicht aufgekommen, erklärt der Innenverteidiger. Er sei am Abend mit seinen Eltern essen gewesen, konnte sich aber nicht so richtig freuen. "Ich bin sehr ehrgeizig und habe mit so etwas zu kämpfen. Meine Mutter hat mir aber gesagt, ich solle mich nicht so runterziehen lassen. Das nächste Spiel wirst du mit der Mannschaft in Cottbus gewinnen."

Drei Gegentreffer kassierte der FSV gegen Aalen. Damit hätte er sogar leben können, sagt Antonitsch. "Gemessen an unseren Chancen hätten wir aber fünf oder sechs Dinger machen müssen. Wenn man hinten einen Fehler macht, ist man immer der Depp." Nach dem 1:1 hatten die Zwickauer sechs Hochkaräter im Minutentakt. Bei einem Lattentreffer von Ronny König war Pech dabei. So sei das eben im Fußball, meint der Österreicher, dass man hinten bestraft werde, wenn man vorn die Chancen nicht nutze.

Vorwürfe aus der Mannschaft gab es wegen des Eigentores nicht. "Wir gewinnen und verlieren zusammen. Die Situation muss schon vorher geklärt werden. Nico wollte retten, erwischt in der Schnelligkeit des Geschehens den Ball nicht richtig, und so trudelt er direkt neben dem Pfosten ins Tor", steht Kapitän Toni Wachsmuth seinem Abwehrkollegen bei. Antonitsch fühlt sich in Zwickau wohl. Die Muldestadt sei wie eine zweite Heimat für ihn geworden, und das Zuhause in Österreich sei ja nicht aus der Welt, betont der 27-Jährige. Wann immer es die Zeit zulässt, gibt es Familientreffen. Von Zwickau bis nach Ried im Innkreis sind es etwas mehr als 400 Kilometer. "Wenn ich mal frei habe, fahre ich nach Ried, aber meistens besuchen mich meine Eltern oder Bruder Luca in Sachsen, und auch meine Freundin Lisa kommt oft aus Wien hierher", gibt der "Steirer" Einblicke in das Familienleben.

Antonitsch will eine Konstante beim FSV bleiben. Damit seine Leistung stimmt, achtet er penibel auf seine Ernährung und Gesundheit. Wenn es sich der Österreicher am Abend vorm Fernseher gemütlich macht, trägt er drei- bis fünfmal pro Woche eine Luftdruckhose. "Damit werden die Durchblutung und der Kreislauf angeregt, zudem beuge ich einem Muskelkater vor. Ich nutze die Hose nach kräfteraubenden Spielen oder anstrengenden Trainingseinheiten", so Antonitsch, der in seiner Laufbahn von schweren Verletzungen verschont blieb.

Joe Enochs tröstete Antonitsch nach dem Eigentor gegen Aalen und verwies darauf, dass "Nico seinen Anteil an der bisher ordentlichen Punktausbeute der Mannschaft hat. Klar, wir haben die Chance vertan, uns vorerst im oberen Mittelfeld festzusetzen. Doch wie schon nach dem Osnabrück-Spiel werden wir wieder aufstehen und in Cottbus die richtige Antwort geben", richtet der Trainer den Blick nach vorn.

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